Old Year – No Dissent

24.10.2025 – Drone Doom, Death Doom – Apocalyptic Witchcraft Recordings - 36:10 Minuten

Ein Debüt aus jahrelanger Finsternis heraus

Mit No Dissent präsentieren Old Year ihr Debütalbum, welches am 24.10.2025 über Apocalyptic Witchcraft Recordings veröffentlicht wurde. Physisch erhältlich ist das Album auf CD, Tape und Vinyl. Old Year haben einen langen Weg aus ihrer Isolation damit hörbar gemacht. Gegründet 2017 als geheimnisvolles Duo von Robert Taylor Roark (Gitarre, Gesang) und Jered Veeneman (Schlagzeug), existierte das Projekt zunächst nur als Gerücht innerhalb der Underground-Szene von Boise, Idaho (USA). Erst als Skyler Rezendes 2021 am Bass einstieg, entschloss sich das Trio, sein Schaffen öffentlich zu machen – ein Schritt, der schließlich zur Entdeckung durch das Label Apocalyptic Witchcraft führte.

Der Klang: Schwere, Druck und totale Hingabe

Der Opener Death Frequency zeigt sofort, wie kompromisslos Roark, Veeneman und Rezendes zusammenarbeiten. Roarks Gitarren entfalten sich wie massive Plattenverschiebungen, durchzogen von schneidenden Leads, während seine gutturalen Vocals aus der Tiefe des Mixes hervorkriechen. Veeneman setzt mit seinem langsamen, aber unnachgiebigen Schlagzeugspiel die tektonischen Impulse, die das Fundament der Songs bilden. Rezendes verstärkt diesen Eindruck mit einem Bass, der häufig eher vibrierende Masse als definierte Linie ist.

Besonders deutlich wird die vereinte Wucht des Trios in den Stücken Lock Step oder Rotting Illusion, in denen Gitarre, Bass und die monströse Ruhe der Drums zu einem einzigen, kollektiven Abwärtssog verschmelzen. Das elfminütige Herzstück Mechanical Birth bündelt alle Stärken der Band: ein zäher, pulsierender Strang aus Drone, Doom und Death Metal, der mehr Körper als Struktur zu besitzen scheint.

Die Vision hinter dem Album

Old Year beschreiben No Dissent selbst als „die klangliche Verwirklichung einer kompromisslosen Vision, die schonungslos den fortschreitenden, unausweichlichen Verfall und die Fäulnis des menschlichen Geistes darstellt.“ Diese Selbsteinschätzung trifft den Charakter des Albums präzise: No Dissent ist keine Sammlung einzelner Songs, sondern ein einziger, brodelnder Abgrund, der sich über 36 Minuten in Wellen entlädt, fordernd, aber ein lohnendes Hörerlebnis.

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Old Year – No Dissent
Fazit zu No Dissent
Old Year erfinden auf No Dissent das Genre nicht neu, doch das war wohl auch nie Old Years Ziel. Das Trio setzt auf Wirkung statt Innovation und erreicht genau das. Das Album ist ein kompakter, intensiver Zugang zu Drone- und Death-Doom. Ein finsteres Statement einer Band, die ihr eigenes Klanguniversum mit klarer Vision für tonnenschwere (musikalische) Abgründe schafft.

Anspieltipps: Death Frequency, Mechanical Birth und Lock Step
Juergen S.
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