Band: Lorna Shore
Support: Signs Of The Swarm, Mental Cruelty
Ort: Huxleys Neue Welt, Berlin
Datum: 05.06.2025
Kosten: ausverkauft
Genre: Deathcore, Blackened Deathcore, Blackened Death Metal
Besucher: ca. 1600 Besucher
Link: https://lornashorestore.com/
Seit der Ankündigung von weiteren Tourdaten im letzten Jahr hibbeln Fans der US-Amerikanischen Deathcore Ausnahme Lorna Shore ungeduldig auf den Spätfrühling hin. Gestartet wird diese Tour in der deutschen Hauptstadt und so führt es auch uns an diesem Donnerstagabend ins Huxleys Neue Welt. Da die Berliner Show sehr schnell ausverkauft war, wie natürlich auch alle anderen Nicht-Festival-Auftritte, ist die Schlange vor der Location schon 30 Minuten vor Einlass gut lang. Mit Öffnung leert sich diese aber schnell und wir stehen in der Halle, bereit, uns von den Vorbands Mental Cruelty und Signs Of The Swarm richtig in Stimmung bringen zu lassen.
Lorna Shore kommen nach angemessener Umbaupause direkt brachial mit Sun/Eater und einer Menge Feuer auf die Bühne. Man spürt direkt von Beginn an, dass hier eine der großen Bands unserer Zeit am Werke ist. Technisch sind die Jungs aus den Staaten ohnehin in einer eigenen Liga, aber das Können musikalisch so umzusetzen, dass Songs wie das anschließende Cursed To Die nicht überspielt wirken und den Hörer emotional abholen, ist eine wahre Kunst. Da können sich einige Genre-Kollegen ein Beispiel nehmen.
Sänger Will Ramos röhrt sich danach durch Of The Abyss, von der großartigen And I Return To Nothingness EP, bevor für mich die einzige kleine Überraschung im Set kam. Mit Immortal vom gleichnamigen Album kehrt im Vergleich zur Setlist in Japan und Australien ein Song mit Will’s Vorgänger CJ McCreery zurück ins Programm. Hätte ich nicht zwingend gebraucht, denn dafür musste das zuletzt gespielte And I Return To Nothingness weichen.
Der Grund hierfür, die brandneue Single Oblivion feiert im Huxleys seine Livepremiere. Hier ist Gänsehaut angesagt, denn dieser Song ist nicht nur aus der heimischen Anlage ein Meisterwerk, sondern entpuppt sich auch auf der Bühne als absolutes Highlight. Wenn Oblivion nur ein Vorgeschmack dafür ist, was da im September mit I Feel The Everblack Festering Within Me auf uns zukommt, können wir uns auf einen Anwärter auf das Album des Jahres freuen.
Nach diesem fantastischen Livedebüt beenden Lorna Shore mit To The Hellfire schon viel zu früh ihr reguläres Set. Doch nun ist klar, was kommen soll, und dies merkt man dem Publikum an. Der Zugabenteil besteht selbstverständlich aus den drei Pain Remains Songs vom 2022 erschienenen Album und sorgt für ein 25-Minuten-Erlebnis der Extraklasse. Dieses Triple hat die Band jetzt schon unsterblich gemacht und wird auch für die neue Platte der Gradmesser sein. Wenn es an diesem Auftritt etwas zu kritisieren gäbe, wäre es die gewohnt kurze Spielzeit.
Gerade zwölf Songs werden zum Besten gegeben, und der Auftritt ist im Nu vorüber. Dennoch sieht man niemanden unglücklich das Huxleys verlassen, denn Lorna Shore haben einmal mehr gezeigt, dass sie zur absoluten Speerspitze des Deathcore gehören. Eine technisch grandiose Band, Songs, die für Gänsehaut sorgen und eine Bühnenpräsenz, die ihresgleichen sucht.
Auch mit den beiden Vorbands Mental Cruelty und Signs Of The Swarm hatte man zwei richtig gute Anheizer im Gepäck, was den Abend rundum zu einem kompletten Erfolg werden ließ. Man kann nur hoffen, dass Lorna Shore im Herbst/Winter, oder spätestens im Frühjahr 2026, mit dem neuen Album im Rücken zurück nach Europa kommen.
Text. Sascha E.
Fotos: Martha K.






