Holding Absence – Holding Absence

„Holding Absence stehen für ehrliche und aufrichtige Musik!“

Artist: Holding Absence

Herkunft: England / Cardiff

Album: Holding Absence

Spiellänge: 47:51 Minuten

Genre: Metalcore / Post Hardcore Metal

Release: 08.03.2019

Label: SharpTone Records

Link: https://www.holdingabsence.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Lucas Woodland
Gitarre – Feisal El-Khazragi
Gitarre – Giorgio Cantarutti
Bass – James Joseph
Schlagzeug – Ashley Green

Tracklist:

  1. Perish
  2. Your Love (Has Ruined My Life)
  3. Like A Shadow
  4. You Are Everything
  5. Marigold
  6. To Fall Asleep
  7. Monochrome
  8. A Godsend
  9. Last Of The Evening Light
  10. Purge
  11. Wilt

Holding Absence starten mit ihrem gleichnamigen Debütalbum Holding Absence am 8. März 2019 durch.

Die Formation aus Cardiff (England) ist bislang ein nahezu unbeschriebenes Blatt. Mir war diese Post Hardcore Band auch noch nicht bekannt. Die Jungs sind derart frisch, dass sie in keinem Metal Archiv auftauchen. Viel mehr an Informationen, als vom Label SharpTone Records bekannt gegeben wird oder was auf der Bandhomepage steht, war im Netz nicht zu finden. Fasziniert stellte ich fest, dass die Herren in Sachen Bandmerch äußerst fleißig und kreativ sind. Vom Kappu-Shirt bis hin zu Socken gibt es alles, was das Herz begehrt, im eigenen Shop zu erwerben. Das Bandlogo, eine halb skelettierte Motte, sieht als Patch schon verdammt cool aus! Laut Aussage von Frontmann Lucas Woodland steht das britische Quintett für ehrliche und aufrichtige Musik. Bei Streamingdiensten wie Spotify, Apple Music und Deezer etc. hat man die Gelegenheit schon mal in die bisherigen EPs und Singles reinzuhören. Wer neugierig geworden ist, kann sich auf einem Konzert der laufenden Tour einen weiteren Eindruck von der Band verschaffen.

Holding Absence standen bereits mit Kollegen wie Being As An Ocean, Casey und Burning Down Alaska auf der Bühne, denen sie vom Stil her ähnlich sind. Der Gesang erinnert mich allerdings deutlich an Chester Bennington von Linkin Park. Die Band selbst zeigt sich offen und legt sich stilistisch nicht fest. Holding Absence lassen sich vielseitig inspirieren, wie zum Beispiel von Radiohead oder auch Thy Art Is Murder, von denen sie selbst Fans sind. Den Briten ist es sehr wichtig, authentische Musik zu produzieren sowie Emotionen zu vermitteln. In einem Zitat lässt Lucas Woodland verlauten: „Der Tag, an dem wir aufhören, echte Musik zu schreiben, unabhängig vom Genre, ist der Tag, an dem Holding Absence stirbt.“ Bei so einem Statement wird deutlich, wie ernst sie ihre eigenen Ziele nehmen.

In ihrem Erstlingswerk Holding Absence geht es um Liebesschmerz, Frust sowie gebrochene Herzen. Die Lieder sind insgesamt sehr emotionsgeladen, ähneln sich allerdings auffällig vom Songwriting her. Die Kompositionen bedienen sich mit Ausnahme der Balladen demselben „Strickmuster“. Sphärische Klänge mischen sich mit einem scheppernden Grundsound. Die Gitarrenarbeit kommt bis auf wenige Momente kaum zur Geltung. Der Gesang von Lucas Woodland sowie dominante Drums stehen stets im Vordergrund. In den härteren Gesangspassagen wirkt Lucas sehr angestrengt. Die Stimme kippt ähnlich wie bei Anders Friden (In Flames) in den letzten Jahren. Ich muss da irgendwie an den witzigen Werbesport für Halspastillen, mit einer unbekannten Black Metal Band denken. Stimmtraining ist auf jeden Fall noch notwendig. Auch beim Mastering sehe ich einen klaren Optimierungsbedarf.

