Ceild – A View

“Innovativ aber gewöhnungsbedürftig“

Artist: Ceild

Herkunft: Avignon, Frankreich

Album: A View

Spiellänge: 47:43 Minuten

Genre: Instrumental Metal

Release: 25.01.2019

Label: CMM GmbH / SAOL

Link: https://de-de.facebook.com/ceildband/

Produktion: Jonathan Maurois und Charles Férec

Bandmitglieder:

Gitarre – Charles Férec
Gitarre – Clément Bodin
Bassgitarre – Esteban De Rocquigny
Schlagzeug – Théo Begue

Tracklist:

1. A View…
2. Sailed
3. Around
4. Elephant
5. Vibration
6. Falaise
7. Thoughts
8. Erased
9. …From The Inside

Nach dem lobenswerten 2015er-Debüt At The Heart Of The Tree veröffentlichen die französischen Ceild ihr neues Studioalbum A View. Dabei hat sich das Quartett, welches für die Produktion des Silberlings auf Hypno5e-Schlagzeuger Théo Begue zurückgreifen musste, der inzwischen durch Neuzugang Antoine Van der Zijden ersetzt wurde, ein innovatives Konzept verordnet: Die neun Tracks des Albums beschreiben den Blick eines nicht näher spezifizierten Wesens auf die Welt aus deren Innerstem, wobei man gänzlich auf das gesprochene Wort und somit den Gesang verzichtet. Damit bilden der Opener A View… und der Rausschmeißer …From The Inside mehr als nur den musikalischen Rahmen.

Was sich von der Idee her spannend anhört, kann mich jedoch nur wenig überzeugen. Zwar wird schon beim ersten Durchlauf klar, dass die Franzosen recht virtuose Instrumentalisten sind und auch die Songstrukturen sind wohl durchdacht, allerdings plätschern die Stücke eher vor sich hin, als wirkliche Emotionen zu transportieren. So wirkt bereits das instrumentell überzeugende A View… sehr angestrengt, obwohl es der Band bisweilen sogar gelingt, gesangähnliche Klänge zu erzeugen. Auch dem technisch anspruchsvollen, durch zum Titel passendes Meeresrauschen eingeleiteten Sailed fehlt es meines Erachtens an der erforderlichen Eingängigkeit. Dennoch beweisen die Franzosen auch hier, dass sie ihr Handwerk beherrschen. So wird das Stück zunächst von monotonen Resonanzen getragen, bevor es von milden, fast beschaulichen Tönen aufgebrochen wird und auch das von Gastmusiker Manuel Rubio beigesteuerte Saxophon verfehlt seine positive Wirkung nicht. Alles in allem bleibt das Album jedoch eine gewöhnungsbedürftige experimentelle Instrumentalaufarbeitung verschiedener Death- und Black-Metal-Einflüsse mit avantgardistischem Anstrich. Daran ändern auch das sehr gelungene, mit einer äußerst harmonischen Cello-Einlage von Raphaël Verguin aufwartende Elephant oder das etwas rasanter daherkommende Falaise nichts.

Fazit: Auch wenn es Ceild mit ihrer Veröffentlichung A View zweifelsohne gelingt, innovative Wege zu beschreiten und auch instrumental zu überzeugen, so gerät das Konzeptalbum meines Erachtens nur wenig eingängig und bleibt daher – trotz ansprechender Passagen – gewöhnungsbedürftig. Dennoch sollten Freunde instrumentellen, progressiven Schaffens hier mal ein Ohr riskieren.

Anspieltipps: Sailed und Elephant
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