Artist: Neophobic
Herkunft: Deutschland
Album: Below
Spiellänge: 44:00 Minuten
Genre: Melodischer Death Metal
Release: 31.07.2024
Label: Eigenproduktion
Link: https://www.facebook.com/Neophobicofficial
Bandmitglieder:
Gesang – David Lanzendörfer
Gitarre – Patrick Remmers
Gitarre – Dirk Radder
Bassgitarre – Josue Cabrero Montes
Schlagzeug – Mathias Hirscher
Tracklist:
1. As The Sky Griefs
2. The Sirens Embrace
3. Intraterrastrial
4. Shy Little Lady
5. Below
6. Chosen Way
7. The Longing
8. Melusine
9. The Flayed Old One
10.Forgotten Sun
11.The Maidens Wedding
Da sind sie wieder, die Scheunengedresche-Fanatiker und Houseband. Seit 2016 sind sie jetzt unterwegs und lassen sich schön Zeit, um ihren melodischen Death Metal zu entwickeln. Das erste Demo erschien im Jahre 2020 und das gute Debütalbum namens Above im Jahre 2022. Sofort machte man sich dran, einige Konzerte zu zocken und neue Songs zu schreiben. Elf haben den Weg auf ihr Zweitwerk gefunden, welches selbst veröffentlicht wird.
Los geht es mit As The Sky Griefs. Die Band aus dem Bremer Umfeld entwickelt ihren Stil des melodischen Death Metals immer weiter und dieses hört man von der ersten Sekunde an. Manchmal lohnt sich das Proben eben, hehe. Proben muss nur der, der nichts kann, ist zwar eine Devise, trifft aber in den seltensten Fällen zu. Egal, ich schweife ab. Ein melodisches Riff vorweg, Trommelmeister Hirschen betont kurz und dann gibt es auch gleich schon die erste Attacke. Frontkämpfer David haut die ersten dunklen Screams heraus und das Geschehen nimmt seinen Lauf. Schön. So kann und darf man ein Album starten. Volle Attacke ist immer gut, wie ich finde. Und man muss auch gleich von Anfang an den Sound loben und als Ostfriese sowieso, denn das Teil wurde wieder einmal beim Kollegen Jörg Uken im Soundlodge Studio aufgenommen. Mehr muss man dazu nicht sagen. Also weiter im Text. Die schwedischen Einflüsse der Großmeister sind natürlich weiterhin zu hören und so treibt man mit einer sehr geilen Melodie und einem schönen Uftata-Takt die Sau durch das Dorf. Das Tempo geht schön hin und her, wird auch einmal ganz herausgenommen, um ein heaviges Rff anzubieten und dann wieder ein wenig Gummi zu geben. Sicherlich erfinden auch Neophobic hier das Rad nicht neu, gar keine Frage, aber man hört und spürt, dass sie Bock auf das haben, was sie machen wollen. Kleine instrumentale Passage und dann bleibt man heavy und baut den Song langsam wieder auf. Die Gitarre jault auf und spielt ein feines, melodisches Solo. Erinnert mich ein wenig an eine Titelmusik von Schimanski aus den Achtzigern. Die Alten unter euch, wissen, was ich meine. Dann gibt es noch einen kurzen Endspurt und fertig ist der gelungene Opener.
The Sirens Embrace setzt die Reise mit feinsten Cleanpassagen fort. Ein wenig verspielt, sitzt aber. Die Drums betonen langsam. Ein hauchender Gesang setzt ein und man baut eine gewisse Spannung auf. Kommt gut. Ein Midtempopart wird kurz eingestreut, um dann den cleanen Part zu wiederholen. Jo, hat was. Down, Down, Down erklingt (der hauchende Gesang) und man wechselt wieder ins Midtempo. Da bleibt man dann aber und wildert herum, nimmt das Tempo allerdings heraus, um einen druckvollen Moment zu erschaffen. Die Gitarre haut ein Solo drüber, welches meines Erachtens aber ein wenig zu lang ist und danach wechselt man wieder in den Cleanpart, aber nur kurz, denn der Midtempopart wartet wieder. Noch eine kurze Tempoverschleppung nach unten hin und dann ist Feierabend.
Langsam und schleppend geht man bei Intraterrastrial zu Werke und baut eine Melodie mit ein. Die Doublebass bringt ein wenig Schwung in die Sache und dann geht es schleppend weiter. Die Gitarre darf langsam einen vorweg hauen und weiter geht es im gediegenen Tempo. Und so geht es hin und her. Davids tiefe und druckvolle Stimme unterstützt dieses Unterfangen. Aber irgendwie will der Song nicht so bei mir fruchten, auch wenn er schon druckvoll ist.
Wie die ersten drei Songs schon zeigen, sind die Burschen 2024 sehr abwechslungsreich unterwegs. Den schwedischen Weg, den sie im Grunde im Herzen und auf dem Griffbrett haben, verlassen sie nie ganz und ist an manchen Stellen mehr ausgeprägt, als an anderen. So z.B. beim Song Shy Little Lady. Sehr geil. Das ist dann genau mein Ding. Diese typischen Tempoattacken und melodischen Verschleppungen machen den Reiz aus. Die Riffs sitzen und die Rhythmus- und Tempowechsel funktionieren einwandfrei. So soll es sein. David screamt hier auch schön heiser und der Bass von Josue drückt an allen Ecken und Kanten. Das Wichtigste beim melodischen Death Metal sind eben die Melodien und diese klingen hier wieder hervorragend.
Beim Song Forgotten Sun haben sie sich mal überhaupt nichts vorzuwerfen und hier hört man die Roots, aber eben auch die eigenen Ansprüche und Ziele. Neophobic möchten eben diese schwedische Art von melodischem Death Metal mit Thrash Metal verbinden und das gelingt in diesem Song sehr gut. Der doppelte Gesang funktioniert sehr geil. Die Melodien der beiden Flitzefinger Patrick und Dirk bleiben absolut hängen. Der Song geht nach vorne, hat einen geilen Refrainpart und genügend Abwechslung. Schockt.
Die Burschen lassen sich aber nicht limitieren oder begrenzen sich selber und entwickeln so langsam ihren eigenen Stil, bleiben sich aber natürlich selber treu. The Longing möchte ich da mal als Beispiel nennen. Gerade das Gitarrenspiel ist hervorzuheben. Was anzumerken habe ich aber trotzdem, denn für mein Befinden ist das eine oder andere Solo zu lang, aber das ist natürlich auch Geschmackssache, genauso wie das Herangehen an einigen Stellen beim Songwriting.




