Hell`s Belles am 10.08.2018 auf dem Rathausplatz in Maulburg

„Hell`s Belles am 10.08.2018 auf dem Rathausplatz in Maulburg“

Eventname: Open Air Maulburg

Band: Hell`s Belles

Ort: Rathausplatz, Hermann-Burte-Str.57, 79689 Maulburg

Datum: 10.08.2018

Kosten: Eintritt frei

Genre: Hard Rock, Blues Rock, Rock`n Roll

Besucher: ca. 250 – 300

Veranstalter: Ochsen Maulburg – Live Musik e.V.

Link: http://www.ochsen-maulburg.de

Setlisten:

[cbtabs][cbtab title=“Hells Belles“]

  1. Hell Ain`t A Bad Place To Be
  2. Girls Got Rhythm
  3. Shoot To Thrill
  4. Back In Black
  5. You Shook Me All Night Long
  6. Thunderstruck
  7. Rock Or Bust
  8. Dogs Of War
  9. Touch Too Much
  10. What Do You Do For Money Honey
  11. Whole Lotta Rosie
  12. High Voltage
  13. The Jack
  14. Rock`n Roll Damnation
  15. Highway To Hell
  16. T.N.T.
  17. Hells Bells
  18. Let There Be Rock

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Die Kleinstadt Maulburg im Landkreis Lörrach ist nicht gerade eine Hochburg für Livekonzerte irgendwelcher Bands. Die großen Bands spielen meist im nahen Pratteln in der Schweiz und selbst die kleinen Regio-Bands machen um Maulburg für gewöhnlich einen Bogen und treten lieber im größeren Lörrach auf. Eine Handvoll Musikliebhaber rund um den Ochsen-Wirt Uwe Friese und dem Verein Ochsen Maulburg Musik Live hält aber tapfer die Flagge hoch und organisiert immer wieder kleinere Konzerte im Ochsen, oder eben auch als Open Air auf dem kleinen Rathausplatz. Zum zweiten Open Air in diesem Jahr hat man mit den Hell`s Belles eine AC/DC – Tribute Band eingeladen.

AC/DC – wer kennt sie nicht? Sie zählen zu den Pionieren des harten Blues Rock. Bereits 1973 gründeten die in Schottland geborenen Brüder Angus und Malcolm Young die australische Band und legten damit den Grundstein für eine Weltkarriere. Bis heute verkauften sie mehr als 150 Millionen Tonträger, die in jede gut sortierte Plattensammlung eines jeden Rockfans gehören. In den letzten Jahren machten die Down Under-Rocker sich jedoch immer rarer, das letzte Studioalbum erschien im Jahr 2014 und nach dem Tod von Malcolm Young ist Angus Young das einzig verbliebene Gründungsmitglied. Ob und wie es mit AC/DC weitergeht, ist nicht wirklich klar, obwohl es momentan Gerüchte gibt, dass ein neues Album in Arbeit ist.

Immer, wenn eine große, erfolgreiche Band in Rockerrente geht, oder sich aus irgendwelchen Gründen rar macht, schießen die Tributebands wie Pilze aus dem Boden. So natürlich auch im Fall von AC/DC …

Als ich gegen 19:00 Uhr in Maulburg ankomme, ist auf dem Rathausplatz noch nicht viel los. Es gibt zwei Verpflegungspavillons für feste und flüssige Nahrung und es sind einige Bierbänke aufgestellt, an denen nur eine Handvoll Leute sitzt. Ich war noch nie zu einem Konzert hier und habe auch vom Ochsen als Veranstaltungsort und dem heutigen Konzert eher durch Zufall im Facebook erfahren. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber bei meiner Ankunft bin ich doch etwas überrascht. Zum einen, weil kein Eintritt verlangt wird und der Rathausplatz frei zugänglich ist, zum anderen, weil die Bühne die Ladefläche eines 7,5 t LKW ist.

Um 20:30 Uhr soll es eigentlich laut Flyer losgehen, doch die Mädels der Band haben offenbar die Ruhe weg schließlich soll es erst gegen 21Uhr richtig losgehen. Sie gehen zum Umziehen dann in den Ochsen, der ein Stück die Straße runter liegt, um dann gegen 21:10 Uhr die Ladefläche des LKW zu betreten. Der Rathausplatz ist mittlerweile rappelvoll und die All-Girl-Band legt mit Hell Ain`t A Bad Place To Be gleich richtig los. Die Band wurde in Jahr 2002 von Schlagzeugerin Steffi gegründet und konnte sich sehr schnell einen guten Namen erspielen. Die Hell`s Belles spielen zwei Sets à 9 Songs und dabei reiht sich ein AC/DC Klassiker an den nächsten. Das Maulburger Publikum, das überwiegend aus Altrockern samt Familie besteht, scheint begeistert zu sein, denn Songs wie z.B. Back In BlackThunderstruck oder Touch Too Much werden begeistert aufgenommen und gefeiert. Nachvollziehen kann ich die große Begeisterung nicht so ganz, denn so nah am Original, wie die Band auf ihrer Website behauptet, sind die Mädels nach meiner Meinung definitiv nicht. Dass sie hier auf dem LKW aus Platzgründen nicht die ganz große Show abziehen können, ist ganz klar. Jede steht halt an ihrem zugewiesenen Platz und tut das, was geht, spielen. Der Sound ist okay und auch ihre jeweiligen Instrumente beherrschen die Höllenengel. Das war es dann aber auch leider schon, denn was hier gesanglich abgeliefert wird, das geht gar nicht. Die britische Frontfrau mit den knallig roten Haaren macht zwar optisch was her, aber ihr blutarmes Stimmchen passt so gar nicht zum rotzigen Blues Rock der Australier. Sie kommt weder an die Röhre von Bon Scott,noch an die von Brian Johnson. Nach meiner Meinung Null Power, null Intensität, obwohl sie immer wieder versucht, die Songs mit viel Leidenschaft rüberzubringen. Die Stimme mag beim 08/15-Pop von Dieter Bohlen funktionieren, doch beim Rock’n’Roll à la AC/DC ist sie eine absolute Fehlbesetzung nach meiner Meinung. Auch optisch passt das kurze schwarze Kleidchen nach meiner Meinung eher auf die Schlagerbühne zu Immer Wieder Sonntags mit Stefan Mross im Europa Park. Jeans und Ballonmütze wären es gewesen. Die Gitarristin kommt bewegungstechnisch zumindest ansatzweise an Angus heran, halt den Möglichkeiten hier entsprechend. Auch die weiße Bluse mit schwarzer Hell`s Belles Krawatte sind okay, aber trotz der Wärme hätte ich mir auch hier die Schuluniform gewünscht. Nichtsdestotrotz, ein Hingucker sind die Mädels allemal und viel mehr hat man hier offenbar auch nicht erwartet, denn das Publikum ist begeistert. Nach neun Songs ist das erste Set beendet und die Band verschwindet von der Bühne.

Das zweite Set beginnt dann mit What Do You Do For Money Honey. Nun ja, die Frage beantwortet sich von selbst…, alles ! Ich gebe mir noch Whole Lotta Rosie und High Voltage, doch dann habe ich genug gesehen und mache mich lieber auf den Heimweg. Es gibt mit Live WireBarockAtze DatzeBallbreakers oder AB/CD durchaus brauchbare Coverbands, doch die Hell`s Belles sollten ihr Ding noch einmal überdenken. Dennoch hier an dieser Stelle noch einmal ein großes Kompliment an die Veranstalter vom Ochsen Maulburg für die ansonsten perfekte Organisation.

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