LeRa – Bird’s Eye View

10.09.2021 - Heavy Metal - Gloss Art S.R.O. - 33:52 Minuten

Lenka Rakár aus der Slowakei schielt mit mehr als einem Auge auf die Heavy Metal Anhänger der Queen Of Metal von Doro. Neben klassischen Elementen des Genres verkörpert die Sängerin vor allem moderne Riffs. Diese Gesangsfarben streifen dabei jedoch hörbar nicht nur einmal die der langjährigen Queen. Weniger filigran und mit hölzernen Atmosphären versucht die Osteuropäerin nicht nur die Männerwelt um den Finger zu wickeln. Im Artwork steht bzw. sitzt sie im Mittelpunkt und genau das ist der Fokus von Bird’s Eye View. Alles dreht sich um die Performance von Lenka, auf die alle Scheinwerfer gerichtet werden. Eine hohe Bürde, die sie sich wohl selber auferlegt hat. The Way Of The Champion soll den krachenden Start für LeRa hinlegen. Für mich leider die wohl schwächste Nummer der Platte, warum ausgerechnet sie den Opener mimen muss, bleibt mir ein Rätsel. Burn kommt da vor allem technisch viel stärker bei weg. Was bleibt und definitiv stört, ist das Totdudeln der Refrains. Die einfachen Texte werden immer wieder aufgerollt, um irgendwie in den Ohrwurmmodus zu schalten. Das funktioniert leider nur bedingt und geht dem aufmerksamen Hörer auf Dauer eher auf den Geist als in Lobeshymnen zu verfallen. Leichteste Heavy Metal Kost küsst locker luftige Gute-Laune-Melodien, die wirklich keinem wehtun. In jedem Großraumbüro kann man Bird’s Eye View auflegen, ohne auch nur einem Mitarbeiter damit sauer aufzustoßen. Das wiederum reicht nicht, um eine dicke Abrissparty zu feiern. Stücke wie Cynical fallen unglaublich schnell durchs Raster. Höhepunkte erlebt man mit Johnny The Best, wenn man auf einen konfusen Pop Rock steht, der in punkige Female Aktivitäten ragen darf. Auch im zweiten Durchlauf möchten die zehn Nummern einfach nicht zünden. Jazz und Blues Schulterschlüsse wie bei I’m Ok machen es nicht besser. Ab Track Numero sechs meint Frau Rakár auf elektronische Beats setzen zu wollen. Das Ergebnis ist ein Alternative Metal, den man ebenfalls nur bedingt anbieten kann. Irgendwo verliert sich innerhalb der Scheibe die Slowakin in ihrer Kunst und bleibt in ihrem Konzept nicht konsequent. Die anfänglichen Doro Versuche werden vom Tisch gewischt und versenken das Projekt mit einem einzigen Torpedo auf den Meeresboden der Ostsee.

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LeRa – Bird’s Eye View
René W.
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