Insane – Victims

Der DeLorean ist getankt. Ab in die Achtziger.....

Artist: Insane

Herkunft: Schweden

Album: Victims

Spiellänge: 42:23 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 30.04.2021

Label: Dying Victims Productions

Link: https://insanesweden.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Gustaf Hellberg
Gitarre – Erik Kristhammer
Bassgitarre – Rickard Nygen
Schlagzeug – Johnny Lesbisch

Tracklist:

  1. Maximum Force
  2. The Sword
  3. Cruel Command
  4. The Theme (Victims)
  5. Sinister Night
  6. At Dawn They Die
  7. Sanitarium
  8. Skullcrusher
  9. Oblivious Void
  10. Tormented Breath

Die Schweden von Insane wirbeln seit 2009 den Underground auf und haben schon einiges auf den Markt geworfen. Ab 2010 liefert man fast jedes Jahr was ab. Dabei handelt es sich um Demos, EPs und Splits. 2017 erschien dann das Debüt namens Evil. Nach einer Compilation im Jahre 2019 erscheint nun das zweite Album.

Das Quartett macht keinen Hehl heraus, dass es tief in der Vergangenheit feststeckt. Dieses wird sofort hörbar. Gleich die ersten Sekunden des Songs Maximum Force verraten, wohin die Reise gehen wird. Der DeLorean wurde aufgetankt, der Blitz ist eingeschlagen und die Achtziger lachen uns an, sowohl gesanglich als auch produktionstechnisch. Nach einem melodischen Leadgitarrenpart geht es ab wie Luzis Katze. Thrash Metal der Achtziger. Vorspieler und dann wird gedroschen, was das Zeug hält. Vollgas, Tempo raus und so weiter. Ein Refrainpart ist ja immer Pflicht und dann gibt es auch schon einen Slayer-Part zu hören. Was Neues gibt es hier nicht zu hören, aber Nostalgiker dürfen sich freuen, denn der Opener bietet eine gelungene Huldigung.

The Sword geht genauso weiter. Kleines Drumsolo und wieder einmal merke ich, dass ich den Drumsound, den damaligen Sound liebe. Besonders der Klang der Toms fand und finde ich noch absolut fantastisch. Der Song selber setzt den eingeschlagenen Weg fort, liefert old schooliges Riffing und variiert mit dem Tempo. Gute-Laune-Musik, definitiv.

Es folgt der längste Song des Albums. Cruel Command kommt mit einem guten Riff langsam aus den Boxen gekrochen. Der Sänger kotzt sich ordentlich aus und das Tempo bleibt relativ entspannt. Der Part wiederholt sich und man schleppt sich gut vorwärts. Das Riffing sitzt, kommt einem aber natürlich bekannt vor. Ein bedrohlicher, langsamer Part wird aufgebaut. Kurze Gitarrenklänge mit betonenden Drums und passendem Gesang. Ein Solo folgt, welches aber irgendwie nicht hängen bleibt und das Tempo wird erhöht. Die Band präsentiert sich hier aber sehr variabel und abwechslungsreich. Die Anzahl der Leads wurde erhöht, mir gefallen die kurzen Songs aber besser.

Im Vorfeld habe ich mir das Album Evil aus dem Jahre 2017 angehört und im Vergleich dazu muss man sagen, dass die Schweden sich echt weiterentwickelt haben. Das Ganze klingt irgendwie durchdachter, ausgereifter, strukturierter, intensiver und komplexer. Der Spirit war auch schon auf dem Vorgängeralbum zu hören und wird jetzt noch verfeinert, in allen Bereichen.

The Theme (Victims) ist ein kleines Intro so zwischendurch, bevor man dann mit Sinister Night sofort wieder loslegt wie die Feuerwehr und alles niederdrischt. Die Bay Area ist zumindest kurzfristig mal an Schweden ausgeliehen worden. Geht gut ins Ohr und dürfte live für viel Stimmung im Publikum sorgen. Das Solo ist einfach nur geil. Natürlich kommt einem auch hier einiges sehr bekannt vor.

At Dawn They Die mit seinem nach Posssessed klingen Anfang kommt auch so richtig geil aus den Boxen geballert und läuft runter wie schwedisches Maschinenöl.

Dann folgt eventuell das Highlight des Albums. Sanitarium klingt sehr eigenständig. Das Riffing ist sehr geil und bleibt hängen. Das Tempo ist nicht so hoch, aber das steht dem Song gut zu Gesicht, denn die Parts und der Gesang werden dadurch in den Vordergrund gerückt. Nicht nur mitten im Song erinnert mich die Band dann ein wenig an Metallica. Das Solo klingt auch hier richtig gut.

Victims ist ein gutes Thrash Metal Album geworden. Der Gesang hätte vielleicht ein wenig mehr nach vorne gerückt werden können, ansonsten ist aber alles in Ordnung. Eine gelungene Huldigung an die Achtziger.

Insane – Victims
Fazit
Hier wird der Achtziger Thrash Metal nicht nur kopiert und abgefeiert, sondern auch eingeatmet und gelebt. Klar gibt es nichts Neues zu hören, aber wer einfach mal Bock hat, Achtziger Thrash zu hören und nicht immer die gleichen Bands hören möchte, ist hier genau richtig.

Anspieltipps: Maximum Force und Sanitarium
Michael E.
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