Double-Headlinershow Moonsorrow und Korpiklaani am 29.04.2016 in der Matrix, Bochum

“Die Finnish Folk Metal Mafia kam, sah und siegte“

Eventname: Double-Headliner Tour

Headliner: Moonsorrow und Korpiklaani

Ort: Matrix, Bochum

Datum: 29.04.2016

Genre: Pagan Metal, Black Metal, Epic Black Metal, Folk Metal

Besucher: ca. 500 Besucher

Veranstalter: Killpop Events (https://www.facebook.com/killpopevents/)

Link: https://www.facebook.com/events/1008863839152137/

Setlisten:

  1. Jumalten Aika
  2. Raunioilla
  3. Suden Tunti
  4. Jotunheim
  5. Ruttolehto (inkl. Päivättömän päivän kansa) feat. Jonne Järvelä
  6. Ukkosenjumalan Poika
  7. Ihmisen Aika (Kumarrus pimeyteen)
  8. Sankaritarina

  1. Viinamäen Mies
  2. Journey Man
  3. Pilli On Pajusta Tehty
  4. Kantaiso
  5. Lempo
  6. Ämmänhauta
  7. Erämaan Ärjyt
  8. Ruumiinmultaa
  9. Petoeläimen Kuola
  10. Sumussa Härnärän Aamun
  11. Vaarinpolkka
  12. Rauta
  13. Kipumylly
  14. Metsämies
  15. Kultanainen
  16. Minä Näin Vedessä Neidon
  17. Palovana
  18. Sahti
  19. Karhunkaatolaulu
  20. Kylästä Keväinen Kehto
  21. Wooden Pints
    Zugaben:
  22. Vodka
  23. Beer Beer

Korpiklaani_Moonsorrow Tour Poster 2016

Die Songs der Band Moonsorrow sind ja im direkten Vergleich mit dem Liedgut des zweiten Headliners Korpiklaani doch eher düster. So ist auch die Bühne zunächst einmal in dunkelblaues Licht getaucht, als die fünf Männer auf die Bühne kommen. Schlagzeug sowie Keyboard sind am hinteren Bühnenrand aufgebaut und bleiben leider während der Show mehr oder weniger komplett im Dunkeln. Die drei Frontmänner kommen, passend zur teilweise mit Black Metal-Elementen unterlegten Musik, mit Corpsepaint auf die Bühne und starten die Reise durch die teilweise unwirklichen Welten des hohen Nordens mit den folkloristischen Elementen des Titeltracks vom aktuellen Album Jumalten Aika. Aber Corpsepaint bedeutet ja nicht „böse“, und so gibt sich insbesondere Ville Sorvali doch außerordentlich aufgeräumt und verhältnismäßig gesprächig. Ab und zu huscht sogar mal ein Lächeln über sein Gesicht, und auch seine beiden Mitstreiter an der Saitenfraktion können sich hier und da ein Grinsen nicht verkneifen. Die Setliste, die überwiegend aus Songs des aktuellen Albums besteht, umfasst zwar insgesamt „nur“ acht Tracks, aber wer Moonsorrow kennt, weiß, dass die Spielzeit eines Songs gern mal die 15-Minuten-Marke knackt. Als einer der Headliner des Abends muss man ja schon liefern, und das tun die Männer definitiv.

2016 04 29 - Moonsorrow

2016 04 29 – Moonsorrow

Der vierte Track Jotunheim wird von Ville Sorvali mit den Worten angekündigt, dass wir an diesem unwirtlichen Ort, nämlich der mythischen Welt der Riesen, definitiv nicht sein wollen. Beim fünften Track Ruttolehto (inkl. Päivättömän päivän kansa) kommt dann auch Jonne Järvelä zum ersten Mal auf die Bühne, den wir ja nachher noch mit seiner eigenen Band Korpiklaani erleben werden. Jonne wird nach seinem Kurzauftritt von Ville Sorvali als der letzte echte Schamane Finnlands verabschiedet. Und ich habe bei meinem Review zu Jumalten Aika noch geschrieben, dass ich mir diese Musik durchaus für Schamanentänze vorstellen könnte! 😀

2016 04 29 - Moonsorrow

2016 04 29 – Moonsorrow

Die anfangs an den Tag gelegte Zurückhaltung geben die drei Frontmänner der Saitenfraktion jedenfalls zunehmend auf und nehmen vermehrt den direkten Kontakt zum Publikum auf, das diese Annäherung natürlich dankbar erwidert. Aber irgendwann nähert sich der Auftritt dann dem Ende, wobei es eine „offizielle“ Zugabe insofern nicht gibt, als die Männer einfach gleich auf der Bühne bleiben, sich einige Schlucke aus den bereitstehenden Wasserflaschen gönnen und sich sicher über die lautstarken „Moonsorrow“-Rufe freuen. Nach Sankaritarina vom 2001er Album Voimasta Ja Kunniasta ist dann aber endgültig Feierabend. Jetzt sieht man auch mal den Schlagzeuger, der nach vorn kommt und seine Drumsticks ins Publikum schleudert, und den Keyboarder.