Sphärische Klänge läuten den Song Perish ein. Gefühlvoller Klargesang wechselt sich mit äußerst kratzigen Brüllparts ab, begleitet vom scheppernden Grundsound. Growling kann ich beim besten Willen noch nicht erkennen. Die richtige Stimmung zum Chillout stellt sich allerdings sofort ein. Your Love (Has Ruined My Life) zieht direkt nach. Hier sind erstmals Halleffekte im Einsatz, die sich auch bei den weiteren Songs fortsetzen. Zeitweise kommt auch mal der Bass aus seiner Deckung. Like A Shadow ist eingängig und etwas poppiger. Der Track wirkt um einiges abgeschwächter als die übrigen Nummern. You Are Everything holt das mit druckvollerem Sound und kräftigeren Riffs wieder auf und verschafft so einen Ausgleich. Marigold ist eine klassische Ballade, ausschließlich mit Pianountermalung, die sich über vier Minuten hinzieht – gefühlvoll, aber mit etwas sedierender Wirkung. Der Titel To Fall Asleep lässt Ähnliches vermuten, weckt aber mit energischeren Stromgitarren und eingängigen Hooks, die zu Mitwippen einladen, erneut die Synapsen. Monochrome verleitet dann wieder dazu, sich seinen Tagträumen hinzugeben. Bei A Godsend geht es ins Reich der Tiefenentspannung, ideal nach einem harten, stressigen Tag. Softer Gesang und ein getragener Sound lassen alles vergessen, was vorher war. Bei Last Of The Evening brüllt sich Lucas Woodland die Lunge raus, lässt noch einmal allen Emotionen freien Lauf. Die Ballade Purge erinnert an den Soundtrack eines Filmabspanns. So recht kann man sich in den zwei Minuten nicht auf den Song einlassen. Am Ende steht noch einmal Feuerzeugalarm an, wenn es herzzerreißend heißt: „Hold me now, for a little bit!“ Ein schöner Schmachtfetzen, der gekonnt alle emotionalen Knöpfe drückt, sodass man ergriffen das Taschentuch zücken möchte. Das Gesamtkonzept kann man gut und gerne als ausbaufähig bezeichnen. Da geht ganz sicher noch was!

Tourdaten:.
08.03.2019 DE – Stuttgart, Juha West
09.03.2019 DE – Nürnberg, Hirsch
10.03.2019 DE – Leipzig, Naumanns
11.03.2019 DE – Berlin, Cassiopeia
12.03.2019 DE – Hamburg, Hafenklang
14.03.2019 AT – Wien, Viper Room
15.03.2019 HU – Budapest, Dürer Kert
16.03.2019 DE – München, Feierwerk
17.03.2019 DE – Oberhausen, Kulttempel
18.03.2019 DE – Wiesbaden, Schlachthof
19.03.2019 FR – Paris, L‘International
20.03.2019 NL – ´s Hertogenbosch, W2 Poppodium
21.03.2019 UK – Southampton, The Joiners
22.03.2019 UK – Birmingham, Birmingham Flapper
23.03.2019 UK – Leeds, The Key Club
24.03.2019 UK – Hull, O´Reilly´s
25.03.2019 UK – Glasgow, The Garage
27.03.2019 UK – Manchester, Rebellion Club
28.03.2019 UK – Cardiff, The Globe
29.03.2019 UK – Camden, The Underworld

Fazit: Dieses Album kann man durchaus zum Chillen im Hintergrund laufen lassen. Emotional kommen die Songs dort an, wo sie ankommen sollen. Anspruchsvoll geht allerdings anders. Die Songstruktur ist durch die Bank weg sehr einfach gehalten und wirkt deshalb auf Dauer eintönig. Das gesamte Soundkonzept von Holding Absence ist noch etwas reifebedürftig. Es fehlt an allen Ecken und Kanten - Songwriting, Gesang und auch Instrumentalarbeit sind nicht optimal aufeinander abgestimmt. Den Klargesang beherrscht Lucas Woodward, wenn es allerdings in die Vollen geht, braucht er etwas Stimmtraining oder einen Gesangspartner, der ihn hierbei ergänzen kann, wenn es in Richtung Growling geht. Die Briten benötigen insgesamt einfach ausreichend Zeit, ihren Weg zu finden. Sie haben definitiv gute Ansätze gezeigt und eine Chance verdient, ihr Können weiter zu entwickeln.

Anspieltipps: Perish, To Fall Asleep, Wilt
Sandra R.-A.6.5
Leser Bewertung1 Bewertung7.9
6.5
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