Blood.Shot.Down. – The Great Escape

Die Hauptstadt Beats im Hardcore Gewand

Artist: Blood.Shot.Down.

Herkunft: Berlin, Deutschland

Album: The Great Escape

Spiellänge: 32:43 Minuten

Genre: Hardcore, Post Hardcore, Groove Metal

Release: 16.04.2021

Label: Coretex Records

Link: https://www.facebook.com/bloodshotdown

Bandmitglieder:

Gesang – Devrim
Gitarre – Maze
Gitarre – Frank
Bassgitarre – Zimmse
Schlagzeug – Theo

Tracklist:

  1. The Cut
  2. The Youth Of Today
  3. The So Called Charitiy
  4. The Last Kiss
  5. Unser Herz
  6. The Shot
  7. The Repetition
  8. The Castaway
  9. The Light In The Dark
  10. The Obsession

Die Mitglieder von Blood.Shot.Down. blicken auf über zwei Jahrzehnte Erfahrung zurück, die jeder einzelne Musiker bereits bei anderen Combos inhalieren konnte. Alle Bands aufzuzählen würde hier gar den Rahmen sprengen. Festivals vom Vainstream über das Full Force oder das Summer Madness wurde beackert. Bühnen teilten die Musiker bereits mit Slayer, Parkway Drive oder Haven Shall Burn. Unbefleckt oder gar blutjung sieht anders aus. Blood.Shot.Down. wurden vor gut fünf Jahren gegründet, um die Hardcore Abrissbirne auf’s Neue aufzuziehen und nicht nur Wände, sondern ganze Mauern zum Einstürzen zu bringen. Seit November 2019 ist die Band nun komplett mit einem zweiten Gitarristen und das Debütalbum The Great Escape bringt seit einigen Tagen die Köpfe eines jedes Willigen zum Kreisen. In 30 Minuten kommen zehn Nummern zum Tragen, die vom Coretex Records Label verschossen werden.

I Have A Dream Sampler von Martin Luther King dürfen seine Spuren auf dem Silberling hinterlassen. Als Erstes rollt aber der Opener The Cut an und schneidet tiefe Wunden bis aufs weiße Fleisch. Kernige Breaks und schnelle Dampfwalzen mähen das unwegsame Gelände, damit die weiter zermürbenden Angriffstruppen schneller an ihr Ziel kommen. Ruckzuck und immer drauf. Nach dem Motto agiert The Youth Of Today. Lange fackeln Blood.Shot.Down. nicht, schnelle Drei-Minuten-Kracher sollen es reißen. The Repetition mit genau vier Minuten ist bereits ein Langstück und offenbart, welche Masche hinter der Truppe steckt. Schnell aus dem Versteck, überfallartig attackieren und dann ab durch die Mitte. Gut unterwegs kann maximal die geringe Differenz zwischen den Geschossen negativ ausgelegt werden. Recht ähnlich servieren die fünf Berliner einen Todesstoß nach dem anderen. Wer jetzt denkt, Sänger Devrim läuft nur mit der durchgezogenen Knarre in der Runde, irrt gewaltig. Kleine Stilbrüche beleben auch bei der neuen Formation das Geschäft. Groovende Passagen lassen prasselnde Stampfer umso brachialer wirken und nach kleinsten Ruhephasen gibt es immer schön einen auf die zwölf. Eine deutsche Nummer haben die Jungs um die beiden Gitarristen Maze und Frank auch noch parat. Dabei macht Devrim einen ähnlich gestanden Eindruck wie bei den andern Auswüchsen der Hölle. Ich muss sagen, mir gefällt der Titel in Landessprache richtig gut, davon können Blood.Shot.Down. mehr servieren. Wie auf einem Pulverfass gebunden, legen die Deutschen weiter nach. Kleine Haare in der Suppe kann man, wie bei allem, wenn man möchte, sicherlich finden – unterm Strich machen die fünf Recken jedoch einen guten Job, den man mal hervorheben muss. Der eingeschlagene Weg ist kein neuer und um so schwerer ist es daher, den Kopf über Wasser zu halten, um nicht in der breiten Masse den Weg über die schneller werdenden Stromschnellen inklusive Wasserfall in die Tiefe zu nehmen.

Blood.Shot.Down. – The Great Escape
Fazit
Besser als gedacht und nicht weniger als versprochen, was die Männer aus der Hauptstadt hier auf ihrem Debüt verankert haben. Schnelle Tracks beleben das Geschäft und machen Blood.Shot.Down. interessant. Hier und da dürfte es einfach mehr sein. Damit beziehe ich mich auf mehr Härte, einen kräftigeren Biss und noch dickere Eier. The Great Escape kann man schon gut anbieten. Mal sehen, was in der Zukunft da noch auf uns zukommt. Auf einer Bühne können Devrim und Co. ganz bestimmt einen Wirbelsturm der Verwüstung heraufbeschwören. Für eine ausgewogene Platte fehlt es nur an Nuancen. Mehr deutsche Tracks wären da vielleicht eine Option. 

Anspieltipps: Unser Herz und The Repetition
René W.:
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