Appice – Sinister

“Auftrumpfende Brüder im Einheitsgewand!“

Artist: Appice

Herkunft: New York, USA

Album: Sinister

Spiellänge: 65:11 Minuten

Genre: Hardrock, Heavy Metal

Release: 27.10.2017

Label: SPV / Steamhammer

Link: http://www.appicebrothers.com

Bandmitglieder:

Schlagzeug, Gesang – Carmine Appice
Schlagzeug – Vinny Appice
Gitarre– Bumblefoot
Gitarre – Joel Hoekstra
Gitarre – Craig Goldy
Gitarre – Mike Sweda
Gitarre – Erik Turner
Gitarre – David Michael Phillips Bass – Tony Franklin
Bass – Phil Soussan
Bass – Johnny Rod
Bass – Jorgen Carlson
Gesang – Jim Crean
Gesang – Paul Shortino
Gesang – Robin McAuley
Gesang – Chas West
Gesang – Scotty Bruce
Keyboard – Erik Norlander

Tracklist:

  1. Sinister
  2. Monster And Heroes
  3. Killing Floor
  4. Danger
  5. Drum Wars
  6. Riot
  7. Suddenly
  8. In The Night
  9. Future Past
  10. You Got Me Running
  11. Bris In Drums
  12. War Cry
  13. Sabbat Mash

Die Appice-Brüder haben als Schlagzeuger Rockgeschichte geschrieben. Vinny tat das u.a. auf den meisten Dio– Alben sowie bei Black Sabbath und Last In Line, sein elf Jahre älterer Bruder Carmine vorwiegend mit Rod Stewart, Ted Nugent und Ozzy Osbourne. Nach der Livescheibe Drum Wars-Live!, die 2014 erschien, gibt es nun das erste gemeinsame Studioalbum.

Die Brüder haben gleich 16 befreundete Musiker im Booklet gelistet, die das Album eingespielt haben und auch am Songwriting beteiligt waren. Dort erfährt der geneigte Hörer auch, welcher Musiker bei welchem Song beteiligt war. Natürlich stellt man sich schnell die Frage, wie sich die Brüder die Drumtracks aufgeteilt haben. Die Antwort: Bei fünf Tracks hört man beide Schlagzeuger gleichzeitig, da beide jedoch das Gleiche spielen, nimmt man dies kaum wahr. Die üblichen acht Songs haben sich die Brüder aufgeteilt.

Ronnie James Dio, 2010 verstorben, hat deutliche Spuren auf dem Album hinterlassen. So hat man für ihn den Song Monsters And Heroes geschrieben, der aus vielen Dio-Songtiteln besteht. Auch stilistisch erinnert vieles an den kleinen Sänger mit der großen Stimme. Seine Qualität wird in Sachen Songwriting jedoch nicht erreicht. Vielmehr haben wir es hier mit einem relativ biederen, durchschnittlichen Ami-Rock-Album im Bereich des modernen Classic Rocks zu tun, das oft vor sich hinplätschert, weil kaum etwas hängen bleibt.

Das Album ist zwar heavy und die Soli sind auch mehr als hörbar (kein Wunder bei Könnern wie Craig Goldy/Dio, Joel Hoekstra/Whitesnake oder Eric Turner/Warrant), doch die Songs selbst können nicht überzeugen. Die Songs bewegen sich meist im langsamen Midtempo, da fehlt der Abwechslung halber die eine oder andere schnellere Passage, was dem Album gut getan hätte. An den Drums liegt das aber nicht, denn beide Künstler trommeln abwechslungsreich und haben einen hohen Wiedererkennungswert.

Zudem klingt das Album wenig eigenständig. Ständig wird man an andere Bands erinnert. Mal ist es bereits erwähnter Dio, mal Ozzy Osbourne, mal Deep Purple. Klar, bei so vielen beteiligten Musikern läuft man als Künstler Gefahr, dass das Album experimentell und nicht aus einem Guss klingt und alle ihre Einflüsse einbringen – und genau das ist hier auch passiert. Da hätten wir wohl alle mehr erwartet.

Fazit: Sinister ist ein aufgeblähtes, durchschnittliches Classic Rock-Album für Fans von Dio, Deep Purple und Ozzy Osbourne geworden, das wenig Höhepunkte zu bieten hat. Der Mehrwert des Albums auf dem ohnehin schon überfluteten Markt erschließt sich nicht.

Anspieltipps: Monsters And Heroes, Danger und In The Night
Hans-Jörg D.
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