Brunhilde – To Cut A Long Story Short

Endlich! Das lang erwartete Album der Nürnberger

Artist: Brunhilde

Herkunft: Nürnberg, Deutschland

Album: To Cut A Long Story Short

Spiellänge: 47:47 Minuten

Genre: Metal, Punk

Release: 26.02.2021

Label: Count & Countess

Link: https://www.facebook.com/brunhilderocks/

Bandmitglieder:

Gesang – Caro Loy
Gitarre – Kurt Bauereiß
Bass – Daniel Wicke (Gastmusiker)
Schlagzeug – Bastian Emig (Gastmusiker)

Tracklist:

  1. Miss God
  2. Hell Or High Water
  3. Judas
  4. Where Are You Going?
  5. When You Were Born (I Was Already Dead)
  6. In My Head
  7. All Is Lost
  8. Come Out Come Out
  9. I´m Crying
  10. Choir Boy
  11. Digging Ditches
  12. Sleep With My Enemy
  13. So Bad
  14. It´s All Lies

Die Female-Frontend Band Brunhilde, benannt nach der Gattin von König Gunther aus der Nibelungensage, ist im Kern ein Duo aus Nürnberg. Gegründet 2014, bringen sie nach Dollhouse (2015) und Behind My Mind (2017) ihr drittes Full Length Album heraus.

Kurt Bauereiß und Carolin Loy (Copyright: PaceArt)

Die Sängerin und Texterin Carolin „Caro“ Loy und der Gitarrist Kurt Bauereiß bilden das Fundament dieser Punk-, Hardrock- und Metal-Band. Derzeit ergänzen sie die Band mit „Gastmusikern“. Dem Bassisten Daniel Wicke (ex-Inlegend) und dem Schlagzeuger Bastian Emig (Inlegend, Van Canto) wird derzeit diese Rolle zuteil. Das dürfte auch der Grund sein, dass Live-Auftritte eher selten waren. Zudem betreibt Kurt noch das Streetlive-Studio in Fürth, das auch schon von Hämatom besucht wurde.

Das Debütalbum Dollhouse ist zumindest textlich eine reine Punkscheibe und bekommt auch prompt Schwierigkeiten mit der Zensur. Caro schreibt dabei ihre Texte schon mit Umschreibungen und Metaphern. Ist das zweite Album noch im ähnlichen Stil, werden sie danach von Produzent Charlie Bauerfeind (u.a. Motörhead, Blind Guardian, Helloween) entdeckt. Der verrät: „Ich fand die Band auf Anhieb cool – auch weil Brunhilde musikalisch sehr abwechslungsreich sind. Ich habe der Band geholfen, auf den Punkt zu kommen, Struktur in ihre Stücke zu bringen. Wir haben sämtliche Songs auf ihr Grundgerüst runtergebrochen. Wir wollten die reine Essenz der Songs.“ Somit ist er für die Stiländerung auf To Cut A Long Story Short verantwortlich. Seit gut einem Jahr bringen Brunhilde nun Singles und Videos als Vorboten zu diesem neuen Album heraus. Dem Erfolg dieser Titel geschuldet, schoben sie die EP Choir Boy auf den Markt, um die Wartezeit ein wenig zu verkürzen. Drei der vier Songs finden sich dann auch auf dem neuen Album wieder.

Caro Loy und Evil Jared, Quelle: m2 mediaconsulting

Miss God besticht durch einen tiefen Basslauf. Ein Street-Punk Song, der einen auf die kommenden Songs einnordet. Hell Or High Water nimmt dann ein wenig mehr Fahrt auf. Caro beweist, dass ihre Stimme nicht nur Punk kann. Judas erinnert mich an die Hardcore-Punksongs der 90er-Jahre und wird eine mögliche A-Seite einer Vinylausgabe beschließen. Where Are You Going? nimmt dann erst einmal etwas Fahrt aus der Party, um sich dann wieder zu steigern. Die Single aus dem Jahr 2020 wartet mit Gaststar „Evil“ Jarred Hasselhoff, ex-Bassist der Bloodhound Gang am Bass auf. Mit When You Were Born (I Was Already Dead) schließt sich eine weitere Single aus 2020 an. Der Song war auch schon auf der EP Choir Boy vertreten, die einen Appetithappen zu diesem vollen Album darstellen sollte.

In My Head lässt eben jenen sofort bewegen. Harte Riffs laden zum Bangen ein, werden durch Tempowechsel aber wieder ausgebremst. Mit All Is Lost, einer weiteren Single aus 2020, schließt sich dann Seite B. Ein ruhiger Song zum Luftholen. Come Out Come Out ist vom Stil her ein ganz anderer Song. Ein Midtempostück, das schon fast nach Poprock klingt. Die Facetten der Band sind vielfältig.

Mit I’m Crying bekommt man dann zu Beginn wieder einen herrlichen Basslauf auf die Ohren. Insgesamt steigert sich der Song, wartet aber mit einer Reihe Tempiwechsel auf. Dazu Caros Stimme in verschiedenen Lagen. Ein Titel, der den Kopf wieder in Bewegung setzt. Der Titelsong der EP, Choir Boy, schließt sich an. Old School Rock mit Chor, aufgemotztes Tempo und eine variantenreiche Stimme prägen diesen Titel. Digging Ditches beschließt dann schon die C-Seite der Vinyl. Ein Hardrock-Song mit bestechendem Refrain und einprägsamer Melodie.

Sleep With My Enemy schließt sich im Stil an, nimmt aber wieder Fahrt auf. Die Highlights dann zum Schluss. So Bad ist eine umwerfende Coverversion von Nina Hagens Song. It’s All Lies, ebenfalls von der Choir Boy EP, bildet dann den Abschluss einer Full Length Scheibe, die für mich im neuen Jahr zu einem Dauerbrenner geworden ist. Mit fünf Minuten ist er der längste Track und fängt ganz langsam nur mit Klavier und dem gefühlvollen Gesang von Cora an. Erst spät setzen Streicher ein. Tempo nimmt der Song allerdings nicht auf und ist die Quotenballade auf dem Album.

Eins haben alle Stücke gemeinsam: eine magische Mixtur aus harten Riffs und blondem Gift mit literweise Herzblut! Ein Interview mit Carolin Loy und Kurt Bauereiß von Brunhilde zum neuen Album lest ihr ebenfalls hier.

Das Album wird auf allen digitalen Kanälen erhältlich sein. Als physikalischen Datenträger wird es eine CD sowie eine Vinyl-Ausgabe geben. Beide Versionen können schon vorbestellt werden.

Brunhilde – To Cut A Long Story Short
Fazit
Ich bin voreingenommen. Endlich das neue Album! Es ist punkig, es ist rockig, es lebt von Tempiwechsel und hat großartige Songs am Start.

Anspieltipps: Where Are You Going?, So Bad und It's All Lies
Norbert C.
9
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Punkte
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