Impericon Festival 2016 in der Turbinenhalle in Oberhausen

“Impericon Festival 2016 in der Turbinenhalle in Oberhausen“

Festivalname: Impericon Festival

Bands: Hatebreed, Calljon, Eskimo Callboy, Nasty, Northlane, Emmure, Despised Icon, Bury Tomorrow, Chelsea Grin, Any Given Day, Hundredth, Vitja, Blessthefall, Mindcollision, Coldburn

Ort: Oberhausen, Turbinenhalle

Datum: 22.04.2016

Kosten: 48,25 € VK

Genres: Hardcore, Metalcore, Djent, Trancecore

Veranstalter: Impericon (http://www.Impericon.com)

Link: http://www.Impericon.com/de/festival
Impericon2016_Header

Endlich Freitag und schön früh Feierabend gemacht! Wozu Überstunden nicht alles gut sind. Zum Beispiel um überpünktlich vor den Toren des Impericon 2016 in Oberhausen zu stehen.

Vor der Halle warten bereits die ersten Leute auf Einlass, der uns aber anstatt um 14:00 Uhr erst eine volle Viertelstunde später gewehrt wird. Normalerweise fangen die ersten Leute schon nach fünf Minuten an zu meckern, warum nicht endlich die Tür geöffnet wird. Dem ist heute nicht so. Alle sind entspannt und genießen die warmen Sonnenstrahlen.

In der Halle angekommen, hole ich mir erstmal einen Packen Wertmarken, damit meine Verpflegung für diesen Tag gesichert ist. Die ersten Leute holen sich ihre Festivalbändchen und das erste Bierchen. Am Merch Stand von Nasty sind bereits Matti und Paddy fleißig und vertickern ihre ersten Shirts. Mit dabei an einem separaten Stand ist auch Matar Athletics Streetwear von Matti. Echt coole Klamotten! Neben einem Barber Shop, an dem man sich eben schnell eine neue Frisur zulegen kann, sind noch der Gitarrenhersteller Ibanez (an dem auch die Autogrammstunde von Nasty stattfindet) und diverse Imbissbuden in einer Halle verteilt. Die Zeit vergeht und langsam füllt sich die Turbinenhalle in Oberhausen mit Leuten, die den Tag mit einem geilen Line Up verbringen werden.

Die erste Band, die ich mir in diesem Bühnen-Marathon heute anschaue, ist Mindcollision. Die Band aus dem Kanton Zug in der Schweiz macht eine Mischung aus Rap Metal und Nu Metal, was mich aber nicht so recht überzeugen kann. Sie machen ihre Sache gut, aber so richtig Party ist hier nicht…die soll erst noch kommen! Die zweite Band des Abends sind Blessthefall aus Arizona. Bam! – und direkt eins auf die Mütze. Was ich hier höre, gefällt mir sehr gut. Die Jungs machen Spaß und geben echt alles. Metalcore aus den USA eben!

Mindcollision
Mindcollision

Schnell zur Second Stage gewechselt, wo jetzt Coldburn die Hardcore Keule auspacken. Leider will auch hier nicht so richtig Stimmung aufkommen. Dennoch animiert der ein oder andere Song zum Mitmachen. Zurück zur Main Stage, wo jetzt gleich Bury Tomorrow aus England spielen. Ihre melodiösen Parts gehen echt ins Ohr, muss ich sagen. Die Jungs um Sänger Daniel Winter-Bates überzeugen und werden mit Sicherheit den ein oder anderen neuen Fan mit nach Hause nehmen. In der Nachbarhalle sind währenddessen die Djent-Hybriden Vitja auf der Bühne. Dieses Hin und Her macht echt durstig und ich genehmige mir mein erstes Nachmittags-Bierchen bevor ich mir eine Band anschaue, die ich schon lange mal live sehen wollte. Northlane aus Sydney, die dort 2013 mit ihrem Werk Singularity das Album des Jahres hingelegt haben. Die Messlatte liegt echt hoch. Musik im Studio einspielen ist das eine, live überzeugen eine ganz andere Geschichte. Aber ich muss echt sagen, das, was Northlane hier abliefern, überzeugt mich. Die Jungs vom anderen Ende der Welt beherrschen ihre Instrumente im Schlaf und man sieht ihnen an, dass sie lieben, was sie tun.

Blessthefall
Blessthefall

Nach guten zwanzig Minuten Umbaupause stehen Emmure auf der Bühne. Der erste Auftritt seit der Trennung von Sänger Frankie Palmeri. Sein Eingeständnis, ein „Arschloch“ gewesen zu sein, trifft den Nagel auf den Kopf würde ich sagen. Wenn man sich anschaut, wie oft schon Drummer und Gitarristen die Band verlassen haben, muss es ja irgendein „Problem“ in dieser Band geben. Egal! Emmure sind in neuer Besetzung in Oberhausen angekommen und stehen gemeinsam auf der Bühne und es gelingt auf Anhieb, die Halle in Stimmung zu bringen.

