Lord Of The Lost – Confession (Live At Christuskirche)

“Düstere Rocker in neuem Licht!“

Artist: Lord Of The Lost

Herkunft: Hamburg, Deutschland

Album: Confession (Live At Christuskirche)

Spiellänge: 102:53 Minuten

Genre: Dark Rock

Release: 16.11.2018

Label: Napalm Records

Link: http://www.lordofthelost.de/

Bandmitglieder:

Gesang – Chris Harms
Gitarre – Pi
Bass – Class Grenayde
Tasteninstrumente – Gared Dirge
Schlagzeug – Niklas Kahl

Tracklist:

  1. Raining Stars
  2. Wander In Sable
  3. Dry The Rain
  4. The Devil You Know
  5. The Love Of God
  6. Ribcages
  7. The Sands Of Time
  8. Six Feet Underground
  9. Beyond Beautiful
  10. Waiting For You To Die

CD 2

  1. Fall Asleep
  2. Drag Me To Hell
  3. Prison
  4. See You Soon
  5. Full Metal Bawl
  6. Fists Up In The Air
  7. My Better Me
  8. Annabel Lee
  9. The Broken Ones
  10. Credo
  11. Lost In A Heartbeat
  12. Lighthouse

Und wieder überraschen Lord Of The Lost ihre Fans. Zum erfolgreichen Jahr 2018 mit diversen Live- und Festivalauftritten sowie einem Top Ten Album namens Thornstar bringen sie nun auch noch ein passendes Weihnachtsgeschenk heraus. Aufgenommen auf der Swan Songs II im Jahre 2017 werden hier alte Klassiker in einem neuen Gewand präsentiert. In der ehrwürdigen Christuskirche in Bochum wurden diese Aufnahmen gemacht und zeigen, dass Dark Rock, der ansonsten mit elektrischer Instrumentalisierung für Begeisterungsstürme sorgt, auch anders gespielt werden kann. Man hole sich die Unterstützung eines Kammerorchesters, arrangiere die Stücke leicht um, und schon klappt das. Ich konnte mich in Hamburg von dieser Interpretation überzeugen. Alle Achtung, was da geboten wurde. Ich gebe zu, das ist nicht ganz so mein Stil, aber das, was die Fünf da machen, ist schon klasse.

Das Ganze lebt durch die unglaubliche Stimme und Darbietung von Chris Harms. Der gibt den Stücken mit seinem Organ die nötige Tiefe und Ausdrucksstärke. Diese Doppel DVD ist kein Metal im üblichen Sinne, aber sie zeigt, dass düstere Rocker eine weiche Seele haben. DVD 1 beginnt mit Raining Stars. Bereits hier wird klar, wo die Reise hingeht. Das Kammerorchester beginnt und versetzt einen sofort in eine düstere Umgebung. Die Geigen, das Cello und auch die akustischen Gitarren der links und rechts sitzenden Gitarristen lassen zunächst einen Gänsehautmoment aufkommen. In Hintergrund agiert Gared Dirge am Piano und wird von einem zusätzlichen Keyboarder unterstützt. Zwischen den beiden sitzt Niklas an den Drums, der auch noch einen Perkussionisten zur Unterstützung hat. Dann betritt Chris die Bühne. Wie alle anderen auch in einem schicken schwarzen Anzug, welche Farbe auch sonst, passt er in diese Location, wie der Priester auf die Kanzel. Noch mit Hut fängt er die teilweise sehr schick kostümierten Gäste mit den ersten Worten ein. Seine ausdruckstarke Stimme kann vom ersten Moment an überzeugen. Das Auditorium empfängt ihn entsprechend. Und so setzt sich das durch die gesamte Spielzeit fort. Über die einzelnen Stücke muss hier nicht mehr viel geschrieben werden. Dem Lord Of The Lost Jünger sind diese hinreichend bekannt. Hier geht es um die Darstellungsweise. Die neuen Arrangements bei Wander In Sable oder The Devil You Know lassen einen nicht los. Und man kann es nicht oft genug erwähnen. Chris Harms dominiert durch seine Gesangskünste und auch am Kontrabass macht er eine gute Figur. Durch den Einsatz von Posaune und Horn werden in den Tracks ebenfalls neue Akzente gesetzt. Beeindruckend, wie Harms in Dry The Rain mit kratziger tiefer Stimme die Textzeilen in die Kirche bringt.

Es wird auf eine dezente Beleuchtung gesetzt, die den Songs gut zu Gesicht steht und sie stimmungsvoll einfängt. Das Ensemble weiß genau, wie es wirkt, und diese Stimmung wird eindrucksvoll eingefangen. Dabei setzt der Regisseur auf ruhige Bewegungen der Kamera, um an dieser Stelle keine unnötige Unruhe in die Aufnahme zu bringen. Die voll besetzte Christuskirche sorgt für ein eindrucksvolles Bild, dadurch wird das Happening zu einem vollen Erfolg. Die Zuschauer sind begeistert und es wird nach jedem Song heftig Beifall gespendet. Auf der ersten DVD gefällt mir besonders der erste Song durch seine Dramatik und dann noch Six Feet Underground. Diese Herangehensweise an ältere Songs kann schon, wie auch bereits auf Swan Songs I überzeugen. Auf der zweiten DVD sind meine Favorites Drag Me To Hell, in der rockigen Version schon ein Kracher – aber so werden ganz neue Facetten rausgekitzelt. Wenn dann bei Prison das Publikum noch mit im Chorus einstimmt… What Is Heaven For tönt gewaltig durch die Kirche. Da bekommt das hier einen ganz anderen Charakter und wohlige Schauer sind nicht von der Hand zu weisen. Bei Fist Up In The Air wird das Auditorium aktiv und Chris fordert alle auf: Ich will eure Fäuste sehen! Sie folgen willig und auch wieder lautstark. So ist auf der zweiten DVD viel mehr Interaktion mit dem Publikum, was mir persönlich gut gefällt. Gutes Beispiel dafür ist Annabel Lee. Bei Lighthouse wird nochmals die ganze Macht gezeigt, die diesen Songs innewohnt.

Die reguläre Box ist bereits vergriffen und so bekommt man nur noch die Deluxe Version bestehend aus 2 DVD, einer CD, einer Lord Of The Lost Weihnachtsbaumkugel, einer Bonus CD mit drei unveröffentlichten Songs. Ein schönes Package, das nicht nur zu Weihnachten gut aussieht. Das lohnt.

Als kleinen Vorgeschmack füge ich mal ein Video mit an.

Fazit: Mal wieder ein tolles Album der Düster Rocker mit alten Songs, die durch die Orchestrierung in neuem Glanz erstrahlen. Das Kammerorchester sorgt für die nötige Melancholie, Dramatik, Spannung oder auch die Gänsehautmomente. Ein überragender Chris "The Lord" Harms rundet dieses Erlebnis ab. Wer von der Stimme und der Stimmung nicht eingefangen wird, dem ist nicht zu helfen.

Anspieltipps: Prison, Drag Me To Hell, Six Feet Underground
Kay L.9
Leser Bewertung0 Bewertungen0
9

Kommentare

Kommentare

Weitere Beiträge
O.R.k. – Ramagehead