Fee – Total Recall Tour 2019 am 16.11.2019 in der Kieler Räucherei

Nostalgischer Ausflug in die Neue Deutsche Welle

Event: Fee, Total Recall Tour 2019

Artist: Fee

Vorband: DER To

Datum: 16.11.2019

Genre: Singer/Songwriter, Neue Deutsche Welle

Besucher: ca. 200

Ort: Räucherei, Kiel

Kosten:  VVK 20,50€, AK 23€

Links: https://www.fee-band.de/fee/
http://www.derto-musik.de/
https://www.raeucherei.org/

Setlisten:

DER To:

  1. Worauf Warten Wir?
  2. Schatten Der Angst
  3. Gegen Mich
  4. Chor Der Lügen
  5. Dein Tag Dein Neues Leben
  6. Nur Mit Dir
  7. Tanz Mit Mir
  8. An Meiner Seite

Fee:

  1. Showintro
  2. Overdrive
  3. Spielzeug
  4. Doswidanja
  5. Wahnsinn
  6. Ich Muss Hier Raus
  7. Gummipuppe
  8. Kein Verkehr
  9. Plastik
  10. Gelbe Gefahr
  11. Hundsgemein
  12. Mein Guru
  13. Eines Tages Auf Dem Elektrischen Stuhl
  14. CIA
  15. Erzähl Mir Nichts Von Liebe
  16. Amerika
  17. Du Machst Mich Krank

Zugabe:

  1. Schweine Im Weltraum
  2. 118
  3. Mach Dich Lieber Anders Tod

Der heutige Abend steht mal nicht im Zeichen der ganz harten Musik, sondern ist eher nostalgisch angehaucht. Nach 2018 sind heute mal wieder Fee in der Kieler Räucherei und wollen uns an Songs aus der guten alten NDW Zeit erfreuen. Wir sind gegen halb acht da und zunächst verwundert, dass der Laden es noch recht leer ist. Aber bereits kurz danach füllt sich die Räucherei. Der Beginn war auf 20:00 Uhr festgelegt, aber dann sehen wir, dass es noch eine Vorband gibt. Band ist gut, es ist ein Duo. Die Akteure kommen aus Celle und sind Teil der Formation DER To. Ob das nun mehrere in der Band sind oder nur die zwei, ist nicht so ganz klar. Auf jeden Fall werden Songs nach dem Motto „Das Leben ist eine Achterbahn und schreibt dabei die schönsten Lieder“ gespielt. Für uns so eher nichts, trotzdem gibt es nach jedem der acht Songs Beifall, aber es ist schon sehr ruhig. Da war die Achterbahn wohl schon am Ausrollen. Immerhin setzen sie beim Song Chor Der Lügen ein Zeichen gegen Rechts und die AFD. Das Publikum ist aber in guter Stimmung und so wird bei dem einen oder anderen Track mitgeklatscht. Noch nicht so doll, aber immerhin. Gegen halb neun wird der Opener dann verabschiedet.

Es erfolgt ein kurzes Aufräumen auf der Bühne, die bereits für den Auftritt von Fee vorbereitet war. Der Platz vor der Bühne hat sich richtig gefüllt und so bekommen die vorderen Reihen mit Overdrive keinen Schongang, sondern Schnellgang. Dass es hier ausreichend Fans gibt, merkt man, denn ab der ersten Minute wird mitgesungen. Das überwiegend männliche Publikum ist erstaunlich textsicher und feiert bereits jetzt die sechs auf der Bühne. Sänger Adrian Polewka, noch mit Lederjacke und grüner Plastiksonnenbrille, hat das Publikum gut im Griff und tobt derweil in typischer NDW Manier über die Bühne. Majimba Mergener, die für Jule Frank in die Band gekommen ist, übernimmt den weiblichen Gesangspart und macht dies sehr souverän und ebenfalls mit viel körperlichem Einsatz. Auch neu ist Bassist Frank Itt, der den ausgeschiedenen Sven Dillenburger ersetzt. Der war ja im letzten Jahr, bei der Schweine Im Weltall Tour hier in Kiel von der Bühne gestürzt und hatte sich am Kopf verletzt, das ist allerdings nicht der Grund für das Aufhören. An den Drums sitzt noch immer Fee Urgestein Reinhard Lewitzki und an den Keyboards macht Lothar Brandes, ebenfalls aus den Anfangstagen von Fee, eine gute Figur. Und zu guter Letzt steht da noch Gitarrist Oliver Schmidt und haut das eine oder andere Solo raus.

Weiter geht es mit Songs aus den vier Alben, die Fee seinerzeit produzierten. Es wird nichts Neues gemacht, sondern gute alte NDW Musik mit einigen New Wave Anleihen. Spielzeug, Doswidanja, Wahnsinn oder Ich Will Hier Raus sind alles Songs, die hier jeder kennt und entsprechend mitsingt. Die beiden Sänger haben derweil viel Spaß und sind fast unentwegt auf der Bühne unterwegs. Nach Gummipuppe, Kein Verkehr, leicht anzüglich, Plastik und Gelbe Gefahr wird nach einer guten dreiviertel Stunde eine Minipause eingelegt. Es bleibt nur noch Tastenmann Brandes sitzen und liefert ein kleines jazziges Solo. Danach geht es mit einer Besonderheit weiter. Drummer Lewitzki geht ans Mikro und singt. Gitarrist Oliver Schmidt übernimmt die Drums und Majimbi Mergner spielt Saxofon. Dann werden wieder die Plätze getauscht und es geht gewohnt weiter. CIA, Amerika, Du Machst Mich Krank werden neben anderen Tracks auch noch gespielt. Das ist das, was das Publikum will und auch bekommt. Dabei sucht Adrian Polewka immer den direkten Kontakt mit dem Kieler Publikum, das weiterhin die Braunschweiger mit lautstarkem Gesang unterstützt. Es kommt, wie es kommen muss – der reguläre Part ist vorbei, aber alle warten natürlich noch auf die Schweine Im Weltall. Die kommen dann neben 118 und Mach Dich Lieber Anders Tod als Zugabe. Im Anschluss dürfen natürlich persönlich Kontakte nicht fehlen und so gehen alle gegen 23:00 Uhr glücklich nach Haus.

Fazit: Für diejenigen, die mit der Neuen Deutschen Welle aufgewachsen sind, ein toller Abend. Sogar einige waschechte Metaller mit Slayer Kutte und Wacken Shirts sind dabei, denn auch die haben mit diesen Songs angefangen Musik zu hören. Die Band überzeugte mit guter musikalischer Leistung und hat die Räucherei zum Schwitzen gebracht. Dies ist bestimmt kein Metal, aber es war in Deutschland eine Bewegung, die fast zeitgleich zum NWOBHM stattfand.

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