Motorjesus am 06.09.2025 im Tower Musikclub in Bremen

Moorleichen, Wheel of Destruction und Smooth Operator!

Headliner: Motorjesus

Special Guest: Lost Sanctuary

Ort: Tower Musikclub, Bremen

Datum: 06.09.2025

Kosten: 29,20 VVK

Genre: Heavy Rock, Hard Rock, Melodic Thrash Metal, Power Metal

Besucher: circa 120 Besucher

Setlisten:


1. Trouble In Motor City
2. Dead Army
3. Somewhere From Beyond
4. Fist Of The Dragon
5. Hellbreaker
6. Fuel The Warmachine
7. King Of The Dead End Road
8. Streets Of Fire
9. Motor Discipline
10. They Don’t Die
11. A New War
12. Nitro
13. Car Wars
14. The Howling
15. Destroyer

1. Intro
2. Chasing The Dragon
3. Cosmic Serenade
4. Calloused Heart
5. Bark At The Moon
6. Not Alone
7. Open Your Eyes
8. Lamia’s Call
9. Eye Of The Storm

Heute geht es in den Stadtstaat Bremen, nicht zu den Stadtmusikanten, allerdings wird eine lokale Band den Abend starten. Lost Sanctuary und Motorjesus haben sich für eine Tour zusammengetan. Melodic Trash Metal mit Powermetal und dreckigem Hard Rock, gewürzt mit Gasolin – was für eine Mischung. Beide Bands waren fleißig und haben dieses Jahr Alben herausgebracht. Lost Sanctuary am Anfang des Jahres, mit Harbinger Of Chaos ihr zweites Werk, welches deutlich ihr Wachstum als Band zeigt. Das Review dazu könnt ihr hier nachlesen. Motorjesus ziehen nun mit Streets Of Fire nach, hier nachzulesen, ebenso wie das Interview dazu.

Den Tower Musikclub gibt es seit 1995, 300 Besucher passen rein und es ist eine Lokalität mit zwei Etagen. Unten befinden sich die Bühne mit Tanzfläche und Bar, oben sind die Örtlichkeiten und die Garderobe zu finden. Wenn nicht gerade ein Konzert ist, kann man dort in einer Lounge einen Drink genießen. Für die Gestaltung wurden die grauen Zellen bemüht. Der Look alter Steinwände wird imitiert, gepaart mit alten Gargoyle-ähnlichen Fratzen, wie aus der alten Zeichentrickserie, die Dan Baune früher geliebt hat, wie in einem Interview hier nachzulesen.

Lost Sanctuary, Tower, Bremen, 2025, Foto: Lars Thoke

Inzwischen füllt sich der Club und pünktlich um 20 Uhr startet das Intro in einen sehr unterhaltsamen Abend mit Moorleichen, Wheel of Destruction und Smooth Operator. Das Quartett betritt die Bühne und die ersten Köpfe fangen an, rhythmisch zu wackeln. Das Publikum ist gut drauf beim Opener Chasing The Dragon. Der Rhythmus ist mitreißend und man muss sich einfach bewegen. Dan Baunes sehr herzliche Art strahlt er auch auf der Bühne aus und kleine Verwechsler der Song-Reihenfolge werden sympathisch überspielt. Oli Rossow zeigt, was er an der Gitarre alles kann, und sein enthusiastisches Spielen ist einfach zum Genießen. Sebastian Weiß verprügelt das Drumkit, als gäbe es keinen Morgen mehr. Immer mal wieder fliegen die Drumsticks hoch und die Metalheads werden angeregt, mitzuklatschen.

Lost Sanctuary, Tower, Bremen, 2025, Foto: Lars Thoke

Beim Cover von Bark At The Moon wird kurz Ozzy gedacht und die Coverversion gefällt mir sehr gut. Not Alone nimmt anschließend das Tempo raus. Die Leute nehmen ihre Liebsten in den Arm, genießen einen Moment die Verschnaufpause. Open Your Eyes holt einen direkt schwungvoll ab. Bassist Jonathan Murphy gibt eine Kostprobe seines gutturalen Gesanges. Die Scheinwerfer strahlen unerbittlich auf die Bühne und es ist deutlich wärmer geworden, was man auch in der ersten Reihe merkt. Das hält niemanden davon ab, mitzurocken. Ohne Umschweife geht’s mit Lamia’s Call, der den schönen Arbeitstitel Moorleiche hat, weiter. Abschließend hören wir noch Eye Of The Storm und das ist der letzte Song von Lost Sanctuary. Ein Foto machen die Zuschauer gerne mit den Jungs, die einen Wahnsinnsauftritt hingelegt und die Bühne gerockt haben. Die Umbauphase beginnt mit emsigen Treiben. Zeit, sich etwas Kühles zu trinken zu holen und frische Luft zu schnappen. Lost Sanctuary haben die Latte schon mal stimmungsmäßig hochgelegt.

