Battle Beast + Support am 17.11.2019 im Orange Club in Kiel

Kiel als Sprungbrett für das europäische Festland

Headliner: Battle Beast

Vorband(s): Cyhra & Brymir

Ort: Orange Club, Kiel

Datum: 17.11.2019

Kosten: 26,00 € VVK

Genre: Heavy Metal, Power Metal, Melodic Metal, Modern Metal

Link: https://traumgmbh.de/events/battlebeast/

Veranstalter: Master Events (http://www.masterevents.fi/artists/battle-beast/)

Setliste:

Battle Beast:

  1. Unbroken
  2. Familiar Hell
  3. Straight To The Heart
  4. Black Ninja
  5. Endless Summer
  6. I Wish
  7. The Hero
  8. Bastard Son Of Odin
  9. Out Of Control
  10. Eden
  11. No More Hollywood Endings
  12. King For A Day
  13. Beyond The Burning Skies

In Schweden haben Battle Beast die Tour erfolgreich gestartet und nutzen den Sprung aufs europäische Festland mit einem Stopp in Kiel, um die Tour weiter anrollen zu lassen. Im nördlichsten Sektor von Deutschland soll es heute mit Cyhra & Brymir im Orange Club in Kiel hoch hergehen. Dafür hat Master Events aus Finnland ein spannendes Line-Up geformt, welches noch bis Mitte Dezember durch Europa zieht und neben Deutschland diverse Stationen in UK hat. Ausgelassen wird dabei die Heimat von Battle Beast, die mit ihrer Show Städte wie Helsinki nicht bereisen werden. Im Frühjahr 2020 geht es dann schon wieder nach Deutschland und im Verlauf dürfen auch Anhänger in ihrer Heimat den Klängen der Senkrechtstarter jubeln. Bis in den Herbst hinein haben die Skandinavier ein sattes Programm vor der Brust – soweit ist es jedoch noch nicht und so schauen wir mal, was in Kiel alles bewegt werden kann.

Als Erstes steigen Brymir in den Ring, die ebenfalls aus Helsinki stammen und nach der Show in Herford zurück nach Finnland kehren, um dort noch acht Shows im Dezember zu spielen. Sie selber nennen ihre Kunst Glorious Extreme Metal. Dahinter versteckt sich ein melodischer Death Metal mit Zügen des Symphonic Metal. Gegründet wurden sie 2006 und bis auf Schlagzeuger Patrik Fält blickt das Line-Up auf eine feste Riege an Gründungsmitglieder, die Songs wie Gloria In Regum, Ride On, Spirit! oder Chasing The Skyline anstimmen. Das dritte und somit aktuelle Langeisen Wings Of Fire darf da natürlich nicht zu kurz kommen. Mit Out Of Line Music haben sie einen spannenden Partner an ihrer Seite. Als einfache Lückenbüßer wollen sie die Stage jedenfalls nicht verlassen. Fünf von den sechs Stücken stammen tatsächlich vom starken Silberling Wings Of Fire vom März dieses Jahres. Nur For Those Who Died tanzt da aus der Reihe. Wie dem auch sei – Leader und Sänger Viktor Gullichsen kann man nichts Negatives nachsagen, Gleiches gilt für den gesamten Tross, der natürlich noch Luft nach oben hat.

Wer den Orange Club noch nicht kennt: Er fasst gut 350 Leute und befindet sich im Industriegebiet in Kiel. Eine Straßenbahn als Tresen ziert das rustikal gehaltene alte Fabrikgebäude. Mit Cyhra schickt Nuclear Blast nun die zweite Band des Abends an den Start, die ihren Labelkollegen von Battle Beast gehörig einheizen sollen. Gegründet im Tourstartland Schweden bringen die vier Protagonisten noch mehr Power mit. Die Bewegungen auf und neben der Bühne werden intensiver. Blood Brothers und Letter To Myself bringen bombastische Momente mit. Das Studioalbum No Halos in Hell, ebenfalls aus diesem Jahr, steht den Skandinaviern gut zu Gesicht. Ungläubig blickt man da auf die Karriere der Band, die erst zwei Alben veröffentlicht hat. Dafür versprühen sie eine professionelle Handschrift und haben Spaß an ihren Songs wie Dreams Gone Wrong oder Battle From Within. Während man den Gerstensaft die trockene Kehle herunterrinnen lässt, zeigt Sänger Joacim „Jake E.“ Lundberg, was er auf dem Kasten hat. Die verschiedenen Gesangsfarben gehen butterweich in die Ohren. Mit ein wenig mehr Zeit auf der Uhr haben Cyhra wirklich genug Platz, um ihr Können auf den Punkt zu bringen. Auch wenn man noch nicht viel von der Gruppe mitbekommen hat, Stücke wie Man Of Eternal Rain, Out Of My Life und Forever bleiben hängen. Neben den bombastischen Atmosphären setzten sie auf einfühlsame Balladen. Neben Einflüssen vom Headliner mischen sie auch schöne Züge der erfolgreichen Amerikaner Kamelot mit in ihre Tracks. Das Ergebnis: Diese Kombo möchten viele Besucher in Kiel noch mal wiedersehen.

Da wo Cyhra hin wollen, stehen Battle Beast bereits. Ihre Chance bei Nuclear Blast optimal genutzt, konnten auf Touren mit Powerwolf oder Sabaton in Handumdrehen diverse Fans gewonnen werden. Mit Sängerin Noora Louhimo, die die fünf Männer seit sieben Jahren führt, zählen sie in der Szene als kraftvoller Liveact, der jeden Abend eine hohe Performance auf die Bretter bringt. Daran geizen die Finnen ganz sicher nicht. Gut aufgelegt wirken sie noch sehr frisch, das könnte im Dezember oder gar Oktober 2020 ganz anders aussehen. Ohne Rücksicht auf das kommende Pensum werden Unbroken, Familiar Hell und Straight To The Heart angestimmt. Wie die beiden Vorgänger, haben auch die beiden Gitarristen Juuso Soinio und Joona Björkroth neues Material mit im Gepäck. No More Hollywood Endings konnte im März bis auf Platz elf der Albumcharts in Deutschland vordringen. Absolut verdient, wie ich finde. Eine Formation, die so sehr ackert wie Battle Beast, die heute in Kiel vor einem kleinen Publikum alles geben, hat jeden Respekt verdient. Versteht mich nicht falsch, es ist nicht wenig los, nur ist die Location schon eher eine der kleineren, wo man die sechs Musiker noch antrifft. Black Ninja macht den Schlenker in den Mittelteil, der mit Bastard Son Of Odin und Out Of Control weiter zur Partymacht zementiert wird. Die Gesichter drängen sich eng an die Bühne, derart dicht kommt an seine Helden wohl nicht wieder. Authentisch, mit einer Handbreite Abstand zum wilden Pulk, drehen Battle Beast das letzte Mal laut auf. King For A Day und Beyond The Burning Skies dürfen es richten. Keine schlechte Wahl – auf den verschwitzen Gesichtern sieht man die positiven Reaktion, die noch Minuten nach dem letzten Riff anhalten.

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