Nanowar Of Steel – Stairway To Valhalla (Re-Release)

Hast du etwa keinen Spaß im Leben?

Artist: Nanowar Of Steel

Herkunft: Italien

Album: Stairway To Valhalla (Re-Release)

Spiellänge: 106:05 Minuten

Genre: Heavy Metal

Release: 04.01.2020

Label: Napalm Records

Link: https://www.facebook.com/nanowarofsteel

Bandmitglieder:

Gesang – Potowotominimak
Gesang – Baffo
Gitarre, Keyboard, Gesang – Mohammed Abdul
Bassgitarre, Gesang – Gatto Panceri 666
Schlagzeug, Gesang – Uinona Raider

Tracklist CD 1:

  1. Declination
  2. Barbie, Milf Princess Of The Twilight
  3. The Call Of Cthulhu
  4. Heavy Metal Kibbles
  5. Il maestro Myiagi Di Pino
  6. L’opelatole Ecologico
  7. Images And Swords
  8. In The Sky
  9. … And Then I Noticed That She Was A Gargoyle
  10. Tooth Fairy
  11. Vegan Velociraptor
  12. Another Drill In The Wall
  13. Ironmonger (The Copier Of The Seven Keys)
  14. Bum Voyage
  15. Uranus
  16. The Crown And The Onion Ring
  17. The Quest For Carrefour
  18. Hail To Liechtenstein
  19. Uranus (feat. Michael Starr)

Tracklist CD 2:

  1. Valhalleluja
  2. Sottosegretari Alla Presidenza Della Repubblica Del True Metal
  3. Norwegian Reggaeton
  4. Bestie Di Seitan
  5. Sneeztem Of A Yawn
  6. A Cena Da Gianni
  7. Kurograd
  8. Esce Ma Non Mi Rosica (Shahram Shabpareh Cover)
  9. Deep Throat Revolution (Immanuel Casto Cover)
  10. Norwegian Reggaeton (Remix)

Was soll man zu Nanowar Of Steel eigentlich sagen? Die italienischen Chaoten schmeißen alles, was wir Heavy Metal Jünger lieben, in einen abartigen Fleischwolf, um die Riffs, Refrains oder fetten Melodien für niedrigste Unterhaltungsmusik zu misshandeln. Die Vergewaltigung der glorreichen Momente des Metals scheint den Männern jedoch völlig am Arsch vorbeizugehen, denn jetzt bringen sie über Napalm Records ihr letztes Album Stairway To Valhalla als Re-Release und Vinylversion auf den Markt. Gegründet wurde die Kaspergruppe vor 18 Jahren in Rom und konnte nach Eigenproduktionen immer weiter Fuß in der Szene fassen. Ganz nach dem Motto: „Wenn Trollfest, J.B.O. und Co. funktionieren, warum nicht auch wir,“ zelebrieren die fünf Musiker gute Laune Hits mit viel zu viel Wiedererkennungswert. Das epische Artwork ist der erste Schritt in eine Dimension, die man nicht mit nüchternem Bewusstsein erreichen kann. Ob Alkohol hilft, wollt ihr wissen? Ich denke ja und am besten in rauen Mengen. Schließlich ist dieser Weg zum Abschädeln der innige Wunsch solcher Formationen.

Technisch gut aufgestellt ist das Niveau nicht am Boden, wie einige jetzt vermuten würden. Songs wie Barbie, Milf Princess Of The Twilight oder Heavy Metal Kibbles entspringen nicht aus Händen von einem musizierenden Volk, welches seine Instrumente nicht beherrscht. Als wichtigstem Faktor bei Nanowar Of Steel man muss dem Spaß einen Platz geben, ansonsten ist der Ofen aus und zwar ganz. Die Titel in Landessprache versprühen zudem Sommer, Sonne und Strandfeeling. Italienisch locker gehen die beiden Sänger Potowotominimak und Baffo in die Tracks, die bereits 2018 erstmals veröffentlicht wurden. Asiatisches Flair versprüht L’opelatole Ecologico. In der aktuell schweren Zeit nicht der schlechteste Weg, den verbissenen Headbangern mal ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, die man bei den Männern hinter den dichten Bärten kaum noch erkennen kann. Lockdownfrust mit Stairway To Valhalla wegzuspülen, könnte eine Alternative werden. Images And Swords, die Hommage an Manowar, bringt das Tanzbein zum Schwingen.

„Fire In The Sky, Fire In The Sky“

Trallala und was sonst noch alles im Himmel versenkt wird, hört ihr besser selber. Einfallsreichtum legt das Quartett an den Tag und scheint sich seiner Sache sicher. Einem Autounfall gleich kann man bei Nanowar Of Steel nicht weghören, auch wenn man gerne möchte. Gut, beim Erstellen dieses Artikels blieb mir schlussendlich auch nichts anderes übrig, als die himmlischen Klänge mehrfach zu konsumieren. Bereut oder nicht kann man ohne Weiteres gar nicht beantworten. Teils grenzwertig, ziehen sie jedenfalls ihren Stiefel konsequent durch und ja, sie haben Spaß dabei! Spaß am Leben in der heutigen Situation ist ein hohes Gut, und wenn die Italiener dazu beitragen können, machen sie mit ihren Medleys und verrückten Parodien alles richtig.

Nanowar Of Steel – Stairway To Valhalla (Re-Release)
Fazit
Es ist nicht alles Gold, was glänzt, aber es ist auch nicht alles Kacke, was nicht nach Pfeifchen riecht. Nanowar Of Steel schaffen den Spagat vom technischen Anspruch und provozierendem Pausenclown. In dieser Rolle gehen sie auf und lassen das Niveau nicht in Gefilde abgleiten, die von ganz anderen Schergen genutzt werden. Spaß ja, aber nicht auf einem Level, der asozial wird. Genau da liegt der Erfolg - und warum soll man ihn der Truppe absprechen? Zwar reiten sie auf alten Kamellen herum, wenn man jedoch nur verbittert durch die Zeit stolpert, hat man seinem Leben was ganz Wichtiges genommen. Spaß und Freude, und das, ohne jedes Thema bis ins letzte Detail ernsthaft auszudiskutieren. Laufen lassen, schmunzeln und die durchlöcherte Kutte in den Händen wild schwingend kreisen lassen, bis die Lampe von der Decke fällt. Dann habt ihr Stairway To Valhalla verstanden.

Anspieltipps: Barbie, Milf Princess Of The Twilight und Bum Voyage
René W.
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Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
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