Double Crush Syndrome: Gottesdienst mit Frontmann Andy Brings als Gastprediger

Ob es wenigstens das "Metal Unser" wird?

Dass man bei Double Crush Syndrome-Frontmann Andy Brings irgendwie auf alles gefasst sein muss, haben wir in der Vergangenheit ja schon des Öfteren feststellen dürfen.

Als der gebürtige Mülheimer zu Beginn der 1990er-Jahre bei den Ruhrpott-Barden Sodom einstieg und so manchen Club zerlegte, konnten wir ja gut damit leben. Auch die nächsten Anlaufstationen wie The Traceelords oder Powergod hatten ihre Daseinsberechtigung. Doch schon als Produzent zeigte Brings dann, dass er vor nichts zurückschreckt, denn neben Onkel Tom, Jesus On Extasy, Spiral Tower oder Twyster produzierte er auch für so manche Trümmertruppe und sogar etliche Fußball-CDs für Vereine wie Bayer 04 Leverkusen, VfL Wolfsburg, Borussia Dortmund, Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach.

Als er dann später mit Double Crush Syndrome Songs wie Die For Rock ‚N‘ Roll rausrotzte, konnte das durchaus Spaß machen, doch spätestens mit dem ZDF-Fernsehgarten und dem Andy Borg-Gassenhauer Die Berühmten Drei Worte wurde es schon sehr grenzwertig. Full Circle – Last Exit Rock ‚N‘ Roll war ein netter Versuch als Filmemacher, doch die Kandidatur als Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Mülheim konnte der Rocker im letzten Jahr unmöglich ernst meinen, oder vielleicht doch!? Die Mülheimer nahmen die Aktion jedenfalls nicht ganz ernst, denn es reichte letztendlich mit sechs Prozent der abgegebenen Stimmen nur für Platz sechs und das Ruhrpott-Original wurde Bürgermeister der Herzen.

Während der Corona-Pandemie hielt Andy Brings weitestgehend die Füße still, sorgte nur mit Double Crush Syndrome im Autokino für etwas Aufsehen, doch man soll nie Nie sagen, denn bei Andreas Brings, wie er bürgerlich heißt, weiß man nie, was als Nächstes kommt. Nach der Kandidatur als Oberbürgermeister soll es jetzt ganz dicke kommen, denn die Wiedergeburt des Rock ’n‘ Roll geht unter die Prediger. Ja, ihr habt richtig gelesen, Andy wird am 21. Februar die Kanzel der Petrikirche in Mülheim an der Ruhr entern und predigen.

Ob er das ernst meint? Vermutlich ja, denn während er auf der Bühne immer den fucking Rockstar mimt, ließ er in Interviews schon des Öfteren durchblicken, dass er schon längst nicht mehr die coole Partysau ist und sich eigentlich mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Also, kommet zahlreich und lasst euch bekehren!

In der Facebook-Veranstaltung äußert sich das Ruhrpott-Chamäleon wie folgt:

„Hallo. Ich bin Andy Brings.
Schön, dass sie das hier lesen.
Vielleicht kennen sie als Mülheimer mich seit der Kommunalwahl 2020 als OB der Herzen, vielleicht haben sie mich schon mal im TV gesehen oder meine Musik gehört.
Es würde mich sehr freuen. Möglicherweise haben sie aber keine Ahnung, wer ich bin.
Gestatten sie daher, dass ich mich kurz vorstelle: Ich bin Ur-Mülheimer, werde dieses Jahr 50 Jahre alt, sehe aber aus wie Anfang 40. Noch.
Seit 30 Jahren mache ich professionell Rock- und Popmusik, bin um die Welt getourt, habe einen Kinofilm über die Suche nach der eigenen Wahrheit gemacht und bin im letzten Jahr als Oberbürgermeisterkandidat in Mülheim auf eine sehr schöne Art nach Hause gekommen.
Ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit ganz anderen Dingen als nur der nächsten Tournee oder der Frage, wo die nächste Party steigt.
Ob mich das qualifiziert, in ihrer schönen Petrikirche als Gast zu sprechen?
Ich denke schon, immerhin wurde ich darum gebeten und fühle mich sehr geehrt.
Vielleicht möchten sie mir am 21. Februar zuhören und sich selbst ein Bild machen? Fänd ich gut.
Bis dahin alles Liebe und Gute,
Ihr Andy Brings

Ob es wenigstens das Metal unser … wird?

Hier geht es zur Veranstaltung.

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