Assassin – Bestia Immundis

Ins Unreine gedacht

Artist: Assassin

Herkunft: Düsseldorf, Deutschland

Album: Bestia Immundis

Spiellänge: 49:00 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 07.02.2020

Label: Massacre Records

Link: https://assassin-band.de
https://assassinband.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/AssassinOfficial
https://twitter.com/Assassin_Thrash

Produktion: Aufgenommen und gemischt von Marc Görtz im Nemesis Studio in Essen, Gemastert von Olman V. Wiebe (a.k.a. Olman Viper) im Hertzwerk Studio in Hamburg, Coverartwork von Dirk Freder, Layout von Cris Stathopoulos Kremer

Bandmitglieder:

Gesang – Ingo Bajonczak
Gitarre – Jürgen „Scholli“ Scholz
Gitarre – Frank „Blackfire“ Gosdzik
Bassgitarre – Joachim Kremer
Schlagzeug – Björn „Burn“ Sondermann

Tracklist:

  1. The Swamp Thing
  2. Hoch Much Can I Take?
  3. No More Lies
  4. Not Like You!
  5. The Wall
  6. Hell’s Work Done
  7. The Killing Light
  8. Shark Attack
  9. War Song
  10. Chemtrails (Part 1)
  11. Chemtrails (Part 2)

Seit 1983 sind die aus Düsseldorf stammenden Thrasher Assassin bereits auf ihrem Kreuzzug. Nimmermüde und bestrebt, den puren und unverfälschten Thrash Metal zu zelebrieren. Der sechste Longplayer Bestia Immundis bietet uns allerlei Pures und auch reichlich Unverfälschtes. Pur würde ich dabei das grundsätzlich kräftige und aggressiv gehaltene Songwriting bezeichnen wollen. Unverfälscht sind die überwiegend einfach gehaltenen Songstrukturen, die bei einer doch sehr eng verflochtenen Instrumentierung immer noch klar und transparent zum Ausdruck kommen. Letztlich sind dies Attribute, die der Einfachheitshalber geradezu perfekt dazu geeignet sind, um nachvollziehbare Thrash Nummern zu komponieren. Wie man so schön sagt: Weniger ist manchmal mehr. Im vorliegenden Falle jedoch kann das Simple aber auch zur Herausforderung werden.

Das musikalische Fundament liegt im Wesentlichen im Thrash der 1980er Jahre begründet und erinnert unter anderem an Bands wie Sodom oder Destruction. Hinzu gesellt sich eine gehörige Portion Speed, die in der Tat für ordentlich Druck sorgt.

Die Vocals von Ingo Bajonczak kommen dabei für diese Art Thrash Metal erstaunlich melodiös um die Ecke, wofür The Killing Light als Paradebeispiel dient. Ingo Bajonczak intoniert dabei von Track zu Track ohne Mühe und moduliert zwischen räudigen Screams und dezent angedeutetem gutturalen Gesang. Die Vocals sind auch deshalb das Element, welche das Album in sich gesehen auf einem streitbaren guten Niveau halten. Zudem schwingt bei mir im Bereich des Gesangs immer auch ein bisschen Prong Flair mit.

Aber, und das ist die weniger frohe Botschaft, den Songs fehlt über weite Teile hinweg leider die instrumentenbezogene Inspiration und das Pathos. Assassin bedienen sich zu oft der gleichen Herangehensweise an die Songs, sodass sich eine gewisse Tristesse einschleicht. In Shark Attack gipfelt eben diese Abstinenz am maximalen Limit und so wird diese Nummer zum Filler, den es so eigentlich nicht gebraucht hätte.

Die stärkeren Momente des Albums finden sich in The Swamp Thing, No More Lies, Not Like You und Hell’s Work Done wieder. Diese Songs strotzen vor Energie und gehen wohl auch deshalb gut ins Ohr, da hier nicht unnötig rumgespielt, sondern kompromisslos gefightet wird. Atmosphäre, Stringenz und Struktur kennzeichnen diese Nummern.

Erwähnt sei auch noch Hoch Much Can I Take?, hier sind modernere Einflüsse eingebaut, die einen interessanten und erfrischend kreativen Akzent setzen. Chemtrails (Part 1) und Chemtrails (Part 2), als zusammenhängende Tracks, lassen indes mehr erwarten, als am Ende dabei rüberkommt. Ersterer ist ein reines Instrumental ohne nennenswerte Besonderheiten. Zweiter Part geht zwar zügig los, nur verlässt diesen Song bereits nach einigen Metern der Spirit. Er lebt von eintönigen Drums und teilweise zu verspielten Strukturen, wenngleich der Refrain vermag, Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Assassin – Bestia Immundis
Fazit
Was ich diesem Album durchaus abgewinnen kann, ist die Vorstellung, dass einige Songs dieses Albums während eines Gigs sicher zünden. Es fehlt weder an Druck oder Härte, vielmehr an der Qualität im Songwriting. Die ganz starken Momente bleiben aus und dennoch darf den Jungs die Ambition nicht abgesprochen werden. Den Thrash Metal Fans älteren Stuffs dürfte ein Anchecken des Albums sicher gut gefallen. Mit den Outputs aktueller Thrash Bands wie zum Beispiel Dust Bolt oder auch Traitor kann Bestia Immundis gegenwärtig allerdings nicht mithalten. Assassin hatten in der Vergangenheit sicher schon bessere Momente, die zeigen, dass sie es auch anders können. Vielleicht würde sich ein Blick zurück lohnen.

Anspieltipps: The Swamp Thing, No More Lies und Hell's Work Done
Peter H.
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Punkte
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