D-A-D, A Tour For The Loud 2019 im Hamburger Docks am 18.12.2019

Dänisch Dynamite wird durch Dolce Vita Rock aus Italien ergänzt

Eventname: D-A-D, A Tour For The Loud 2019

Headliner: D-A-D

Vorband: Hangarvain

Ort: Docks, Hamburg

Datum: 18.12.2019

Kosten: 35,00 € VVK,  Ausverkauft

Genre: Rock, Hard Rock, Classic Rock

Besucher: 1250 Besucher

Links: http://www.dad.dk/
https://www.facebook.com/Hangarvain/
https://www.docks-prinzenbar.de/

Setlisten:

Hangarvain

  1. Into The Hangar
  2. Rock Down The House
  3. Keep Falling
  4. A Coke Shot
  5. Old Train
  6. Father Shoes
  7. Free Bird
  8. Black Betty
  9. Sliding To Hell

D-A-D

  1. Burning Star
  2. Evil Twin
  3. Jihad
  4. Rim Of Hell
  5. Nothing Ever Changes
  6. Everything Glows
  7. A Prayer For The Loud
  8. Grow Or Pray
  9. The Sky Is Made Of Blues
  10. Jackie O
  11. Riding With Sue
  12. The Real Me
  13. Monster Philosophy
  14. I Want What She’s Got
  15. No Doubt About It

Zugabe:

  1. Bad Craziness
  2. Sleeping My Day Away
  3. Laugh’n’A 1/2
  4. It’s After Dark

Im Rahmen der D-A-D Tour For The Loud geben die Dänen heute im Hamburger Docks das letzte Konzert. Das Docks ist ausverkauft und so hat sich bereits kurz vor sieben eine lange Schlange vor den noch geschlossenen Türen gebildet. Mit Glück kommen wir früh rein und haben so einen guten Platz am Bühnenrand.

Pünktlich um 20:00 Uhr geht es mit den Italienern Hangarvain los. Die mir bisher total unbekannte Truppe kann aber ab der ersten Minute überzeugen. Mit Into The Hangar legen die Neapolitaner los und zeigen, dass Italien auch rocken kann. Kein Metal, aber guter, geradliniger Rock. Sänger Sergio Toledo Mosca und Gitarrist Alessandro Liccardo bilden da wohl das Grundgerüst und werden durch die Rhythmusgruppe, bestehend aus Bassist Gabo Sinatra und Drummer Simone Crimi tatkräftig unterstützt. Gerade Letzterer fällt durch sein ausdrucksstarkes Spiel auf und ist bereits ab der ersten Minute verschwitz. Er erinnert leicht an das Tier bei den Muppets. Das bereits gut gefüllte Docks lässt sich dann auch anstecken und so liefern die Italiener mit Rock Down The House, A Coke Shot oder Father Shoes gute Klassic Rock Musik ab. Die Inspiration dürfte von den Rival Sons, Kid Rock oder Lynyrd Skynyrd kommen. Das ist ein Einstand nach Maß und mal wieder hat eine Vorgruppe voll überzeugt und überrascht. Beim Ram Jam Cover Black Betty schaffen sie es, dass viele den Refrain mitsingen und klatschen. Gelungen.

Nun erfolgt der schnelle Umbau, denn D-A-D (früher hießen sie mal Disneyland After Dark) nutzen die gesamte Bühne. Um 21:00 Uhr gehen die Lichter aus und D-A-D betreten die Bühne. Die vier Herren um Jesper Binzer legen mit Burning Star von der aktuellen Platte los. Vom ersten Moment an haben sie das Docks fest in der Hand. Da die Band bereits seit 1984 besteht und in der Zeit bis heute nur einmal den Drummer gewechselt hat, stehen hier 35 Jahre Berufserfahrung. Das hat für ihren Bekanntheitsstatus in Dänemark und auch in Deutschland gesorgt.

