Band: Elfmorgen
Vorband: Fat Belly, Josy’s Boyfriend
Ort: Gulfhaus Vechta
Datum: 07.02.2026
Zuschauer: ca. 250
Genre: Punk, Pop-Punk, Deutsch-Punk
Link: www.elfmorgen.de www.fatbelly.de
Das Gulfhaus in Vechta ist ein Jugend- und Kulturzentrum, dem ich schon länger auf Social Media folge. Und diverse Male dachte ich: „Da müsste man eigentlich mal hin“, denn dort spielen immer wieder Bands, die mich interessieren. Als dann Elfmorgen und Fat Belly angekündigt wurden, war klar, dass es nun kein Zurück mehr gibt. Ich gebe zu, die Blondine hatte Vechta etwas näher an zu Hause verortet, dazu neige ich aber öfter, wenn ich irgendwo unbedingt hinwill. Nun sind es doch knapp 80 Minuten zu fahren und nach Eis und Schnee haben wir heute eine dicke Nebelwand, durch die wir uns hindurchboxen. Einlass ist um 19 Uhr und wir starten mit reichlich Zeitpuffer in den Abend. Trotzdem kommen wir punktgenau an der Location in der Zitadelle an und sind froh, dass wir nicht in der Kälte warten müssen. Wir beobachten, wie sich der Laden immer mehr füllt, und finden es hier auf Anhieb mega gemütlich.

Den Abend eröffnen Josy’s Boyfriend aus Oldenburg. Pünktlich um 20 Uhr starten sie ihren Auftritt mit Oma (Du Hast Recht). Der Deutsch-Pop-Punk macht gute Laune und man wippt automatisch mit. Sänger und Gitarrist Jannik Gutschner ist stimmlich noch etwas angeschlagen und hält daher die Ansagen kurz und konzentriert sich lieber auf die Songs, die er und sein Schlagzeuger heute im Gepäck haben. In den verfügbaren 30 Minuten schaffen sie es, uns mit textlich teils depressiven Zeilen „es ist Frühling, aber alle meine Songs klingen nach Herbst“ in eine gute Stimmung zu bringen.
In der Umbauphase wächst die Vorfreude auf meinen persönlichen Headliner des Abends. Ich mag Elfmorgen, aber Fat Belly sind mein All-Time-Favourite und ich bin einfach nur happy, die Jungs aus Hannover heute mal wieder in Action zu sehen. Nach dem Review zu ihrem langersehnten neuen Album Stories In Stereo (hier) bin ich neugierig, wie die Songs live klingen werden.

Um 20:45 Uhr ballern sie mit Ireland’s Call los und katapultieren mich direkt in meine Konzert-Wohlfühlblase. Es folgen Dear Irene und One For The Road und ich vergesse alles, was das Leben sonst so schwer macht. Jetzt heißt es nur noch fühlen, tanzen und sich wegtragen lassen. Es folgen Little Boy und Lost Places Fading Faces vom neuen Album, und sie fügen sich so herrlich ins Programm ein, als wären sie schon immer da gewesen. Ein Blick auf die Setlist verrät, dass sie kurzfristig Life Behind A Glass zugefügt haben, und ich freue mich sehr, weil es einer meiner Lieblingssongs ist. Auch das Video dazu (hier) ist zwar inzwischen alt, aber immer noch sehenswert. Song um Song tanzen wir uns durch den Abend, die Stimmung könnte nicht besser sein und ich schaue rundum in glückliche Gesichter. Das neue Done For The Day macht richtig Laune, auch wenn ich das herzhafte „Ach scheiße“ vom Album hier heute live etwas vermisse. Um 21:30 Uhr endet der starke Auftritt mit Los Strangeles und ich bin rundum zufrieden. Endlich gibt es auch wieder T-Shirts am Merch und wir kleiden uns direkt alle neu ein, während die Band noch Autogramme verteilt und Zeit mit den Gästen verbringt.
Fannähe ist auf solch kleinen Events einfach ein absoluter Pluspunkt und ich kann nur immer wieder sagen: Kleine Clubs bieten so viel mehr als große Hallen! Außerdem sind die Preise so wie hier heute meistens sehr fair und auch die Eintrittsgelder deutlich erschwinglicher. Also gebt den kleinen Bands und Events eine Chance, hier kann man viel für sich entdecken!

Um kurz vor 22 Uhr kommen Elfmorgen auf die Bühne. Die Band aus der Nähe von Frankfurt habe ich schon einige Male gesehen und ich freue mich auf die tiefgründig-lustigen Songs. Das Publikum ist inzwischen auf Hochtouren, und da ich weiß, dass jetzt bald der Pogobereich deutlich ausgeweitet wird, verlassen wir nach Krach Für Euch unseren Platz in Reihe eins und setzen uns auf die Treppe im hinteren Bereich. Gute Entscheidung, denn beim neuen Song Eskalieren ist der Name Programm. Wir hören Schön, Halt Die Welt An und natürlich Oberlippenbart. Sie covern wie immer hervorragend Du Trägst Keine Liebe In Dir und obwohl natürlich nie jemand Echt gehört hat, sitzt der Text bei erstaunlich vielen. Brauner Bär ist eine gute Gelegenheit, auf den Stand von Kein Bock Auf Nazis hinzuweisen, die sich mit reichlich Merch und Infomaterial direkt am Eingang befinden. Und auch Nazis Bleiben Nazis zeigt deutlich die Position der Band. Nur Für Dich als einer meiner Lieblingssongs ist heute auch im Repertoire und mein 8-Jähriger, der inzwischen auf meinem Schoß weggenickt ist, hebt dann doch noch mal den Kopf und freut sich. So langsam neigt sich der Abend dem Ende zu, und nachdem um 23:15 Uhr das vom Sohnemann so heißersehnte Kapitän als Rausschmeißer erklingt, erheben wir uns von der Treppe und machen uns glücklich auf den Heimweg.
Das war einfach ein rundum schöner Abend in einer gemütlichen Location mit vielen netten Menschen, tollen, sympathischen „nahen“ Bands und guter Musik. Danke, dass wir dabei sein durften!
















