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Gazpacho – Soyuz

“Eine Reise durch Raum und Zeit“

Artist: Gazpacho

Herkunft: Oslo, Norwegen

Album: Soyuz

Spiellänge: 47:56 Minuten

Genre: Art Rock, Progressive Rock, Progressive Metal, Ambient

Release: 18.05.2018

Label: Kscope

Link: https://www.facebook.com/Gazpacho.Official.BandPage/

Produktion: Krypton Planet & St. Croix, Frederikstad von Thomas Andersen, Kristian Torp und Mikael Krømer

Bandmitglieder:

Gesang – Jan Henrik Ohme
Gitarre – Jon-Arne Vilbo
Violine, Mandoline – Mikael Krømer
Bassgitarre – Kristian Torp
Keyboard – Thomas Andersen
Schlagzeug – Lars Erik Asp

Tracklist:

  1. Soyuz One
  2. Hypomania
  3. Exit Suite
  4. Emperor Bespoke
  5. Sky Burial
  6. Fleeting Things
  7. Soyuz Out
  8. Rappaccini

 

Tatsächlich schon im Jahr 1996 haben sich Jan-Henrik, Jon-Arne und Thomas zusammengetan, um miteinander Musik zu machen. Die erblickte aber zunächst einmal nie das Licht der Öffentlichkeit, und es dauerte bis zum Jahr 2003, dass das erste Album Bravo erschien. Nach Besetzungswechseln an den Drums und am Bass hat man jetzt aber mit Mikael, Kristian und Lars Erik das Line-Up stabil und konnte am 18.05. über Kscope das zehnte Album in der Discographie der Band veröffentlichen. Es trägt den Namen Soyuz und ist, wie es ja für Gazpacho fast schon eine Art Trademark ist, gespickt mit in Musik gegossenen Gedanken, Geschichten und Adaptionen.

Ausgangspunkt des Albums ist die unumstößliche Tatsache, dass man die schönen Momente des Lebens leider nicht aufbewahren und später wieder herausholen kann, um sich noch einmal daran zu erfreuen. So verknüpfen Gazpacho auf Soyuz in insgesamt acht Songs verschiedene Geschichten, die nichts miteinander zu tun haben, die Realität und Phantasie sind und doch alle ihren ganz eigenen Zauber haben.

Der Name des Albums Soyuz spricht ja schon einmal für sich, zwei Songs widmen sich dem gleichnamigen russischen Raumfahrtprogramm, das im Jahr 1966 mit einer unbemannten Mission startete. Gleich die erste bemannte Mission im Jahr 1967 endete tragisch, beim Absturz der Kapsel kam der Raumfahrer Vladimir Komarov ums Leben. Auch der Songtitel Sky Burial spricht im Grunde für sich, denn hier geht es um die in verschiedenen Ländern Zentralasiens, und speziell in Tibet, noch durchgeführte buddhistische Bestattungsform der Luftbestattung. Aber nicht nur Geschichte, die tatsächlich passiert (ist) kann man vertonen, zu Emperor Bespoke wurden Gazpacho vom Märchen Des Kaisers neue Kleider von Hans Christian Andersen inspiriert.

Das alles haben Gazpacho also in Noten und Songtexte gegossen und nehmen den Hörer behutsam an die Hand, um ihn durch die teils ausufernden Klanggebilde zu führen. Überwiegend sehr ruhig gehalten verstehen es Gazpacho aber nach wie vor, den roten Faden nicht zu verlieren und durch wohl durchdachte Spannungsbögen über die gesamte Spielzeit immer wieder Akzente zu setzen und den Hörer bei der Stange zu halten. Dabei greifen Gazpacho auch gern auf ungewöhnliche Instrumentierungen zurück und setzen verschiedenste Percussions ein. Das man sie dabei musikalisch in die Nähe von Bands wie Muse, Marillion, Dredg oder auch Sigur Rós einordnen kann, ist sicherlich nicht die schlechteste Referenz.

Hier gibt es das Video zum ersten Song, Soyuz One:

Fazit: So ungewöhnlich es ist, dass nun ausgerechnet eine norwegische Band den Namen eines südeuropäischen Gerichtes gibt, sind auch die Klangwelten von Gazpacho, die sich einfach nicht in eine Schublade packen lassen wollen. Leicht zugänglich und zum nebenbei hören ist auch dieses Album nicht, aber es lohnt sich definitiv, sich diese knapp 50 Minuten mal komplett von der Außenwelt abzukapseln und auf eine Reise durch Raum und Zeit zu begeben.

Anspieltipps: Soyuz One, Emperor Bespoke und Fleeting Things
Heike L.
8.5
Leserbewertung1 Bewertung
10
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