Coroner – R.I.P. und No More Color (Re-Release)

“Das Angebotene bleibt wie gehabt positiv, aber wie sieht die Zukunft aus?“

Artist: Coroner

Herkunft: Zürich, Schweiz

Album: R.I.P. und No More Color (Re-Release)

Spiellänge R.I.P.: 45:01 Minuten

Spiellänge No More Color: 34:22 Minuten

Genre: Technical Thrash Metal

Release: 18.05.2018

Label: Century Media Records

Link: https://www.facebook.com/pg/coronerband/about/?ref=page_internal

Bandmitglieder:

Gesang, Bass – Ron Broder
Gitarre – Tommy Vetterli
Schlagzeug – Diego Rapacchietti

Tracklist R.I.P.:

  1. Intro
  2. Reborn Through Hate
  3. When Angels Die
  4. Intro (Nosferatu)
  5. Nosferatu
  6. Suicide Command
  7. Spiral Dream
  8. R.I.P.
  9. Coma
  10. Fried Alive
  11. Intro (Totentanz)
  12. Totentanz
  13. Outro

Tracklist No More Color:

  1. Die By My Hand
  2. No Need To Be Human
  3. Read My Scars
  4. D.O.A.
  5. Mistress Of Deception
  6. Tunnel Of Pain
  7. Why It Hurts
  8. Last Entertainment

Der teuflische Trio Coroner zaubert technischen Trash Metal aus den Alpen zu uns ins platte Land. Über Century Media Records wurden die beiden Platten R.I.P. und No More Color neu unter das Volk gemischt. Extrem ruhig wurde es um die Kapelle seit ihrer Auflösung im Jahre 2005. Bereits zwei Jahre davor wurde das letzte Langeisen Grin veröffentlicht. Im Jahre 2011 zum neuen Leben erwacht, wurde es nicht wirklich lebendiger um Coroner, die bis jetzt immer noch kein neues Material herausgebracht haben. Die Tatsache, dass Century Media Records nun zwei alte Alben noch mal um den Globus jagt, lässt vermuten, dass die Maschinerie endlich wieder ins Rollen kommt. Den Fans, die immer noch die Treue halten, wäre es zu wünschen.

R.I.P. kommt auf eine glatte dreiviertel Stunde Spieldauer, wo die drei Männer tatsächlich die heimischen Top 100 erobern konnten. No More Color legt da sogar noch einen drauf und schaffte es auf einen grandiosen 63. Rang. Kaum zu verstehen, dass die Band diese Basis nicht weiter genutzt hat, denn die Alben kann man noch heute als stark beurteilen. Mit ihrem Stil aus Technical und Speed Thrash Metal kommen sie ganz nah an den Death Metal heran. Das liegt zudem mit am Bassisten und Sänger Ron Broder, der halb growlend die Lyrics ins Mikrofon bläst. No More Color mit gerade einmal einer guten halben Stunde Spielzeit vergeht wie im Fluge. Stücke wie Die By My Hand oder Mistress Of Deception bleiben hängen und machen Lust auf eine Neuauflage 2018. Die zu Grabe getragene Band könnte von Ron Broder, Tommy Vetterli (Gitarre) und Diego Rapacchietti (Schlagzeug) schnell wieder zum Leben erweckt werden. Wie Celtic Frost wurden die Schweizer Mitte der 1980er Jahre vom deutschen Label Noise Records unter Vertrag genommen. Das erste Album über das Label war damals R.I.P., welches in meinem Geburtsjahr 1987 erschien. Die Platte erhielt hervorragende Kritiken und wurde über 50.000 mal verkauft. Neben den progressiven Tendenzen kommen feine Ansätze aus Jazz und klassischer Musik aus dem wüsten Geschwür heraus. Nach dem dritten Album No More Color absolvierte die Band ihre erste Headliner-Tournee durch Europa und wurde dabei von Watchtower unterstützt. Vielleicht kann man an diese gute alte Zeit noch mal anknüpfen. Dass der Thrash Metal noch lebt, beweisen die Genrespitzen seit Jahren!

Fazit: Jüngere Fans können bei beiden Studioalben ohne Bedenken zugreifen. Typische Thrash Salven werden durch abwechslungsreiche Elemente in Schwung gehalten. Coroner haben eine Eigendynamik, die der Band noch heute gut zu Gesicht steht. Das Bedauerliche an der ganzen Geschichte sind die ganzen Jahre, die irgendwo verloren gegangen sind, ohne den Namen weiter fest in die Schädel des Thrash Volks zu brennen. Da darf man echt gespannt sein, ob es einen ernsthaften neuen Angriff des Trios gibt oder diese beiden Re-Releases nur als Strohfeuer zu bewerten sind.

Anspieltipps: When Angels Die und Die By My Hand
Rene W.
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