Pequod – Spineless

Thrash und Death - tief aus den Katakomben des Hofbräuhauses

Artist: Pequod

Herkunft: Deutschland

Album: Spineless

Spiellänge:  41:06 Minuten

Genre: Thrash Metal, Death Metal

Release: 11.12.2020

Label: Blood Blast Distribution

Link: https://www.facebook.com/pequod.band/

Bandmitglieder:

Gesang – Roland Wagner
Gitarre – Daniel Kirstein
Gitarre, Gesang – Jens Burbaß
Bassgitarre – Florian Schwarzfischer
Schlagzeug – Maurizio Guolo

Tracklist:

  1. Pursuit
  2. Born Insane
  3. Death
  4. Extinction Of Souls
  5. Spineless
  6. Hell Within
  7. Again We Fail
  8. Of Rise And Ruin

Die Münchener von Pequod konnten schon live mit Szenegrößen wie Dismember, Pro-Pain, Napalm Death, Origin oder Malevolent Creation zusammenspielen, sind seit 1998 dabei und müssten eigentlich jedem Fan ein Begriff sein, aber irgendwie ist es nicht so. Das mag daran liegen, dass man kaum etwas herausgebracht hat. Nach zwei Demos und einer EP bis zum Jahre 2004 wurde es wieder ruhig um die Combo und es dauerte bis zum Jahre 2011, bis das Debüt Forgotten erschien. Fünf Jahre später schmiss man dann eine EP auf den Markt und nun tatsächlich Album Nummer zwei. Benannt hat man sich nach dem Schiff aus dem Roman Moby Dick. Seit 2013 agiert man jetzt in dieser Besetzung und hat Musiker aus bekannten Bands wie Haggard, Darkseed und Festering Saliva in seinen Reihen. Da muss doch was gehen… Spineless entstand im Frühjahr 2019 im bandeigenen Studio. Mixing und Mastering der acht Songs übernahm Lawrence Mackrory vom Obey Mastering Studio in Uppsala/Schweden.

Genug Vorgeplänkel, mal sehen, was da aus den Katakomben des Hofbräuhauses zum Vorschein kommt.

Pursuit – Vorspieler, Ankündigung und dann thrashig auf die Glocke. Schön im Hightempo, dann melodisches Lead betont und wieder Tempo aufgenommen. Klingt nicht neu, macht aber definitiv Laune. Die Geschichte wiederholt sich, bevor man in einen drückenden Groovepart überwechselt. Der Gesang verändert sich ebenfalls. Agiert man vorher im screamigen Thrashbereich, grunzt man nun. Der Part wechselt wieder, auch der Gesang. Man verlangsamt das Tempo total. Wieder Vorspieler mit Drumbetonung und ab ins Groovige. Da bleibt keine Locke an ihrer Stelle, das ist klar. Man wird ein wenig atmosphärisch und agiert im feinsten Midtempo weiter. Vorspieler, Betonung, Ankündigung und auf die 12. Sehr lecker. Der Anfangspart mit der Grunzeinlage wird wiederholt und man endet mit dem geilen melodischen Lead, welches mich ein wenig an die Dänen von Panzerchrist erinnert.

Born Insane kommt mit ein wenig vetracktem Beginn daher, kommt mit geilen Uftataattacken und wechselt dann in totaler Zerstörungswut. Klingt alles ein wenig nach Chaos. Break und ab in den Keller. Der Groove ruft. Dieser kann mich nicht so überzeugen, kommt zu oft vor. Der wechselnde Gesang und das melodische Zwischenspiel danach sind dann aber auch ziemlich geil. Auch wie der Gesang vorgetragen wird. Wieder zurück in den Groove. Der Break klingt kurz nach Gorefest, dann Ansage Born Insane und wieder ins totale Gemetzel. Gute Geschichte. Das Midtempo wie am Anfang ist mir ein wenig zu abgehackt und dann ist Ende.

Schönes Geballer ist am Anfang von Death zu hören und dieses bleibt auch so. Der folgende Uftatapart wird auch schnell vorgetragen, ebenfalls der nachfolgende Part. Lecker. Thrashiges Riffing mit deathmetallischen Drums. Kommt gut. Das melodische Riff trägt den Song und ist total fett. Ja, dürfte wohl mein Lieblingssong auf dem Album sein. Auch hier verwendet man groovige Klänge, die sehr schön drücken und variiert werden, sodass kein 08/15 Gedanke aufkommt. Macht Laune und dürfte live die Leute zum Bangen animieren. Und dann wieder Vorspieler, Androhung und schneller Part, der richtig knattert. Kurzes Bassintermezzo und ab in den Groove. Die Drums wechseln das Tempo und es wird midtempolastig zum Schluss hin. Ja, geiles Stück.

Der schleppende Beginn von Extinction Of Souls kann auch überzeugen. Der Song ist zwar relativ langsam im Vergleich zu den anderen, drückt aber ohne Ende. Das melodische Lead erinnert an Carcass zu Heartwork Zeiten. Zumindest am Anfang. Das lang gezogene, melodische Riff, welches dem Song eine gewisse Note gibt, dann schon nicht mehr, kommt aber durch das Drumming und die gute Produktion sehr drückend herüber. Das Tempo geht ganz runter und wird dann mit schnellem Schreddern und langsamen Drums erhöht. Gute Idee. Insgesamt zieht sich mir der Song ein wenig. Und wieder kommt man mit dem Carcass ähnlichen Riff ums Eck. Kann man machen, absolut. Es wird wieder gegroovt und das fette melodische Solo wieder rausgeholt. Musikalisch beweisen sie nicht nur hier, dass sie es draufhaben. Aber wie gesagt, mir ist der Song zu lang, aber ansonsten schon geil.

Das deaththrasige Spineless zieht irgendwie so an mir vorbei, ist aber trotzdem nicht schlecht, packt mich jetzt aber nicht unbedingt.

Dass die Burschen dem Stockholm Schweden Death Metal nicht abgeneigt sind, hört man durchs ganze Album, aber ganz besonders bei Hell Within. Klasse Song!

So richtig romantisch mit Flüstergesang etc. wird es am Ende, aber ob es so bleibt, wird nicht verraten, schließlich sollt ihr euch das Teil ja auch kaufen. 😉

Acht Songs, die wahrlich gute Laune machen und druckvoll produziert sind.

Pequod – Spineless
Fazit
Wer auf eine Mischung aus Death und Thrash Metal steht, kompakte Arrangements mag und Tempovariationen, der ist bei Pequod richtig. Bay Area Thrash hier, Schweden Death Metal dort und eine eigene Note. Ein gutes Album, auch wenn mich nicht alles mitnimmt, besonders die Länge einiger Songs finde ich persönlich ein wenig zu anstrengend. Aber ansonsten knallt das Album ordentlich.

Anspieltipps: Pursuit, Death und Hell Within
Michael E.
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