Motorjesus haben die Bühne eingenommen, viel Platz bleibt den Jungs nicht. Bei sechs Musikern wird’s kuschlig. Nanu, das eine Gesicht kennen wir doch schon von Lost Sanctuary. Dan Baune übernimmt eine zweite Schicht für die Mönchengladbacher. Motorjesus sind durch Hochzeiten und andere Umstände ein Teil ihrer Session-Musiker ausgefallen, und nun springen Dan Baune und Lars Groß an den Saiteninstrumenten ein. Phil Kohout übernimmt das Schlagzeug. Sonst bringt er bei Motorjesus die Saiten als Leadgitarrist zum Glühen. Hut ab vor Dan Baune für den erneuten Einsatz. Die Steinwände des Clubs zusammen mit dem Backdrop vom Albumcover passen sehr gut zueinander. Auf der Bühne stehen Sprit- und Ölkanister und gelbe Sirenenlichter unterstützen die Lichttechnik dezent, passend zum Thema. Vor der Bühne ist es inzwischen voller geworden. Ohne große Umstände geht es nach einem kleinen Soundcheck schwungvoll los mit Trouble In Motor City.

Motorjesus, Tower, Bremen, 2025, Foto: Lars Thoke

Die Menge feiert jetzt schon begeistert eine Party. Anschließend folgen weitere Kracher wie Dead Army und Somewhere From Beyond. Fist Of The Dragon gedenkt der Actionhelden der 80er, wie Arnold Schwarzenegger, Sylveste Stallone, Steven Seagal und weiteren. Sänger Chris “Howling” Birx hat sich mit seinem Terminator-Shirt auch extra hübsch gemacht für den Abend. Die Setliste des Abends gibt einen guten Überblick über die Bandgeschichte mit einem großartigen Mix zwischen alten und neuen Songs. Chris hat eine Überraschung für die feiernde Menge dabei, einen Schwimmring im Stil eines Autoreifens. Aufgabe für uns ist es, die Person, auf die der Reifen landet, durch den Club zu tragen. Unter begeistertem Grölen landet der Reifen in der Menge und auf der Bühne startet Motor Discipline. Der jüngste Besucher spielt die erste tragende Rolle im Schwimmreifen, wird durch den kompletten Saal getragen und gefeiert. Und kommt später auf der Bühne an. So geht metallische Früherziehung. Der Reifen fliegt den restlichen Abend kreuz und quer durch den Tower und die Metalheads feiern.

Motorjesus, Tower, Bremen, 2025, Foto: Lars Thoke

Eine Mordsgaudi ist das hier mit Motorjesus und zwischendrin gibt es mal einen Ausflug zu Smooth Operator. Vielleicht sollten Motorjesus den Song mal covern, die Jungs auf der Bühne haben jedenfalls ihren Spaß damit und ihn ein paar Mal kurz angespielt. Ein Moshpit dreht seine Runden, passenderweise bei Car Wash und schließlich endet der sehr unterhaltsame Auftritt mit Destroyer. Chris verschenkt noch warmes Dosenbier zum Abschluss. Extra den Tag über im Tourbus gelagert. Vielen Dank an Motorjesus für den grandiosen Auftritt. Aber der Dank für diesen energiegeladenen Abend gebührt nicht nur den beiden Live-Acts, sondern auch der gesamten Crew des Towers, sei es für die Bühnentechnik, hinter der Bar oder an der Garderobe. Und natürlich vielen Dank für die Mordsgaudi an die fantastischen Fans. Es war ein einprägsamer Abend mit vielen witzigen Momenten und toller Musik. Lost Sanctuary und Motorjesus werden bei mir auf jeden Fall in den Playlisten landen.