Hate – Auric Gates Of Veles

Die landestypische Handschrift ist nicht wegzudiskutieren

Artist: Hate

Herkunft: Warschau, Polen

Album: Auric Gates Of Veles

Spiellänge: 33:40 Minuten

Genre: Black Metal, Death Metal

Release: 14.06.2019

Label: Metal Blade Records

Link: https://www.facebook.com/HATEOFFICIAL

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Adam Buszko
Gitarre – Konrad „Destroyer“ Ramotowski
Schlagzeug – Paweł Jaroszewicz

Tracklist:

  1. Seventh Manvantara
  2. Triskhelion
  3. The Volga´s Veins
  4. Sovereign Sanctity
  5. Path To Arkhen
  6. Auric Gates of Veles
  7. Salve Ignis
  8. Generation Sulphur

  

Die polnische Extreme Metal Band mit dem einfachen Namen Hate haben im Juni ihr elftes Album fertiggestellt. Seit 1990 agiert das Trio im dichten Black / Death Metal-Nebel und schlägt dabei in die Kerbe ihrer zwei Landsleute von Vader und Behemoth. Um es weiter einfach zu halten, schmeißt man beide Gruppen in einen Topf. Dabei kommt dann der Express aus Warschau heraus, der von Adam Buszko angeführt wird. Mit etwas über 30 Minuten gibt es ein recht kurzes Werk, das in acht Stücken versucht, jeden Stein einzeln voneinander zu kloppen. Die Dampfwalze von Behemoth wurde sogar ein Jahr später gegründet, küsst dabei abermals den kernigen Gesang von Piotr „Peter“ Wiwczarek, der allgegenwärtig scheint. Wie schon in der Vergangenheit wäre es aber frech die motivierten Osteuropäer grundsätzlich mit den beiden Formationen zu messen, bzw. nur auf die Parallelen zu blicken. Trotz der wirklich ähnlichen Handschrift, schaffen es die drei Recken an obere Gefilde anzuklopfen und das nicht erst seit den letzten beiden Alben Crusade:Zero und Tremendum, die über Napalm Records eingespielt wurden. Ihr neues Glück haben sie nun bei Metal Blade Records gefunden und zahlen es mit einem schlagfertigen Langeisen zurück, auf das wir jetzt weiter eingehen wollen.

Auf starke wie prägnante Gitarren setzt der Opener Seventh Manvantara. Die schroffen Melodiebögen dürfen da nicht fehlen, technisch hauen Hate wunderbar einen raus, auch wenn die blöden Vergleiche nicht verschwinden wollen. Mit Triskhelion könnte man das Thema sogar noch um eine Spur intensivieren. Schluss damit, Sänger Adam Buszko bringt sachlich seine Wut zum Ausdruck, die im tödlichen Einklang der Gitarren vom Schlagzeuger Paweł Jaroszewicz vorangetrieben werden. Rückschritt? Fortschritt? Eher eine solide Weiterentwicklung, ohne vom eingeschlagenen Weg abzukommen. Modern, keines Wegs altbacken, zaubern Hate schulterschwere Headbangpassagen aus dem Hut. Griffige Riffs, groovende wie energiegeladene Stimmungswechsel zerstören jede aufkommende Harmonie. Black Metal mit den feinen Vorlieben aus dem Bruder-Genre machen Auric Gates Of Veles zu einem schlagfertigen Studioalbum, in dem der erste Schlag zwischen den Augen sitzt. Wenn man kein Ziel hat, gerät man ins Wanken, nicht so Adam Buszko – mit breiter Brust steht er jeder Sekunde zu dem, was er in den diesen acht Hymnen aus den Boxen bringt. Selbstbewusst gehen die Blicke nur nach vorne. Das Ergebnis: Kein einziger Filler hat sich auf Auric Gates Of Veles verirrt. Viel mehr kann man gleich inspirierende Kompositionen begutachten, die einen schnell Mitnehmen. Es kommt kein falsches Gefühl hoch, auf Replay drücken zu wollen. Sovereign Sanctity trägt den Hass im Herzen, kann zunächst Ruhe hereinbringen, um danach zu explodieren. Kommen wir zum nächsten Punkt, abgeklärt, gar souverän, schaffen die Wegbegleiter Konrad „Destroyer“ Ramotowski und Paweł Jaroszewicz die mächtigen Wellen einzufangen, abzurunden und prasselnd häppchenweise zu servieren. Atmosphärisch auf der einen Seite, kalt und unbedarft auf der anderen, dies macht Hate im Jahr 2019 zu einer ernst zunehmenden Waffe, der nicht viel fehlt. Da kommt das Problem wie ein Bumerang zurück, trotz der ansehnlichen Performance wartet man vergeblich auf den großen Kick, auf erschütternde Salven die einen an diese Gruppe binden.

Hate – Auric Gates Of Veles
Fazit
Man kann Auric Gates Of Veles wie einen gut abgerichteten Kampfhund einfach laufen lassen, er kommt immer unversehrt zu seinem Zuhause zurück. Zähne zeigen, tief grollend bleibt der tödliche Biss aus, schließlich hat eine blutige Auseinandersetzung nicht selten eine Einschläferung zur Folge. Mächtig Böse, dennoch braucht man auch bei den Tracks keine Angst haben, dass man mit abgetrennten Gliedmaßen aus dem Kampf kommt. Tiefe Spuren können als kleine Höhepunkte hinterlassen werden, um schlussendlich auf den Punkt zu kommen. Hate haben das nächste gute Album am Start, das gleicherweise wie die Vorgänger ganz oben anklopfen kann, aber aus fadenscheinigen Gründen die ganz große Bühne nicht erobern kann.

Anspieltipps: Triskhelion und Sovereign Sanctity
Rene W.
7.8
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Contra
7.8
Punkte
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