„Eine Symbiose aus Europe, Rammstein und Nightwish!“

Artist: Dynazty

Herkunft: Schweden / Stockholm

Album: Firesign

Spiellänge: 49:28 Minuten

Genre: Melodic Metal / Power Metal, Heavy Metal

Release: 28.09.2018

Label: AFM

Link: http://www.dynazty.com/

Aktuelle Bandmitglieder:

Gesang – Nils Molin
Gitarre – Love Magnus
Gitarre – Mikael Lavér
Bass – Jonathan Olsson
Schlagzeug –  Georg Härnsten Egg

Tracklist:

  1. Breathe With Me
  2. The Grey
  3. In The Arms Of A Devil
  4. My Darkest Hour
  5. Ascension
  6. Firesign
  7. Closing Doors
  8. Follow Me
  9. Let Me Dream Forever
  10. Starfall
  11. The Light Inside The Tunnel

Am 28. September veröffentlichten Dynazty nach längerer Funkstille ihr sechstes Studioalbum Firesign.

Das schwedische Quintett liefert seit seiner Gründung (2007) ca. alle zwei Jahre einen frischen Longplayer. Anfänglich hatten sie noch keinen festen Sänger. 2008 kam Nils Molin (Ex-Amaranthe) dazu. Seitdem hat er den Gesangspart fest übernommen. Bisher ist die Formation in Deutschland weniger bekannt, zu Unrecht, wie ich meine. In Schweden sieht es etwas anders aus. Dort traten sie 2011/2012 bei den Melodiefestivalen auf, der Vorauswahl zum Eurovison Song Contest, was ihren Bekanntheitsgrad deutlich gepusht haben dürfte. Dieses Jahr waren sie ausschließlich in heimischen Gefilden unterwegs, was sich im nächsten Jahr ändern wird. Für Rock Am Stück 2019 sind Dynazty bereits bestätigt.

Dynazty haben sich im Laufe der Jahre von einer klassischen Heavy Metal Band weg in Richtung Power und Melodic Metal entwickelt. Am Anfang waren noch Einflüsse von Dio und Judas Priest dominant. Das hört man sehr gut bei dem Song Sail Away auf dem Album Bring The Thunder (2009). Der Gesang von Nils Molin variiert zwischen Ronny James Dio und Robert Halford. Die Gitarrenarbeit klingt entsprechend dem Anfangsstil. Der Wandel machte sich ab 2014 bemerkbar. Erstmals kamen vermehrt Synthesizer zum Einsatz, die bis dato so gut wie gar nicht hörbar waren. Beim Gitarrensound nahm die Spannbreite spürbar zu. Riffs ähnelten da schon erkennbar denen von Rammstein, was beim aktuellen Studioalbum noch mehr zum Tragen kommt. Bei Firesign schlägt zudem verstärkt der Einfluss von Europe und Nightwish durch. Die gesamten Kompositionen haben mehr Melodie und Bombast intus. Dynatzy entwickeln durch diese Transformation gekonnt ihren eigenen Wiedererkennungswert. Sie sind in der Lage, die unterschiedlichen Genres und Stilrichtungen perfekt zu vereinen.

Breathe With Me eröffnet das Feuerwerk der Melodien direkt ohne Umwege. Der typisch schwedische Metaleinschlag lässt sich nicht leugnen. Wenn Nils Molin mit voller Inbrunst ins Mikro schmachtet, hat man den Eindruck, als stünde Joey Tempest selbst davor. Nils beherrscht seine glasklare Stimme zu jedem Zeitpunkt. The Grey trägt ebenfalls die Handschrift von Europe. Der erste Richtungswechsel folgt bei In The Arms Of A Devil. Am Anfang hämmern Riffs à la Rammstein, gefolgt von einem Hauch Nightwish in der Melodie. Diesen Song habe ich zu meinem persönlichen Favoriten erklärt. My Darkest Hour kommt balladesk daher, aber auch zugleich etwas schmalztriefend, sorgt aber in jedem Fall für Feuerzeugalarm auf Konzerten. Am Ende legen Love Magnus und Mikael Lavér noch ein Lead-Duell obendrauf. In der gleichen Aufmachung geht es mit Ascension weiter, nur die Synthesizer und Riffs werden dominanter. Firesign steht in Sachen Melodik und Rhythmik unter deutlichen Einflüssen von Rammstein. Bei Closing Doors und Follow Me erwische ich mich beim Zappen. Die Tracks sind mir etwas zu farblos. Interessanter wird es wieder bei Let Me Dream Forever. In Sachen Melodiewechsel, Gesang sowie Spannungsbogen ist hier mehr drin. Starfall  geht noch einmal mit Dynamik und Kraft in die Vollen, die beim Schlusslicht The Light Inside The Tunnel leider fehlen. Vielleicht wäre die umgekehrte Reihenfolge der letzten beiden Tracks sinniger gewesen.

Wenn man über die wiederholenden Songstrukturen, bzw. Eingängigkeit hinwegschaut, gibt´s nichts zu meckern!


DYNAZTY – The Grey  (Official Video)


DYNAZTY– Firesign (Official Video)

Dynazty - Firesign
Fazit: Bei Firesign kann man insgesamt von einem gelungenen Album sprechen. Das Songwriting sitzt. Man merkt, dass hier keine Anfänger am Werk waren. Sämtliche Kompositionen sind technisch anspruchsvoll und perfektionistisch aufgebaut, aber auch berechenbar. Wenn man die Scheibe mehrfach durchhört, fällt einem auf, dass das Strickmuster der Songs gleich oder sehr ähnlich ist. Bei mir wird der Silberling seltener zum Einsatz kommen, für die „Mottenkiste“ ist er allerdings zu schade. Als leichte Kost für zwischendurch kann ich das Album ohne Bedenken empfehlen. Die Schweden haben in den vergangenen Jahren eine beachtliche Entwicklung hingelegt und werden ganz sicher noch einen guten Schub nach vorne machen. Man darf auf das nächste Album gespannt sein.

Anspieltipps: In The Arms Of A Devil, Ascension, Firesign
Sandra R.8.5
8.5Gesamtwertung
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