Emmure
Emmure

Vor dem Endspurt des Impericon Festivals 2016 schieb ich mir mal eben schnell eine Currywurst rein und spüle sie mit meinem zweiten Bier des Tages runter. Gestärkt mache ich mich auf den Weg zur Main Stage, wo mir vom netten Security Mitarbeiter gesagt wird, dass die Fotografen gleich ein bisschen Abstand zur Bühne halten sollen, weil die Band irgendwelche Sachen abschießt! „Okay“, denke ich mir. Hier wird gleich geschossen? Ach ja! Callejon vs. Eskimo Callboy. Ich bin echt gespannt, was das jetzt geben wird. Ich stell mir sowas vor wie es Parkway Drive und Heaven Shall Burn 2014 im Palladium in Köln gemacht haben. Aber auf das, was hier gleich passiert, war wohl keiner vorbereitet. Die Crew schiebt eine riesige Theke im Stile des Coyote Ugly auf die Bühne. Oben drüber prangert in nicht zu übersehenden Lettern „Callejon vs. Eskimo Callboy„. Nahezu pünktlich um 20:00 Uhr betreten die Kontrahenten die Stage. Wie beim Einzug der Clowns im Zirkus kommen die Jungs aus Castrop Rauxel und Köln auf die Bühne. Basti von Callejon kommt mit einer Knarre bewaffnet aus dem Nebel geschossen. Skeletor höchstpersönlich springt über die Bühne und ein recht hagerer Boxer mit langem Haar posiert vorm Publikum. Was ist hier los? Hier passiert grad so viel, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hingucken soll. Ach, die Requisiten-Flaschen auf der Theke sind alle voll. Na dann Prost! Schon geht die Party los und das Publikum rastet aus. Während Eskimo Callboy vorne die ersten Songs spielen, machen die Jungs von Callejon Faxen auf der Bühne und ballern sich den Sprit in den Kopf. Na, das nenne ich Unterhaltung! Leider finde ich das „Gedisse“ der Bands mit der Zeit echt albern und echt zu viel. Ansonsten hatte das echt Unterhaltungswert und war mal was anderes. Definitiv den Fight gewonnen haben aber Callejon, die hier echt abgeliefert haben. Wenn Basti nach der Show noch eine Stimme hatte, würd mich das echt wundern. Das soll keinesfalls heißen, dass die Eskimos schlecht waren, aber einer muss ja gewinnen!

Calljon vs Eskimo Callboy
Calljon vs Eskimo Callboy

Kurzer Sprint zur anderen Halle, in der jetzt Nasty abreißen. Auf die Jungs habe ich mich gefreut! Da ja zur gleichen Zeit der „Zickenkrieg“ in der großen Halle stattfindet, ist hier leider nicht so viel los. Was aber keinesfalls heißt, dass hier nichts geht. Hier geht eine Menge. Nasty ballern einem die Riffs nur so ins Gesicht. Als Matti von der Bühne springt und den Fans das Mikrofon entgegenstreckt, springen die Leute fast übereinander, um auch mal einen Shout zum Besten zu geben. Diese Band hat ihren Erfolg echt verdient und macht einfach nur Spaß. Das ist purer Hardcore in your face.

Nasty
Nasty

Nach einem kurzen Stop in den gekachelten Räumen, stehe ich nun wieder in der großen Halle und warte auf den Headliner des Abends – Hatebreed. Die Halle ist recht gut gefüllt, dennoch würden hier noch einige Leute mehr rein passen. Zur gleichen Zeit spielen Despised Icon in der anderen Halle. Man musste sich halt entscheiden, wo es hingehen soll. Ich habe mich an diesem Abend für Hatebreed entschieden. Jamy Jasta und seine Jungs legen hier gut los und im Moshpit geht auch so einiges. Auch der Sound ist heftig. Hier drückt der Bass bis in die letzte Ecke der Halle. Alles in allem haben Hatebreed hier einen guten Job gemacht. Habe aber auch schon viel bessere Shows von den New Yorkern gesehen.

Hatebreed
Hatebreed

Fazit: Dieses Jahr für mich nicht das beste Line Up, aber dennoch ein Genuss viele Gute Bands gesehen zu haben. Überzeugt haben mich an diesem Marathon Abend definitiv Blessthefall, Northlane und die Hardcore-Dampfwalze Nasty. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder dabei sein kann und freue mich auf die Impericon Festivals 2017.

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