Mithilfe der vielen fleißigen Helfer geht der Bühnenumbau relativ zügig vonstatten, so dass nach relativ kurzer Pause dann der zweite Headliner des Abends, die Band Korpiklaani, die Bühne entern kann. Hier geht es natürlich von Anfang an ganz anders zu als bei Moonsorrow, eine finnische Party ist angesagt, und der Lichttechniker ist jetzt auch voll in seinem Element! Im Publikum scheint auch eine Rotation stattgefunden zu haben, jetzt sind die Partypeople in der ersten Reihe zu sehen, die mächtig viel Spaß an der ausgelassenen Show der sechs Männer haben. Im Grunde ist allerdings die ganze Matrix ein einziges Meer aus hüpfenden, springenden und tanzenden Menschen, die mächtig viel Spaß haben. Und selbst mir im Fotograben geht der Rhythmus stellenweise auch mächtig in die Beine 😀

2016 04 29 - Publikum Erste Reihe

2016 04 29 – Publikum Erste Reihe

Aber Korpiklaani haben ja nicht nur die „Humppa-Humppa“-Lieder im Repertoire, und so geht es bei Songs wie Lempo, Minä Näin Vedessä Neidon oder Ämmänhauta doch mal was ruhiger zu. Diese Songs nutze ich dann auch verstärkt zum Fotografieren, denn ansonsten sind die fünf Männer vorn auf der Bühne nur unterwegs. Selbst Bassist Jarkko, der mich ein wenig an einen in sich ruhenden Buddha erinnert und wahrscheinlich auch der Ruhepol der Band ist, wechselt immer wieder den Platz. Da kann der Autofokus noch so schnell sein, irgendeiner der Männer ist schon wieder aus dem Bild rausgehuscht, bevor man den Auslöser drücken kann. Inmitten dieses wohlgeordneten Chaos zieht allerdings hauptsächlich Sänger Jonne Järvelä immer wieder die Blicke insbesondere der weiblichen Gäste auf sich. Zwei der Mädels hält es dann auch nicht hinter der Absperrung und sie vollführen im Fotograben ein kleines Tänzchen, was von den beiden Security-Mitarbeitern zwar aufmerksam verfolgt aber nicht gestoppt wird. War auch nicht nötig, nach zwei Minuten sind die Mädels wieder brav hinter der Absperrung 😀 Bei den Crowdsurfern, die jetzt vereinzelt nach vorn kommen, sind die beiden Security-Mitarbeiter aber immer wachsam und hilfsbereit. Wir zwei Fotografen werfen jetzt auch ab und zu mal einen Blick nach hinten, aber die beiden haben wirklich alles im Blick und sind auch blitzschnell dort, wo es nötig ist. Dafür auch mal ein dickes Dankeschön an die Matrix! Den Dank kann ich auch gleich noch auf den Lichttechniker erweitern, der auch die Party der sechs Männer von Korpiklaani immer ins rechte Licht setzt und alles aus der Anlage rausholt.

2016 04 29 - Korpiklaani

2016 04 29 – Korpiklaani

Die Setliste von Korpiklaani liest sich natürlich mit 21 Songs deutlich umfangreicher, aber die Songs sind halt auch deutlich kürzer als die von Moonsorrow. Nachdem die Männer nach den letzten regulären Song Wooden Pints die Bühne verlassen haben, werden noch einige Trommeln neben das Drumkit von Matson gestellt. Der Grund wird dann klar, als Korpiklaani die erste Zugabe Vodka, lautstark vom Publikum gefordert, anstimmen. Die Jungs von Moonsorrow kommen wieder auf die Bühne und haben ihren Spaß daran, auf diese Trommeln einzudreschen. Beim letzten Song des heutigen Abends Beer Beer entwickelt sich dann fast so eine Art Dialog zwischen Korpiklaani und dem Publikum. Sänger und Geiger stehen direkt am Bühnenrand und feuern das Publikum immer wieder an, in den Gesang einzustimmen, worum sich dieses nicht lange bitten lässt.

2016 04 29 - Korpiklaani

2016 04 29 – Korpiklaani

2016 04 29 - Korpiklaani

2016 04 29 – Korpiklaani

Um kurz nach 23 Uhr ist aber auch diese Party zu Ende, und so haben es selbst „nur“ zwei Bands geschafft, die Besucher den ganzen Abend hervorragend zu unterhalten.  Ich kann nur sagen: Jederzeit gern wieder!

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