Invoke – Nomads

Auch Invoke können in der Europa League spielen

Artist: Invoke

Herkunft: Mönchengladbach, Deutschland

Album: Nomads

Spiellänge: 22:31 Minuten

Genre: Metalcore, Melodic Metalcore

Release: 10.08.2019

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/invokemetal/

Bandmitglieder:

Gesang – Marco Soumikh
Gitarre – Nils Waerder
Gitarre – Niklas Peterz
Bassgitarre – David Wolters
Schlagzeug – Maximilian Henn

Tracklist:

  1. Anhedonia
  2. Nightcrawler
  3. Lonely King
  4. Deceiver (Feat. Marius Wedler)
  5. And I Do Forgive Myself
  6. Empire

 

Ich finde es ja immer wieder schön, wenn sich Underground-Bands von Nichts und Niemandem beeinflussen lassen und auch Wechsel in der Bandbesetzung erfolgreich meistern. Zum ersten Mal habe ich Invoke zufällig beim Moshroom Festival 2016 erlebt. Da stand noch Arno am Mikrofon. Beim Moshroom Festival 2018 standen Invoke dann wieder auf der Bühne, da hatte schon Marco das Mikrofon übernommen. Auch an den Drums gab es einen Wechsel. Die EP IV aus 2015 wurde noch von Fabian eingeprügelt, aber seit geraumer Zeit hat schon Maximilian auf dem Hocker Platz genommen. Nun also die EP Nomads, auf der fünf Songs versammelt sind.

Auch auf Nomads wird man mit einer Art Intro begrüßt, wobei der gesprochene Part bei Anhedonia nahtlos in den eigentlichen Song übergeht. Hier kann Marco dann auch wieder beweisen, in welcher Bandbreite sich sein „Gesang“ bewegt. Neben den hohen Shouts kann er auch mühelos mit tiefen Growls punkten.

(Nicht nur) beim folgenden Nightcrawler warten Invoke mit so ziemlich allem auf, was man von einem geilen Metalcore-Song erwarten darf: griffige Riffs, gediegenes Bass-Fundament, solide Doublebase-Attacken und ein Breakdown, der sich gewaschen hat. Hier gibt’s dann sogar noch ein klasse Gitarrensolo auf die Ohren, und Klargesang kann Marco auch – ich nehme mal an, dass der von ihm ist.

Ein wenig holprig kommt Lonely King daher, das Tempo wird gedrosselt und der „Breakdown“ wartet dann erstaunlicherweise mit akustischen Gitarren auf. Sehr mutig, aber genau für diese Experimentierfreude liebe ich ja Undergroundbands!

Beim letztjährigen Moshroom Festival waren Breakdowns At Tiffany’s auch mit am Start, hier sind sie es ebenfalls. Zumindest in Person von Marius, der Marco am Mikro unterstützt. Seine Growls sind so ziemlich die tiefsten, die ich bei Undergroundbands jemals gehört habe. Da kommen eigentlich nur noch Marvin von Beginning und Daniel von The Ocean Screams dran. Sehr geil!

Genug des gedrosselten Tempos, mit And I Do Forgive Myself treten Invoke das Gaspedal wieder bis zum Bodenblech durch und nehmen den Faden von Nightcrawler wieder auf. Der Breakdown ist allerdings auch hier untypischerweise mit Akustikgitarren ausgestattet und kommt dementsprechend nicht ultrafies sondern sehr entspannt und für einen Breakdown ziemlich lang daher. Dass Invoke dann in den letzten ungefähr 40 Sekunden dann auch noch sehr relaxt im Stile von Maroon 5 – inklusive hohem Gesang – agieren, tackert mir einfach nur ein breites Grinsen ins Gesicht.

Empire nimmt dann zum Schluss wieder das Tempo raus, ist wohl als Abkühlphase gedacht. Dafür wartet der Song wieder mit nicht nur einem geilen Breakdown und den vielen unterschiedlichen Gesangsstilen, mit denen Invoke dank Marco punkten können, auf. Über die Arbeit der Instrumentalfraktion muss ich ja wohl nichts mehr sagen, das ist großartig, und das kriegen die Jungs auch genauso großartig live hin.

Die Veröffentlichung von Nomads soll natürlich gebührend gefeiert werden. Die Party findet also am 10.08. im Dingens in Grefrath statt. Mit am Start sind auch Honor Never Dies, In Arcane und Breakdowns At Tiffany’s, und für 5€ Eintritt sollte auch noch genug übrig sein, sich an den Merchandiseständen zu bedienen. Einlass ist um 19:30 Uhr, los geht’s um 20:00 Uhr. Da die Show von Time For Metal mit präsentiert wird, werde ich selbstverständlich vor Ort sein und freue mich schon sehr drauf!

Zum Track Deceiver (Feat. Marius Wedler) gibt’s hier das Video:

Fazit
Ich war gerade am vergangenen Wochenende beim Red Balloon Festival in Dorsten. An den zwei Tagen spielten 18 Bands bzw. Solokünstler, und Metal war eher in der Minderheit. Was mich aber immer wieder so fasziniert, ist, wie versiert jeder in seiner "Disziplin" ist. Beim Butterwegge hat einer neben Keyboard und Zieharmonika dann auch mal zur Bassgitarre gegriffen und dabei so dermaßen lässig ausgesehen, das war ganz großes Kino. Selbst beim Gesang hatte ich nicht so wirklich viel zu kritisieren. Warum ich das alles schreibe? Na, weil ich auch bei Invoke, und den vielen anderen Undergroundbands, die die härtere Schiene des Metal fahren, immer wieder großen Respekt dafür habe, dass man nicht nur sehr viel Zeit, Energie, Herzblut und natürlich auch Geld investiert, sondern wirklich auch noch so diszipliniert ist, ständig in Übung zu bleiben, um dieses hohe Level spielen (und singen) zu können. Also kommt am 10.08. nach Grefrath, hört Euch das ganze live an und quatscht mit den Bands. Die freuen sich über jeden, und dieser direkte Kontakt ist auch etwas, was ich an Undergroundshows so liebe, denn das gibt's anderswo eher selten bis gar nicht – und wenn, dann nur gegen Bares.

Anspieltipps: Nightcrawler, And I Do Forgive Myself, Empire
Heike L.9
Leser Bewertung3 Bewertungen8.4
9
Punkte

Kommentare

Kommentare

Weitere Beiträge
Frantic Aggressor – Land Mine Logic