Jesper sieht wie immer aus. Jeansjacke mit Fransen, dunkle Hose, ’ne Gitarre und lange Haare. Eben ein Rocker. Links steht Gitarrist und Bruder Jakob Binzer, der mit seinen schwarzen Klamotten und Zylinder auch in ein Theaterstück passen würde. Rechts sorgt Bassist Stig Pedersen mal wieder für Erstaunen. Zunächst bedient er einen blau leuchtenden Bass und stellt sich gleich auf die Bass Drum von Laust Sonne, der mit einem pastellfarbenen, mintblauen Anzug für Miami Vice Feeling sorgt. Es geht weiter mit Evil Twin und Jihad. Danach steht erst mal ein Basswechsel an. Das neue Instrument ist einem Eisernen Kreuz nachempfundene und das Halsende ist mit einem Doppeldecker verziert, in dem die beiden Basssaiten enden. Er braucht immer nur zwei, alles andere sei überflüssig, so Stig Pedersen. In der Zwischenzeit schafft es Jesper, dem Publikum einzureden, dass heute Freitag sei. Dadurch kann ausgiebig gefeiert werden. Viel Bier und gute Laune gehören ebenfalls dazu. Alle Ansagen werden von Jesper gemacht, der in deutschem Kauderwelsch immer mal wieder fragt: „Haben Sie verstanden, was ich meine?“, was wiederum laut bejaht wird. Die Stimmung ist mächtig gut und die Anekdoten von der Tour in Deutschland erfüllen ihren Zweck und erheitern. Da es der letzte Tag der Tour ist, haben die Bands natürlich viele Kilometer auf der Autobahn zurückgelegt, was auch gleich mit in das Repertoire einfließt. „Ganzen Monat fahn, fahn, fahn auf der Autobahn, verstehen Sie, was ich sage?“ Tönt es aus den Boxen. Natürlich kommt auch die Musik nicht zu kurz. Songs aus allen Zeiten der Bandgeschichte stehen auf der Setlist.

Eins der Highlights ist dann Grow Or Pay bei dem Jesper Binzer mal die Lead Gitarre übernimmt. Meist ist sein Bruder Jacob derjenige, welcher da den Hut, äh Zylinder aufhat, aber hier brilliert mal ein anderer. Weiter geht es mit The Sky Is Made For Blues, Jackie Q und Riding With Sue. Ich kann verstehen, weshalb die 1250 Zuschauer so begeistert sind. Hier wird guter Rock geboten, der einen einfach nicht stillstehen lässt. Immer wieder fällt Stig Pederson auf, der mehrere seiner Bässe mit hat. Zum Einsatz kommen heute aber nur fünf aus seiner selbst gebauten, umfangreichen Sammlung. Da der Bassist eine große Rolle bei D-A-D spielt, darf Stig auch bei zwei Songs von Call Of The Wild ans Mikro und macht seine Sache erstaunlich gut. Bei Monster Philosophy wird nochmals das Publikum gefordert. Mitklatschen bis auf den dicht gedrängten Balkon ist angesagt und das klappt auch gut. Dann gibt’s noch ein „Telefongespräch“ mit dem imaginär weit weg seienden Laus Sonne, der mit Jesper ein Zwiegespräch führt. Das ist ganz nett, da auch das Publikum mit einbezogen wird, dass immer lauthals singen muss: Laus wir lieben dich“. Nach gut anderthalb Stunden kommt mit No Doubt About It dann aber der letzte reguläre Song.

Natürlich gibt es eine Zugabe. Diese fängt dann mit Bad Craziness und Sleeping My Day Away an. Das dürfte wohl der bekannteste Song von D-A-D sein, und so wird der natürlich auch noch abgefeiert. Danach wird es etwas ruhiger, während die beiden Brüder mit der akustischen Gitarre vorne am Bühnenrand stehen. Der Track Laugh’n ½ ist der Vorletzte und zaubert so etwas wie vorweihnachtliche Stimmung in das Docks. Nach dem letzten Song After Dark, der nochmals textsicher mitgesungen wird, ist dann endgültig Schluss. Die Halle wird sprichwörtlich freigekehrt und so müssen alle, ob sie wollen oder nicht, zügig raus.

Fazit: So machen Konzerte Spaß. Tolle Stimmung, zwei klasse Bands, bei der natürlich der Headliner dominierte. D-A-D kann ich nur wärmstens empfehlen. Das ist gute, rockige Unterhaltung und macht richtig gute Laune.

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