Artist: Alphatraz
Herkunft: Deutschland
Album: Final Chapter
Spiellänge: 38:52 Minuten
Genre: Funeral Doom, Neoklassik
Release: 01.08.2025
Label: Fetzner Death Records
Link: https://www.facebook.com/alphatrazproductions
Bandmitglieder:
Instrumente – Alphatraz
Gesang – Kalt, Thy Listless Heart, Mania, Goreminister, Wraak, Dahli
Tracklist:
- Prelude
- Der letzte Tag (feat. Kalt)
- Intermezzo
- The Hollow Whisper (feat. Thy Listless Heart)
- The Final Chapter Part 1
- The Final Chapter Part 2
- L’ambivalence (Feat. Mania)
- The Final Chapter Part 3
- The Final Chapter Part 4
- Totennaegel – Rites For The Enshrined (Feat. Wraak)
- Totenstille
- The Final Chapter Part 5
- Crisis (Feat. Goreminister)
- L’ambivalence (Dahli Remix)
- The Final Chapter Part 7
Es gibt so Musiker und Musikerinnen, die stecken ihr ganzes Leben in die Kunst und versinken in ihren Projekten.
So auch Christoph Martin, alias Alphatraz. Vor ein paar Jahren hatte ich schon ein Review zu seiner ersten Platte Gebeine geschrieben (hier nachzulesen). Darum hier nur einen kurzen Abriss: Bei Christoph handelt es sich um einen Pianisten mit Hang zum Metal. Er schreibt selber Stücke und hat auf seinem YouTube-Kanal diverse Interpretationen von bekannten Stücken auf dem Klavier gecovert.
Doch Alphatraz ist nicht nur mit dem Klavier unterwegs, sondern hat auch mit Thorsten Dahlhaus (alias Dahli) das Projekt Krätze gestartet, was in eine wilde Black Metal und Gothic Richtung geht.(Review hier)
Ein Tausendsassa. So würde ich es mal kurz auf den Punkt bringen.
Mit Klaviermusik zieht Alphatraz jetzt aber einen Schlussstrich und veröffentlicht mit The Final Chapter sein letztes Werk und hat sich dafür am Gesang Unterstützung geholt. (Kaum zu glauben, aber auch der Goreminister ist mit dabei, und das bei einem seeeehr untypischen Song). Wie auch schon bei Gebeine ist The Final Chapter ein Wechselbad der Gefühle und, anders als sein Vorgänger, extrem düster. Was bei dem Hauptthema, dem menschlichen Ableben, auch gut passt. Dieses Mal werden die Klavierstücke mit Gesang versehen: Entweder ein leichtes Geflüster (The Hollow Whisper), welcher mich streckenweise an My Dying Bride erinnert, oder L’ambivalence der zwischen sehnsüchtigem und keifendem Gesang wechselt.
Wieder einmal schafft es Alphatraz, eine Spannweite aufzumachen, mit der man nicht rechnet, und so werden die einzelnen Lieder von Kapiteln, den „Final Chaptern“, ergänzt, in denen eine fiktive Lebensgeschichte erzählt wird. Diese sind auch ohne Gesang und sind meiner Meinung nach ein Rückblick auf das erste Album Gebeine.
Alphatraz blickt jedoch nicht nur zurück, sondern auch nach vorne und so würde ich Totennägel – Rites For The Enshrined deuten, das von der instrumentalen Besetzung an Krätze erinnert: Verzerrte Gitarren, leichte Pianoklänge beginnen den Song, um dann in einen Blastbeat zu gipfeln. Das fällt volles Mett aus dem Rahmen, verglichen mit den anderen Songs, ist aber ein wahnsinnig spannender Gegenpol und lockert das Album immens auf. Vor allem, weil danach wieder mit Totenstille deutlich ruhigere Klänge angeschlagen werden.
Zum Ende möchte ich ein kleines Zitat einfügen, was ich selber nicht besser sagen könnte:
„Wenn man eines Tages stirbt, dann ist die eigene Kunst immer noch verfügbar“, sagt Alphatraz. „Und vielleicht stößt eines Tages ein Mensch auf die hinterbliebene Kunst und fühlt sich von ihr angesprochen.“




