Hexvessel – All Tree

“Entspannt wegschlummern!“

Artist: Hexvessel

Herkunft: Tampere, Finnland

Album: All Tree

Spiellänge: 46:05 Minuten

Genre: Folk Metal

Release: 15.02.2019

Label: Century Media Records

Link: https://www.hexvessel.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Mathew Kvohst McNerney, Marja Konttinen
Gitarre  – Andrew McIvor
Gitarre – Jesse Heikkinen
Bassgitarre – Kimmo Helén
Keyboard – Antti Haapapuro
Schlagzeug – Jukka Rämänen

Tracklist:

  1. Blessing
  2. Son Of The Sky
  3. Old Tree
  4. Changeling
  5. Ancient Astronaut
  6. Visions Of A.O.S
  7. A Sylvan Sign
  8. Wilderness Spirit
  9. Otherworld Envoy
  10. Birthmarc
  11. Journey To Carnac
  12. Liminal Night
  13. Closing Cirlces

Schmusen mit Bäumen ist zwar irgendwie idiotisch, aber ich denke, dass Hexvessel mit dem die Band beherrschenden Symbol des Baumes ihre Naturverbundenheit als große Konstante im Schaffen ausdrücken wollen; nunmehr eben auf All Tree, dem Nachfolger des 2016 erschienenen When We Are Death. 

Auffällig zum Vorgänger ist der Wegfall des irgendwie zu sehr gewollten 70er-Rockelements im Sound der Band, stattdessen betont man die Melodiösität der akustischen Gitarren. Dabei schafft man es mit unfassbarer Leichtigkeit, wie ein um halb fünf Uhr morgens erwachender Wald zu klingen, grandios nachzuhören im Song A Sylvan Sign, der gleichzeitig das geheime Zentrum des Albums darstellt, um das sich alles dreht. Hinführen zu diesem Oeuvre dürfen Perlen wie die wahnsinnig guten Songs Son Of The Sky, Old Tree, Changeling und Ancient Astronaut, die die bisher stärksten Songs der Band darstellen, da sie zum einen die Melancholie eines Nick Drake ins Jahr 2019 transportieren, zum anderen aber sagen wollen, dass das Leben doch eigentlich gar nicht so schlimm ist, Heilung findet man in der Natur.

Fast schon groovy ist Wilderness Spirit, der jedoch schnell die Kurve zum bedrohlichen Otherworld Envoy schlagen kann, in dem unterschwellig das Fünkchen einer Stromgitarre zum Transport verhaltener Aggressivität genutzt wird, dieser aber jene ganz entspannt mit dem meditativen Birthmark die Kraft entgleitet. Komisch, Sänger Mathew Kvohst McNerney erinnert mich mit seiner sanften Stimme immer mehr an Chris de Burgh zu seinen besten Zeiten, was der Band ungemein gut steht. Journey To Carnac ist ein gechilltes Instrumental hin zum knisternden Liminal Nights, dem ein latenter Rummel-Rhythmus unterlegt worden ist, creepy, jedoch sehr effektvoll. Spannungsvoll arbeitet man in dem tieftraurigen Closing Circles, hier gilt es einfach hinzuhören, genießen und entspannt wegschlummern.

Fazit: Ich persönlich bin ein großer Fan von gutem und klischeefreiem Folkmetal. Hexvessel gehören definitiv zu den Ausnahmekönnern in ihrem Genre und ließen bereits auf dem Vorgänger ihr Talent durchblitzen, welches nunmehr in unaufdringlichem Glanz geheimnisvoll schimmern darf. Die Musik spricht für sich und umgibt die Band mit einem mystischen Nebel, den es zu lüften gilt. Was für eine tolle Musik.

Anspieltipps: alles
Dominik B. 10
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