Headliner: Pallbearer
Vorband: The Wright Valley Trio
Ort: Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden
Datum: 16.08.2022
Kosten: 20 € VVK, 25 € AK
Genre: Doom Metal
Besucher: ca. 200 Besucher
Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden
Link: https://www.schlachthof-wiesbaden.de
Setlisten:
Pallbearer
- Foreigner
- Devoid Of Redemption
- The Legend
- An Offering Of Grief
- Given To The Grave
The Wright Valley Trio
- Dein Grab
- Schlaf
Fast auf den Tag genau vor vier Jahren durfte ich bereits einem Konzert von Pallbearer im Kesselhaus in Wiesbaden beiwohnen. Damals wurde das neue Album Heartless promotet. 2020 haben Pallbearer mit Forgotten Days nochmals mit einem Album nachgelegt. Für mich persönlich übrigens eines der Top-Alben aus dem Jahre 2020, was sie aufgrund fuckin Corona noch nicht betouren/promoten konnten. Jetzt kommen sie allerdings rüber über den Großen Teich, um das zehnjährige Jubiläum ihres Albums Sorrow And Extinction mit uns ins Europa zu feiern.
Supportet werden Pallbearer am heutigen Abend von The Wright Valley Trio. Die durfte ich bereits nebenan in der großen Halle vor ca. vier Jahren als Support von Bell Witch erleben. Die Jung von The Wright Valley Trio stehen pünktlich unspektakulär auf der Bühne. Das Trio um Von Doom (Gitarre und Gesang), Matze (Schlagzeug) und Robert Krause (Bass) stimmt uns schon einmal gelungen auf den heutigen Abend ein. Die Band aus dem Raum Mainz/Wiesbaden ist für ellenlange Songs bekannt, so haben sie damals als Support von Bell Witch wirklich nur einen Song gespielt. Das war an diesem Abend 2018 Submarine Furneral mit über fünfzig Minuten Spielzeit. Aktuell haben sie mit Metal Doom mit den beiden Stücken Dein Grab und Schlaf wieder einen neuen Output, der erstmals sogar zwei Songs enthält. Die Vorgänger Tombstones And Penguins, Shackleton und eben jenes Submarine Funeral enthielten jeweils nur einen Song.

Das Licht ist passend zur Musik, eine Mixtur aus Furneral Doom, Sludge, Drone und Post Metal Anteilen, die recht düster, aber melodisch gehalten ist. Die monotone Szenerie ist kaum ausgeleuchtet. Schlagzeuger Matze sitzt quasi eingebettet zwischen seinen beiden Kollegen und prügelt langsam und wohltuend auf sein Instrument mit Kopfhörern auf den Ohren ein. Von Doom beerdigt wie gewohnt, Entschuldigung, bespielt sein Instrument, die Gitarre, recht erdig und in wohltemperierter Weise. Ab und zu lässt er ein paar markige Vocals von sich bzw. schleudert sie ins Publikum. Robert bearbeitet seinen Bass sehr andächtig. Trotz aller zähfließender Musik vergeht der Gig von The Wright Valley Trio sehr kurzweilig, wobei ich aufgrund der Hitze auch einmal kurz nach draußen muss. Das neue Album wird heute „umgekehrt“ gespielt, also beginnend mit Dein Grab und dann verfallen wir erst in den Schlaf. Die Band schenkt uns heute doch tatsächlich zwei Songs, die zusammengerechnet nicht länger sind als die sonstigen Alben mit nur einem Song.

Kurze Umbauarbeiten und dann geht es mit Pallbearer weiter. Das Quartett aus Little Rock, Arkansas, hat sich erst 2008 gegründet und ist seitdem unentwegt unterwegs, und man kann Pallbearer mittlerweile getrost eine Doomlegende nennen. Joseph D. Rowland (Bass), Devin Holt (Guitars), Brett Campbell (Guitar, Voices) und Mark Lierly (Drums) präsentieren auf der Bühne fast unspektakulär einen Gig, der seinesgleichen sucht. Der Doom von Pallbearer hat einen recht heftigen progressiven Schuss, wobei der epische Moment nicht fehlt. Bassist Joseph D. Rowland sprach einmal von einem Heavy Prog Doom. Egal, wie man es jetzt nennen will, das, was die vier Jungs dort bringen, ist allererste Sahne und unverkennbar Pallbearer. Klassiker wie das über zwölfminütige Foreigner und weitere Songs ihres Debütalbums von 2012 werden gespielt. Kein Song kürzer als acht Minuten. Aus meiner Sicht fallen Pallbearer durch ihre Art aus der großen Masse heraus und bleiben so authentisch mit ihrer eigenen Interpretation von Doom Metal. War ihre Setlist vor vier Jahren noch über 1 ½ Stunden, so ist sie heute doch wesentlich kürzer. Klar, denn Sorrow And Extinction mit seinen fünf Songs ist auch „nur“ 50 Minuten lang.

Die Fans hier sind schier begeistert. Die Köpfe wippen zu den schweren Riffs im Doomtakt zur Musik, die sensibel und wehmütig klingt. Schlichtweg ergreifend die Musik von Pallbearer. Brett Campbell präsentiert die Songs herzzerreißend mit seinen Vocals. Ab und an trägt Joseph D. Rowland ein paar Vocals dazu bei. Das war beim letzten Gig, bei dem neuere Songs im Programm standen, anders, da haben sich die beiden mehr ergänzt. Da auf dem ersten Album Brett Camphell die Vocals beigesteuert hat, muss das auch heute so sein.
Es ist heute genauso warm wie vor vier Jahren hier im Kesselhaus und ebenso schweißtreibend. Ich denke, dass die etwas mehr als fünfzig Minuten schon einer Herausforderung für die Band sind. Für die Fans natürlich auch, die weichen aber keine Minute des Gigs nach draußen, denn jeder Takt von Pallbearer wird aufgesaugt. Ich persönlich könnte immer noch weiter hören, wobei die Hitze schon etwas zusetzt.

Nach dem Gig kommen die Jungs schnell runter zum Publikum und empfangen dort ihre absolut verdienten Gratulationen zu diesem herausragenden Gig. Tolle, nette Jungs, die sehr fannah sind, so kennt man das Quartett.
Ich nehme mir noch die Neuauflagen ihrer alten Alben auf Vinyl mit, denn die wurden zur Tour extra nochmals produziert. Das freut mich als Sammler natürlich. Übrigens habe ich einige Zeit gezweifelt, ob der Mann am Bass wirklich Joseph D. Rowland ist. Auf der dunkel gehaltenen Bühne hat er mit seiner langen blonden Mähne nämlich augenscheinlich nicht viel gemeinsam mit jenem Mann mit sehr kurzen Haaren, den ich da oben vor vier Jahren wahrgenommen habe. Ein Blick Auge in Auge in sein Gesicht genügt aber, um festzustellen, dass er es wirklich ist. Das sage ich ihm auch, und er bestätigt mir, dass er noch der gleiche Bassist von 2018 sei 😉
Fazit: Pallbearer sorgen aus meiner Sicht immer für unvergessliche musikalische Erlebnisse. Das war vor vier Jahren so und auch heute war es ebenfalls so. Die aktuelle Tour ist seit dem 19.08.2022 mit einem Gig in Frankreich beendet. Ab dem 22.09.2022 geht es mit Elder erneut auf Europatour, beginnend im SO36 in Berlin und endend am 05.11.2022 in Manchester (England).












































