Abnormal Thought Patterns – Altered States Of Consciousness

“Ungewöhnliche Denk- und Klangmuster“

Artist: Abnormal Thought Patterns

Herkunft: Bay Area (Kalifornien), Vereinigte Staaten von Amerika

Album: Altered States Of Consciousness

Spiellänge: 43:01 Minuten

Genre: Djent, Progressive Metal

Release: 29.06.2015

Label: Lifeforce Records

Link: https://www.facebook.com/pages/Abnormal-Thought-Patterns und http://www.abnormalthoughtpatterns.com/

Produktion: von Jamie King (Mix) und von Alan Douches (Mastering)

Bandmitglieder:

Gitarre und Keyboard – Jasun Tipton
Gitarre – Jason Montero
Bassgitarre – Troy Tipton
Schlagzeug – Mike Guy

Tracklist:

  1. Distortions Of Perception
  2. Nocturnal Haven
  3. Blindsight
  4. Synesthesia
  5. Delusions
  6. Nocturnal Haven (Instrumental Version)
  7. Subliminal Perception

Abnormal Thought Patterns - Altered States Of Consciousness

Die Band Abnormal Thought Patterns besteht ursprünglich aus den Zwillingsbrüdern Jasun und Troy Tipton sowie Mike Guy. Als Jasun Tipton im Jahr 2008 das zwölf Minuten lange Instrumentalstück Velocity And Acceleration geschrieben hatte und Troy dies hörte, schlug er vor, eine Band zu gründen. Mit Mike Guy war schnell der Mann am Schlagzeug gefunden, und im Jahr 2011 veröffentlichte die Band ihre selbstbetitelte Debüt-EP. Nach dem im Jahr 2013 veröffentlichten Debütalbum Manipulation Under Anesthesia erscheint am 29.06.2015 das zweite Album Altered States Of Consciousness. An der doch sehr gut besetzten Namensliste der Gastmusiker kann man auch schon sehen, was für eine Stellung Abnormal Thought Patterns bereits jetzt in der Szene haben. Neben Tommy Rogers (Between The Buried And Me) findet man noch Namen, wie Jeff Loomis (Arch Enemy, Nevermore), Michael Manring, Tim Rogh (Into Eternity) und John Onder (Artension-MSG), die alle ihren Beitrag zu diesem Album geleistet haben. Ebenfalls einen Beitrag geleistet hat Erick „Wurm“ Pollard, der das sehr surreale Cover gestaltet hat.

Mangelnde Eigenständigkeit kann man Abnormal Thought Patterns sicherlich nicht vorwerfen, allerdings hat mich das Gitarrenspiel beim ersten Song Distortions Of Perception doch sehr an The End Of Heartache von Killswitch Engage erinnert. Rein instrumental gehalten beschränkt sich die Ähnlichkeit wirklich nur auf das Gitarrenspiel.

Beim folgenden Nocturnal Haven gibt es dann auch mal Gesang auf die Ohren und zwar Growls und Klargesang im unregelmäßigen Wechsel. Genauso wechselt auch der Rhythmus. Mal erinnert mich das Ganze an TesseracT, mal an Periphery.

Wieder rein instrumental gehalten, kann man sich bei Blindsight wieder in den außerordentlichen spielerischen Fähigkeiten der Bandmitglieder verlieren. Ich bin normalerweise nicht so der Fan von rein instrumentalen Stücken (es sei denn, es geht um die alten Werke von Mike Oldfield), aber hier komme ich gar nicht umhin, meinen imaginären Hut zu ziehen und gebannt vor den Lautsprechern zu sitzen. Teilweise klingt das Ganze wie improvisiert, aber ich bin fest davon überzeugt, dass Abnormal Thought Patterns nichts dem Zufall überlassen. 😀

Auch Synesthesia ist wie ein Blick auf das Meer. Eben noch ganz ruhig, kommt plötzlich eine riesige Welle, reißt einen um und schleudert einen unter Wasser hin und her. Und selbst in den sehr ruhigen Parts steht mir ob der Fingerfertigkeit der Saitenfraktion der Mund offen.

Ganz so groß sind die Kontraste bei Delusions nicht, das macht den Song aber definitiv nicht weniger hörenswert.

Als vorletztes gibt es dann die Instrumentalversion von Nocturnal Haven auf die Ohren. Bei solchen Versionen drücke ich oft die Skip-Taste, das verbietet sich allerdings bei Abnormal Thought Patterns, denn obwohl ich den Gesang in der „Originalversion“ sehr gelungen fand, kommt hier der nächste „Ohrgasmus“. Hier kann man auch wieder einmal die Leistung der Bandmitglieder neben Jasun Tipton bewundern. Was hier geschreddert und wie teilweise die Trommelfelle verdroschen werden, ist bewundernswert.

Immer wieder in die Irre führen mich Abnormal Thought Patterns dann mit dem letzten Stück Subliminal Perception. Die Jungs schaffen es immer wieder, einen Spannungsbogen aufzubauen, der dann aber nicht weiter verfolgt, sondern wie ein Faden einfach abgeschnitten und liegen gelassen wird. Normalerweise beschwere ich mich über so eine Herangehensweise immer, aber hier passt es, wie die Faust aufs Auge.

Fazit: Ich frage mich ja von Zeit zu Zeit immer wieder mal, wie jemand es hinbekommt, überhaupt einen Song zu schreiben (egal, welches Genre). Aber insbesondere im Progressive Metal und im Djent stelle ich mir das Ganze noch viel komplizierter vor, wobei die Bands hier andererseits wohl auch mehr Freiheiten haben. Wie auch immer: Das, was Abnormal Thought Patterns hier auf den geneigten Hörer loslassen, ist schlicht und ergreifend allererste Sahne. Und obwohl sich ja auch hier schon sehr viele Bands tummeln, fällt mir spontan keine andere Gruppe ein, die man zum Vergleich heranziehen könnte. Und das will was heißen.

Anspieltipps: alles
Heike L.
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