Alice Cooper – Detroit Stories

Angekündigte Veränderungen wurden in die Tat umgesetzt

Artist: Alice Cooper

Herkunft: Detroit, USA

Album: Detroit Stories

Spiellänge: 50:27 Minuten

Genre: Rock, Hard Rock, Heavy Metal, Rock ’n‘ Roll

Release: 26.02.2021

Label: earMUSIC

Link: http://www.beispiel-seite.de

Bandmitglieder:

Gesang – Alice Cooper
Gitarre – Nita Strauss
Gitarre – Tommy Henriksen
Gitarre – Ryan Roxie
Bassgitarre – Chuck Garric
Schlagzeug – Glen Sobel

Tracklist:

  1. Rock & Roll
  2. Go Man Go
  3. Our Love Will Change The World
  4. Social Debris
  5. $1000 High Heel Shoes
  6. Hail Mary
  7. Detroit City 2021
  8. Drunk And In Love
  9. Independence Dave
  10. I Hate You
  11. Wonderful World
  12. Sister Anne
  13. Don’t Give Up
  14. Shut Up And Rock
  15. East Side Story

Der gute alte Alice Cooper schlägt dieses Jahr wieder zu. Dafür hat der Rocker gut dreieinhalb Jahre gebraucht. Im Sommer 2017 wurde Paranormal veröffentlicht, welches meiner Meinung nach eins der besten Alben überhaupt aus den Händen der Szenelegende ist. In diesen Tagen springen wir ins dreckige wie klischeebehaftete Detroit, um die Heimat des markanten Musikers besser kennenzulernen. Detroit Stories heißt das gute Stück und wird am 26.02.2021 über earMUSIC in eure Ohren wie ein Vorschlaghammer gepresst. Laut, wild, kriminell – das kommt einem bei der amerikanischen Stadt direkt in den Kopf. Mal sehen, wie die 28. Produktion mit dem Gütesiegel des Schock Rockers ausfällt.

Photo Credit: Jenny Risher, Quelle: Networking Media

Veränderungen wurden angekündigt und machen neugierig. In über 50 Minuten werden 15 neue Werke angestimmt, die ein Ziel verfolgen, jedoch verschiedene Fratzen zeigen. Das Artwork: düster-grimmig, wie man es bei Detroit erwarten muss. Laut Statistik ist die Millionenstadt eine der gefährlichsten der USA. Seit 2013 scheint es dort wieder bergauf zu gehen. Durch günstige Immobilen wurde die Metropole erneut interessant, die Alice Cooper sein Zuhause nennt. Der Musiker steht mit seiner Band für griffigen Old School Rock mit Hard Rock sowie Heavy Metal Einflüssen. Davon müssen wir uns leider auf diesem Langeisen etwas frei machen. Mit 73 Jahren soll die Handschrift der neuen Stücke noch einmal in anderen Fahrwassern wildern. Deutlich näher am Rock ’n‘ Roll als noch bei Paranormal driften die Klänge mehr und mehr in das Genre ein. Der Opener Rock & Roll schubst den Hörer skrupellos auf den Weg. Klar, Alice war immer schön rockig, dass er jetzt auch auf poppige Riffs setzt, kommt nicht zwingend gut an. Die Stimme ist frisch und lässt sein bereits hohes Alter nicht vermuten. Der Schritt in US Highschool Rock mit Pop ’n‘ Roll Beats lässt eine Midlife-Crisis vermuten. Künstlerisch nicht gefangen gehen die sechs Musiker um die drei Gitarristen Nita Strauss, Tommy Henriksen und Ryan Roxie ihren eigenen Weg. Die Backvocals bringen Dichte mit ein, ohne den Zuhörer durchzuschütteln. Technisch anspruchsvoll kann man Go Man Go oder Our Love Will Change The World die Klasse nicht absprechen, selbst wenn man wollte.

Prägnant im ersten drittel Go Man Go, schöne kleine Effekte und Mitgrölpassagen bleiben in den Ohren kleben. Bei Our Love Will Change The World springt mir Teenage Dirtbag von Wheatus in die Gehirnwindungen, absolut gruselig. Ganz so glatt bleibt es nicht. Social Debris und $1000 High Heel Shoes gehen eher in modernen Desert Rock ’n‘ Roll, ohne einen waschechten Cowboy vom Tresen zu stoßen. Starke Gitarren schieben nach vorne und Herr Cooper agiert deutlich authentischer als am Anfang. $1000 High Heel Shoes nimmt jede Härte heraus, die man nur sehnsüchtig hochbeschwören würde. Relaxt lungert die Gruppe in der Sonnenliege und kreiert gar Blues Rock artige Melodien, während sie einem Cocktail nach dem anderen ziehen. Da gehen Hail Mary und Detroit City 2021 mehr in den Nacken. Ein guter Groove zum Kopfkreisen. Kaffee, Kippe Detroit City 2021: der Titeltrack als Anker auf diesem speziellen Silberling.

Im weiteren Verlauf geht es munter hin und her. Die Rezeptur des Songwritings wechselt weiter fleißig und spuckt Stücke wie Wonderful World oder Sister Anne an aus. Im letzten Sektor gibt es das Dreiergespann Don’t Give Up, Shut Up And Rock und East Side Story, welches bei den Old School Fans noch mal zu punkten versucht. Abschließend bleibt ein sehr vielseitiges Langeisen mit vielen Gesichtern, das Detroit mit seinen ganzen Emotionen vor eure inneren Augen trägt.

Alice Cooper – Detroit Stories
Fazit
Enttäuscht? Im ersten Durchgang würde ich dieses Gefühl bestätigen. Paranormal habe ich Silvester erst laut aufgedreht über den Plattenteller gejagt und gedacht, wie geil hat Herr Cooper das Ding produziert. Jetzt dringt Detroit Stories aus den Boxen und der Kloß steckt im Hals. Am Kopf kratzend muss man realisieren, dass die Formation echt gewillt ist, das Ding auf euch Fans loszulassen. Nach mehreren Durchläufen macht der Sprung in Rock 'n' Roll und moderne Gefilde Spaß, auch wenn man es vorab nicht erwartet hätte. Was man zugeben muss: Es wurde vorab versprochen, dass ein solches Werk kommen sollte. Streicht man Our Love Will Change The World, kann man mit dem Gesamtergebnis leben. Ob es für die Top 10 der langen Diskografie reicht, bleibt als nein zu beantworten. 

Anspieltipps: Detroit City 2021 und Don't Give Up
René W.
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