Ironbourne – Ironbourne

Good old shit

Artist: Ironbourne

Herkunft: Ludvika, Schweden

Album: Ironbourne

Spiellänge: 51:03 Minuten

Genre: Heavy Metal

Release: 26.03.2021

Label: Pure Steel Records

Link: https://www.facebook.com/ironbourneofficial

Bandmitglieder:

Gesang – Torbjörn Andersson
Gitarre – Olof Geijer
Gitarre – Jonas Windle
Bassgitarre – Lars Andersson
Schlagzeug – Stefan Viktorsson

Tracklist:

  1. The Dreamer
  2. Elusive Reality
  3. Varsel
  4. Twilight Of Gods
  5. Too Late
  6. Covenant
  7. Hit The Wall
  8. Runaway
  9. Year Of Judgement

Es gibt sie noch, die Perlen, die meist unentdeckt bleiben. Im Falle von den Schweden Ironbourne ist diese Band zudem mit Musikern ausgestattet sind, die ihre Talente in den vergangenen Jahren größtenteils in diversen Coverbands zutage treten ließen, dadurch sicher aber auch veredelten. Offenbar war es den Herren damit aber nicht genug und trafen 2019 dann die einzig richtige Entscheidung und gründeten Ironbourne. Ziel? Eigene Songs nach eigener Fasson.

Über Pure Steel Records veröffentlichen Ironbourne dieser Tage nun ihr selbst betiteltes Debütalbum Ironbourne. Da machen es sich die fünf Talente erkennbar einfach, denn sie haben sich dem schlichten Heavy Metal verschrieben. Angemerkt sei an dieser Stelle, dass „einfach“ keinesfalls bedeutet, dass den Hörer nun belanglose oder uninspirierte Musik erwartet. Weniger ist manchmal mehr und meines Erachtens geht die Mischung aus Hardrock geschwängertem Heavy Metal und scheinbar einfach strukturiertem Songwriting vollkommen auf. Der Blick in Richtung Old School Heavy Metal mit puristischer Ausrichtung bleibt dabei stets gewahrt.

Wer hoch technisierte Gitarrenarbeit oder verschachtelte Songstrukturen sucht, wird hier nicht fündig werden. The Dreamer und Twilight Of Gods warten mit schnörkellosen und gleichermaßen kraftvollen Riffs auf. Das erinnert sehr an die guten alten Tage des NWOBHM, als er sich aufmachte, selbstbewusster und ausdrucksstärker zu werden. Das Songwriting ist übersichtlich gehalten, groovt aber wie Sau. Stampft, knallt und hinterlässt Eindruck. Das Simple in den Songs offenbart dabei raffinierte Stärken, in denen sich Torbjörn Andersson am Mikro frei entfalten kann. In seiner Stimme quillt die rauchige, kratzige Modulation im Bereich der mittleren Range quasi über. Er besitzt die Gabe, diesen rohgeschliffenen Songs eine besondere Attitüde mitzugeben. Nicht selten sehe ich Jeff Scott Soto vor meinem inneren Auge, dem ebenfalls die große Gnade zuteilgeworden ist, beinahe jeder Komposition seinen unverkennbaren Stempel aufzudrücken. Covenant zum Beispiel vereint klassischen Metal mit verschmitzt progressiven Anteilen und den eben starken Vocals. Geht vorwärts und reißt mit.

Ironbourne verarbeiten dezent und doch wahrnehmbar ältere Stilelemente. Ein wenig von Black Sabbath, ganz alte Anleihen der frühen Scorpions und ein Hauch von Manowar zu deren besten Zeiten ist den Klängen zu entnehmen. Runaway toucht gar Mindless Sinner an. Deshalb kommt das Album für mich auch sehr interessant und folglich abwechslungsreich rüber.

Das konsequent angewandte Midtempo ist geradezu prädestiniert für diese Musik. Die Füße sind ständig in Bewegung. Tracks wie Hit The Wall bringen überdies eine epische bis mystische Note mit sich, der man sich einfach nicht entziehen kann. Und zu guter Letzt noch Year Of Judgement. Diese Nummer pflügt sich unaufhaltsam durch den gut bestellten Acker früherer Tage. Angereichert mit Mystik werden viele gute Geister der 1980er-Jahre zum Leben erweckt.

Ironbourne – Ironbourne
Fazit
Wir sprechen hier von einem Debüt, das mit Sicherheit an einigen Stellen weiter verfeinert werden muss. Aber wenn es dann mal so weit ist, da bin ich mir sicher, können und werden Ironbourne eine ernst zu nehmende Rolle in den Reihen der traditionell-klassischen Heavy Metal Bands spielen. Vorausgesetzt, sie bleiben sich und ihrer Herangehensweise an das Songwriting treu. Warten wir es ab.

Anspieltipps: The Dreamer, Twilight Of Gods und Year Of Judgement
Peter H.
7.8
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