Duskmourn – Fallen Kings And Rusted Crowns

Duskmourn erschaffen ein Album für die Ewigkeit

Artist: Duskmourn

Herkunft: USA

Album: Fallen Kings And Rusted Crowns

Spiellänge: 47:11 Minuten

Genre: Epic Melodic Death Metal

Release: 19.06.2021

Label: Eigenveröffentlichung

Link: http://www.duskmourn.com

Bandmitglieder:

Gitarre, Keyboard & Gesang – Bill Sharpe
Gesang, Bassgitarre & Gitarre – Walter Deyo

Tracklist:

  1. Fallen Kings And Rusted Crowns
  2. The Sleeping Tide
  3. Deathless
  4. Blood Of The Forest
  5. Mountain Heart
  6. Among The Ruins
  7. In The Chamber Of Incantation
  8. The Harbinger

Die Band Duskmourn aus den USA ist in unseren Breitengraden den wenigsten Metallern ein Begriff, obwohl sie aufgrund ihrer musikalischen Qualität so viel mehr an Aufmerksamkeit und Anerkennung verdient hätte. Aber dazu später mehr. Duskmourn, das sind Bill Sharpe (Gitarre, Keyboard & Gesang) und Walter Deyo (Gesang, Bass & Gitarre). Gegründet hat sich das Duo im Jahr 2012, und im gleichen Jahr wurde eine selbstbetitelte Demo-EP veröffentlicht. Auch ich entdeckte die Band eher zufällig im Jahr 2014 im Zuge der Veröffentlichung ihres ersten Full-Length-Albums Legends, welches mich sofort in seinen Bann zog. Die Mischung aus erhabenen Epic Melodic Death Metal, gepaart mit Folk Metal und gelegentlichen Black Metal Einsprengseln konnte mich mehr als begeistern und mir war sofort klar, dass die Band mit entsprechender Unterstützung ganz groß werden könnte. Der 2017er über Crowdfunding finanzierte Nachfolger Of Shadow And Flame fuhr den Folk Metal Anteil zugunsten einer düstereren Atmosphäre zurück. Das Songwriting mit den unbegreiflich geilen Melodien war aber auch hier über jeden Zweifel erhaben.

Nun schreiben wir das Jahr 2021. Und als im Februar ein neues Album angekündigt wurde, war es mir, wie auch schon beim Vorgänger, eine Ehre, die Band über Kickstarter unterstützen zu dürfen. Innerhalb weniger Tage wurde das Crowdfunding-Ziel erreicht und vier Monate später halte ich mit glitzernden Augen und feuchten Händen das Ergebnis vor mir und schiebe etwas nervös die neue Scheibe, welche auf den Namen Fallen Kings And Rusted Crowns getauft wurde, in den Player. Können Duskmourn zum wiederholten Male begeistern, oder sind meine Erwartungen vielleicht doch zu hoch?

Der Opener und zugleich Titeltrack startet und keine 30 Sekunden später, nach der einleitenden Hammermelodie, ist mir klar: Jawohl, meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern deutlich übertroffen. Genau so muss ein Einstieg klingen. Und was nehmen meine verwöhnten Ohren zwei Riffs später wahr: Duskmourn können sogar Refrains, wow! Und das ist allerdings noch nichts gegenüber dem, was uns nach kurzem Akustikpart ab Minute 3:12 erwartet. Das Gaspedal wird bis zum Anschlag durchgetreten, dazu spielen sie eine Melodie, die nicht von dieser Welt ist. Hätten meine Füße nicht als Puffer fungiert, meine Mundwinkel wären vor lauter Erhabenheit und Demut ungebremst auf den Boden geknallt. So unfassbar genial! Was Duskmourn an Breaks und erhabenen Momenten in nur diesen einen Song packen, schaffen andere gehypte Chartbreaker wie beispielsweise Sabaton nicht mal auf einem kompletten Album…

The Sleeping Tide kommt von der Grundstimmung etwas düsterer daher, ohne jedoch auf geniale Gitarrenharmonien zu verzichten. Und was passiert da im Mittelpart? Wie aus dem Nichts: Pure f…ing Black Metal. Auch in diesem Song wird Abwechslung großgeschrieben. Langeweile: Fehlanzeige.

Es bleibt kaum Zeit zum Luftholen, denn mit Deathless steht der nächste Meilenstein auf dem Programm. Stampfende Rhythmen wechseln sich mit Doublebass-Attacken und unfassbar genialen Melodien ab. Zum Schluss packt das Duo noch Choralgesänge aus und fertig ist einer der besten Songs 2021! Zum Gesang muss man generell sagen, dass Walter Deyo mit seiner kräftigen und genretypischen Stimme niemals aufdringlich wirkt und wie auch der übrige Sound in den Iguana Studios perfekt abgemischt wurde.

Auch fällt auf, dass der Folk Metal Anteil wieder nach oben geschraubt wurde. Blood Of The Forest oder auch der entfernt an Ensiferum erinnernde Abschlusstrack The Harbinger sind hierfür die besten Beispiele. Aber auch die anderen Songs können das angeschlagene Niveau problemlos halten. Sei es das eingängige Among The Ruins oder das etwas sperrige und leicht frickelige In The Chamber Of Incantation. Duskmourn haben die Kunst vollbracht, trotz der vielen Breaks die Songs auf der einen Seite immer packend und nachvollziehbar zu gestalten und auf der anderen Seite eine Langzeitwirkung zu garantieren. Selbst nach 50-mal anhören wird das Album nicht langweilig und man entdeckt immer wieder Neues. Glaubt es mir, ich habe es getestet…

Duskmourn – Fallen Kings And Rusted Crowns
Fazit
Danke Bill, danke Walter für diesen grandiosen Meilenstein! Duskmourn haben auf Fallen Kings And Rusted Crowns ihren ureigenen Sound perfektioniert. Herausgekommen ist ein Meisterwerk, welches abwechslungsreich, majestätisch erhaben, düster, aber auch komplex ist und die herausragendsten Melodielinien, die mir in den letzten Jahren zu Ohren gekommen sind, zu bieten hat. Ich kann nur jedem Metaller, der ein Faible für epische Melodien hat, zum Kauf dieses Albums raten. Sorgt mit eurer Unterstützung dafür, dass Duskmourn endlich die Aufmerksamkeit und Anerkennung bekommen, die sie verdient haben!

Anspieltipps: Ausnahmslos alles! Insbesondere Fallen Kings And Rusted Crowns und Deathless
Christian K.
10
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8.4
10
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