Deserted Fear – Drowned By Humanity

„Thüringer Death Wurst gegen schwedische Death Köttbullar“

Artist: Deserted Fear

Herkunft: Eisenberg / Deutschland

Album: Drowned By Humanity

Genre: Melodic Death Metal

Spiellänge: 47:29 Minuten

Release: 08.02.2019

Label: Century Media Records

Link: www.desertedfear.de

Bandmitglieder:

Gitarren, Bass – Fabian Hildebrandt
Gitarren, Gesang – Manuel Glatter
Schlagzeug – Simon Mengs

Tracklist:

01. Intro
02. All Will Fall
03. An Everlasting Dawn
04. The Final Chapter
05. Reflect The Storm
06. Across The Open Sea
07. Welcome To Reality
08. Stench Of Misery
09. A Breathing Soul
10. Sins From The Past
11. Scars Of Wisdom
12. Die In Vain
13. Tear Of My Throne (re-recorded)

Am 08.02.2019 erscheint die neue, mittlerweile vierte Scheibe von Deserted Fear bei Century Media Records. Die haben sich erneut nicht lumpen lassen und spendieren neben der Digipack CD und dem schwarzen Vinyl noch weitere farbige Vinylausgaben ihrer Thüringischen Melodic Death Metal Vorzeige Band. So gibt es die Vinyls noch in transparent blau (100 Stück) und in clear (200 Stück).

Deserted Fear sind spätestens seit ihrem letzten Album Dead Shore Rising in aller Ohren. Dies erschien, wie auch das nun vorliegende neue Album Drowned By Humanity bei Century Media Records. Century Media Records ließ es sich nach dem Erfolg von Dead Shore Rising, auch nicht nehmen, die beiden Erstlinge My Empire (2012) und Kingdom Of Worns (2014) Ende 2018 wieder zu veröffentlichen.

Live habe ich die Thüringer schon mehrmals gesehen, unter anderem auf dem Metal Frenzy letztes Jahr und kurz vor Neujahr auf der Schrei!Nachten! Tour zusammen mit den Apokalyptischen Reitern in meiner Heimat in Andernach.

Die sehr sympathischen Jungs gehen auf dem nun vorliegenden Album Drowned By Humanity ihren Weg des klassischen Melodic Death Metals konsequent weiter. Das heißt Todesmetal mit einem erhöhten Anteil an Melodien, in Tradition solcher Bands wie At The Gates oder Edge Of Sanity. Nachdem sich bei der Produktion des letzten Albums Dan Swanö verantwortlich zeigte, schnappten sie sich nun den schwedischen Produzenten Henrik Udd. Dieser hat sein Handwerk beim weltberühmten Studio Fredman erlernt, das sich für die Erfindung des Sounds vom Swedish Death Metal verantwortlich zeigt. In Flames, At The Gates, Soilwork und Arch Enemy haben durch das Studio Welterfolge gefeiert. Praktisch die nächste Generation Swedisch Death Metal. Auf diesem Album stark geprägt durch die Deutschen Deserted Fear.

Schwedisches, melodisches Riffing hört man nur allzu gerne auf solchen Songs All Will Fall oder auch An Everlasting Dawn, die beide hintereinander nach dem Intro der Platte kommen.
The Final Chapter hat dann einen ganz anderen Charakter. Der Song kommt eher schleppend riffbetont rüber.

Mit Reflect The Storm geht es auf neue Höhen und Segel werden gesetzt. Das macht richtig Spaß. Accross The Open Sea leitet uns mit einem Sample nur über zu Welcome To Reality. Die Wirklichkeit ist hart und erbarmungslos. Welcome To Reality ist wirklich ein Killersong. Harte Riffs und wahnsinnige Voices von Manuel Glatter. Ich frage mich sowieso immer, wie so ein Hänfling solche Growls rausschleudern kann. Welcome To The Reality – basta, da gibt es nichts hinzuzufügen.

In Stench Of Misery gehen wir im Midtempo wieder etwas gemäßigter zu Gange, nicht aber Simon Mengs, der seinem Schlagzeug mächtig zusetzt.

Sehr geile Gitarren eröffnen A Breathing Soul. Vorangetrieben wird A Breathing Soul vor allem durch Manuels Stimme und die Gitarren. Der Song ist echt ein Seelenbrecher.

Nach einem Seelenbrecher kommen natürlich Sins From The Past hoch und malträtieren die Seele erneut. Dies in einem angenehmen Tempo mit sehr harmonischen Gitarren. Wesentlich wüster und donnernder entlädt sich dann Scars Of Wisdom. Die Voices werden nur so schön dahin gerotzt zwischen den zahlreichen Gitarrengewittern. Das hinterlässt bestimmt Narben.

Die In Vain lässt kurz vor Ende der Platte nochmals richtig extrem in den Death blicken. Teilweise wirkt er durch seine Melodien auf mich wie ein Soundtrack, der in sich immer schneller wird und wirkt und eine Geschichte erzählt.

Tear Of My Throne ist die Neuaufnahme eines bislang unveröffentlichten Demo-Tracks von Deserted Fear. Er hebt sich ein wenig von dem Restmaterial der Platte ab, da er insgesamt noch ein Stück roher die Mucke hinlangt. Harmonische Elemente sind zwar auch enthalten, aber insgesamt kommt der Song noch ein wenig härter und mehr old school mäßig rüber. Den würde ich mir mal gerne in der ursprünglichen Fassung anhören.

Fazit: Den Vergleich der beiden Death Fleischgerichte Thüringer Bratwurst gegen schwedische Köttbullar gewinnen für mich Deserted Fear ganz klar. Die Thüringer Death Bratwurst ist fein garniert und ist der ehemalig unaufholbaren Konkurrenz der schwedischen Melodic Death Metal Bands im Geschmack um einiges voraus, da sie sich nicht nur auf althergebrachte Rezepte verlässt, sondern auch die eine oder andere neue Würzmischung zulässt. Deserted Fear haben mit Drowned By Humanity wieder eine mächtige Melodic Death Metal Walze vorgelegt. An der Vorlage der sympathischen Thüringer müssen sich in diesem Jahr wieder einige Kapellen messen lassen. Ein in der Produktion der Songs sehr erfrischender Sound. Schade, dass sie im Dezember die aktuelle Platte noch nicht mithatten, die hätte ich mir vor Ort sofort einverleibt.

Anspieltipps: The Final Chapter, A Breathing Soul, Tear Of My Throne
Juergen S.9.3
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9.3

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