Exhorder – Mourn The Southern Skies

Ein Album, das die eingeschlagenen, musikalischen Wege fortführt und tolle Momente hat – welcome back

Artist: Exhorder

Herkunft: USA

Album: Mourn The Southern Skies

Spiellänge: 52:57 Minuten

Genre: Trash Metal

Release: 20.09.2019

Label: Nuclear Blast Records

Links: www.exhorder.com
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www.nuclearblast.de/exhorder

Produktion: Jens Bogren

Bandmitglieder:

Gesang – Kyle Thomas
Gitarre – Vinnie Labella
Gitarre – Marzi Montazeri
Bass – Jason Viebrooks
Drums – Sasha Horn

Tracklist:

1. My Time
2. Asunder
3. Hallowed Sound
4. Beware The Wolf
5. Yesterday’s Bones
6. All She Wrote
7. Rumination
8. Arms Of Man
9. Ripping Flesh
10. Mourn The Southern Skies

Und noch ein Trash-Granate – was für ein Jahr für Fans der gepflegten Knüppelei! Nach unter anderem Death Angel, Destruction, Exumer, Possessed und Protector haben Exhorder nach ersten Comeback-Liveauftritten ihr erstes Album seit dem 1992er-Sahnestück The Law eingetütet. Und sie enttäuschen nicht. Denn was die Jungs aus New Orleans fabriziert haben, klingt wie eine natürliche Weiterentwicklung und ist eine Mixtur aus dem grandiosen Debüt Slaughter In The Vatican (1990), wo alle Musiker aus allen Rohren mit Highspeed feuerten (auch Sänger Kyle Thomas flashte damals mit seinen sich überschlagenden Affenzahn-Vocals) und dem Nachfolger, der mehr auf drückende Grooves setzte und damit in die gleiche Stilrichtung wie ihre Stadtnachbarn Pantera ging – wenn auch mit weit weniger kommerziellem Erfolg.

Ein paar Umbesetzungen gab es nach all den Jahren: Seit 2017 werden die beiden Urmitglieder Kyle Thomas (Gesang) und Vinnie La Bella (Gitarre) nun von Jason VieBrooks (Bass, Heathen), Sasha Horn (Drums, Forbidden) und Marzi Montazeri (Gitarre, ex-Superjoint Ritual) komplettiert. Gitarrist La Belle ließ per Plattenlabel verlauten: „Das Album enthält 27 Jahre altes Material, aber auch Songs, die erst vor sechs Monaten oder irgendwann dazwischen geschrieben worden sind. In diesem langen Zeitraum sind viele Dinge passiert, die nun hierauf münden. Dies ist, zum allerersten Mal in unserer Karriere, ein Album, wie wir es unseren Fans wirklich geben wollten: Produktion, Sound, Artwork – alles ist vorhanden, ohne jegliche Abstriche!“

Und ja, beschweren können sich Anhänger der Band ganz sicher nicht – auch wenn vielleicht die eine oder andere ganz große Erwartung nicht erfüllt werden dürfte. Denn Mourn The Southern Skies stellt zwar einen Mix aus den beiden Vorgängeralben dar, kann jedoch nicht ganz deren Klasse erreichen. So sind die Uptempo-Songs nicht ganz so brachial wie auf dem Debüt und die Midtempo-Stampfer nicht ganz so groovy und zündelnd wie beim Zweitwerk.

Möglicherweise muss man sich aber auch von den großen Vorgängern lösen und die neuen Tracks für sich allein bewerten. Letztlich gibt es immer wieder richtig geile Momente, wie insbesondere bei den schnellen Krachern My Time, Rumination oder das neu-aufgenommene Ripping Flesh (ursprünglich von 1986) für das man Original-Drummer Chris Nail ins Studio einlud. Zeigt mir den Metaler, der da nicht mit abgeht! Die Midtempo-Tracks wie Asunder, Hallowed Sound, Mourn The Southern Skies (wo Sänger Thomas sogar clean mit viel Soul in der Stimme singt) haben durchaus auch ihre Stärken und zudem diesen ganz eigenen Exhorder-Touch, diese gewisse New-Orleans-Note, die auch andere Bands aus der Stadt haben. Und die der Musik etwas Eigenständiges geben. Dafür muss man aber seine Antennen entsprechend ausgerichtet haben, ist also durchaus nicht jedermanns Geschmack.

 

Exhorder – Mourn The Southern Skies
Fazit
Welcome back Exhorder! Das neue Album Mourn The Southern Skies ist ein würdiger Nachfolger der beiden bärenstarken Vorgänger und eine Melange aus diesen Großtaten. Ob man damit neue Fans gewinnen kann, wird sich zeigen, die Konkurrenz im Trash-Sektor ist momentan abartig groß. Alte Fans der Band werden aber ganz sicher Spaß an dem Album haben. Wenn auch manchmal der letzte, richtige Kick etwas fehlt. Insbesondere die Midtempo-Nummern sind nur ok und fallen leicht gegen die Uptempo-Kracher ab. Das ist aber immer noch mehr, als so manch andere Band hinbekommt, und es gibt noch einen Pluspunkt: Die Mannen aus New Orleans haben es wieder geschafft, ihrer Musik eine ganz eigene Note zu verleihen. Also ein Album, das die eingeschlagenen, musikalischen Wege fortführt und bei dem die eigenen Trademarks nicht vergessen wurden.

Anspieltipps: My Time, Rumination und Ripping Flesh
Tobias K.
8
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Pro
Contra
8
Punkte
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