As The World Dies – Nebula

Zermalmender Death Metal mit atmosphärischem Filmfeeling

Artist: As The World Dies

Herkunft: England

Album: Nebula

Spiellänge: 54:30 Minuten

Genre: Progressiver Death Metal

Release: 21.03.2025

Label: Reaper Entertainment

Link: https://www.facebook.com/BrumDeathMetal/

Bandmitglieder:

Gesang – Jay Price
Gitarre – Scott Fairfax
Gitarre – Darren Mcgillivray
Bassgitarre – Bill Richmond
Schlagzeug – Chris McGrath

Tracklist:

1. Apophis
2. Consumed
3. Dark Oblivion
4. I Am The One
5. Blind Destiny
6. Playing God
7. Voices Of Angels
8. Under A Dying Sky
9. Final Resting Place

Kennt noch jemand die Band Life Denied aus Birmingham, die sich im Jahre 1997 gründete? Aus der Asche dieser Band ist quasi 2018 die Band As The World Dies entstanden. Geiler Bandname, wie ich finde, nur mal so am Rande. Das Quintett brachte im Jahre 2022 ihr erstes Full Length namens Agonist heraus und ließ 2024 eine EP und eine Single folgen. Einen Deal mit Reaper Entertainment hat man am Start und nun folgt das zweite Album.

Der Anfang von Apophis klingt irgendwie wie ein alter Sound von einem Atari-Spiel und dieses ist positiv gemeint. Diese Synthie-Klänge werden mit harten Gitarren unterbrochen, im Sound zu Beginn mit eingebaut und ein Sprechgesang hinzugefügt. Fetter Breakdown dazu und dann geht es ab in einen langsamen, groovenden und drücken Part. Kommt gut. Die Vocals kommen dazu und es erklingt des Öfteren ein I, welches besonders wohl live gut funktionieren wird. Der kurze Song dient auch als Intro.

Mit Consumed startet man dann ebenfalls recht genügsam in den Song. Fetter Sound mit fetten Grooves, aber das Tempo wird dann kurzfristig erhöht, um wieder den Groove sprechen zu lassen. Erneut folgt eine Tempoverschärfung. Im aggressiven Midtempo ballert man sich jetzt durch das Universum. Sehr interessant. Kleine technische Spielereien werden mit eingebaut und unterbrechen den Fluss hier und da, stört aber nicht, im Gegenteil, macht das Ganze wesentlich interessanter. Dieses Hin und Her macht wirklich Laune. Es ist schon brutal, obwohl es nicht wirklich schnell ist, aber die Riffs sitzen und vor allen die Drums bauen eine gewisse Härte auf. Dabei entsteht eine gewisse Atmosphäre, die etwas mit sich bringt. Gerade dieser schleppende und sphärische Part am Ende zieht einen mit in den Abgrund. Und da wollen wir ja alle hin, also im positiven Sinne. Diese Mischung aus nicht übertriebenen, progressiven Elementen und brutalem und drückendem Death Metal passt auf jede Kuhhaut.

Dark Passions bietet genau das, was sie bieten wollen. Eine Mischung aus düsteren Death-Metal-Riffs, apokalyptischen Melodien und einer noch intensiveren Atmosphäre. Gerade dieser langsame und atmosphärische Part mit dem aggressiven screamigen Gesang hat es in sich und bietet ganz großes Kino. Ansonsten drückt man den Hörer quasi an die Wand. Dieser langsame Part erinnert an die Spielweise von Bolt Thrower, nur dass der Part nicht als Death-Metal-Walze unterwegs ist, sondern eben als emotionsvoller Moment. Eine wirklich geile Mischung. Am Ende kommen dann noch Klavierklänge und spacige Klänge dazu. Ja, das macht tatsächlich Spaß, denn die Progressivität, die die Band ins Songwriting mit einbaut, klingt nicht aufdringlich und steht nicht im Vordergrund, sondern wird subtil mit eingearbeitet.

Und so geht die Marschrichtung eigentlich immer weiter und weiter und das Ganze hat schon etwas von einer Art bösartiger Filmmusik, wie zum Beispiel beim Song Im Am The One. Ein ziemlich langes Intro, welches sehr episch, aber auch ein wenig bedrohlich daherkommt, leitet dann einen atmosphärischen Song ein, der sowohl mit langsamen und groovenden Parts aufwartet, aber auch den Knüppel herausholt und dabei recht technische Riffs verwechselt. Man erschafft dabei aber eine sehr interessante Kulisse.

Mit Under A Dying Sky hat man eine Single vorweg veröffentlicht und die spiegelt eben genau das wider, was ich gerade beschrieben habe. Man eröffnet die Geschichte mit einem langsamen, schleppenden und melancholischen Part und erzeugt eine teilweise schon apokalyptische Grundstimmung. Das Tempo bleibt eher langsam, aber das Aggressionspotenzial bleibt hoch. Man baut ein treibendes Midtempo-Riff mit ein und nimmt dann das Tempo wieder raus und erschafft erneut ein filmisches Szenario. Durch die Produktion und durch das Riffing auf der einen Seite wird man zermalmt, durch die Erschaffung der Atmosphäre wird man auf der anderen Seite melancholisch heruntergezogen.

Diese Mischung klingt im Ganzen ganz geil, aber hier und da ziehen sich so einige Parts oder fliegen an mir vorbei. Aber die Idee, die schon fast minimalistischen Riffs mit technischen Passagen und atmosphärischen Momenten zu versehen, kommt ganz gut.

As The World Dies – Nebula
Fazit
As The World Dies bieten eine interessante Mischung aus minimalistischen, progressiven und technischen Riffs und kombinieren diese mit atmosphärischen Elementen. Dadurch wird eine Art filmische Essenz erschaffen, verpackt in einem zermalmenden Death-Metal-Gewand. Die drückende Produktion und das an einigen Stellen noch verbesserungsfähige Songwriting erledigen dann den Rest. Interessante Idee mit Steigerungspotenzial.

Anspieltipps: Consumed und Under A Dying Sky
Michael E.
7.9
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