Knorkator – Ich Bin Der Boss

“Genie und Wahnsinn!“

Artist: Knorkator

Herkunft: Berlin, Deutschland

Album: Ich Bin Der Boss

Spiellänge: 41:56 Minuten

Genre: Metal, Fun Metal, Rock

Release: 16.09.2016

Label: Tubareckorz

Link: https://www.facebook.com/knorkatormusik/

Bandmitglieder:

Gesang – Stumpen
Gitarre – Buzz Dee
Bassgitarre – Rajko Gohlke
Keyboard, Gesang – Alf Ator
Schlagzeug – Nick Aragua

Tracklist:

  1. Ich Bin Der Boss
  2. Zähneputzen, Pullern Und Ab Ins Bett
  3. Eldorado
  4. Dämon
  5. Sie Kommen
  6. Wenn Die Kinder Artig Sind
  7. Die Geschichten Von Den Schwarzen Buben
  8. Die Geschichte Vom Zappel-Philipp
  9. Setz Dich Hin
  10. Aha
  11. Du Bist Kein Mensch

Knorkator - Ich Bin Der Boss

Deutschlands meiste Band der Welt Knorkator zerlegt nach allen Regeln ihrer Kunst den Herbst. Zuerst legen die Berliner mit ihrem aktuellen Werk Ich Bin Der Boss nach, welches seit September durch die Republik schallt, danach (ab Oktober 2016 bis April 2017) werden die fünf verrückten Herren aus der Hauptstadt überall auf den Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sehen sein. Ich Bin Der Boss stieß bis auf Platz 15 der Albumcharts vor und ist damit nur einen Platz schlechter als die Erfolgsscheibe We Want Mohr aus dem Jahre 2014. In elf Songs greifen Stumpen und seine vier Begleiter in über 40 Minuten sozialkritische Themen auf, um diese so zu verpacken, dass ein lachendes Auge im Takt mitzuckt, ohne den Ernst der Lage aus dem Blickfeld zu verlieren.

Den Anfang bestreitet der Titeltrack Ich Bin Der Boss. Glatte Bassläufe verfeinern einen wirren Song, der bei den Lyrics schon voll auf die Zwölf schlägt. Irgendwo zwischen Old School-Knorkator und Helge Schneider muss man gleich hellwach sein, um die Message des Openers zu verinnerlichen. Wenn eine gute Fee und der Schöpfer himself gemeinsam mit einem Königspaar in einem Track die wahnsinnige Welt aufzeigen möchten, weiß man grob, welches Schauspiel Buzz Dee, Rajko Gohlke, Alf Ator und Nick Aragua inszenieren. Zähneputzen, Pullern Und Ab Ins Bett ist live bereits ein absoluter Renner. Warum die Komposition ein Kassenschlager ist, wird nach nur einem Durchlauf klar: Eine Mixtur aus Jugendproblemen und der dauerhaften Arschklarte der arbeitenden Bevölkerung wird mit bandeigenen Veralberungen verfeinert. Der grandiose Start wird mit Eldorado abgerundet.

Allein die ersten drei Hymnen können Ich Bin Der Boss den „Kaufpflicht“-Stempel aufdrücken! Man beachte bei Eldorado Stumpens himmlische Gesangsfarben – ein Segen für alle Ohren und höchste Kunst am Mikrophon. Im Anschluss wartet für mich persönlich eine kleine Verschnaufpause. Dämon und Wenn Die Kinder Artig Sind bleiben durchschnittlich stark, kommen aber nicht ganz mit dem ausgeklügelten Sie Kommen oder Du Bist Kein Mensch mit. Sie Kommen darf man wahrlich nicht auf halbem Ohr hören. Ein aktuelles Thema – die Flüchtlinge, die in unserem Land in den letzten Monaten Schutz suchten – wird intellektuell hochwertig eingebunden, ohne den Finger provokant allen gleich ins Auge zu stechen. Zeitgleich wird die deutsche Angst-Mentalität durch den Kakao gezogen. Am Ende stehen natürlich Knorkator selbst – ganz großes Kino der Berliner! Die Geschichte Von Den Schwarzen Buben hat die gleiche Thematik und ist ein klares Statement der Gruppe. Um weiter bei Geschichten zu bleiben, gibt es im Anschluss die des Zappel-Philipp als moderne Version unserer fünf Fun-Metaler. Setz Dich Hin sticht in die Konsumwunde der nicht mehr denkenden Bevölkerung, die das Denken anderen Menschen überlässt und – wenn überhaupt – nur an sich selbst denkt. Du Bist Kein Mensch, der längste Titel, zieht den Schlussstrich unter dem Kunstwerk Ich Bin Der Boss.

Fazit: Ein Kniefall ist für Ich Bin der Boss von Knorkator noch zu wenig. Weniger eingänig und leicht verständlich, braucht man für die neuen Stücke ein aufmerksames Ohr, um die Message nicht zu verpassen. Wenn diese angekommen ist, wird man sofort merken, welches Meisterwerk Knorkator im September veröffentlicht haben!

Anspieltipps: Ich Bin Der Boss, Sie Kommen und Setz Dich Hin
Rene W.
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