Pristine – Road Back To Ruin

Von Heavy Doom über melancholische Ballade bis zum James Bond verdächtigen Kinosong – Pristine erweitern ihr Songrepertoire

Artist: Pristine

Herkunft: Tromsö / Norwegen

Album: Road Back To Ruin

Genre: Heavy Rock, Stoner Rock, Blues Rock

Spiellänge: 47:32 Minuten

Release: 19.04.2019

Label: Nuclear Blast Records

Link: https://www.facebook.com/pg/Pristineband/about/?ref=page_internal

Bandmitglieder:

Gesang – Heidi Solheim
Gitarre – Espen Elverum Jacobsen
Bass – Gustav Eidsvik
Schlagzeug – Ottar Tøllefsen

Tracklist:

1. Sinnerman
2. Road Back To Ruin
3. Bluebird
4. Landslide
5. Aurora Skies
6. Pioneer
7. Blind Spot
8. The Sober
9. Cause And Effect
10. Your Song
11. Dead End

Wie der Vorgänger Ninja, ist das neue Album Road Back To Ruin der norwegischen Heavy Blues Rocker Pristine um Frontfrau Heidi Solheim am 19.04.2019 bei Nuclear Blast Records erschienen.

Erhältlich ist Road Back To Ruin als CD, als schwarzes Vinyl und als limitiertes blaues Vinyl (300 Stück).

Neben dem Kern der Band um Frontfrau und Sängerin Heidi Solheim, Espen Elverum Jacobsen (Gitarre), Gustav Eidsvik (Bass) und Ottar Tøllefsen (Schlagzeug) finden wir auf dem Album mit Anders Oskal und Hansi Enzensperger Gastmusiker, die auf einzelnen Songs den charakteristischen Hammondorgel Sound beisteuern. Auf Blind Spot singt die Syrierin Racha Rizk ein kurzes arabisches Intro. Mit The Arctic Philharmonic haben wir ein Streichorchester, welches den Sound zum Song Cause And Effect beisteuert.

Die Scheibe eröffnet heftig wuchtig, rockig mit einem Song, der richtig Dampf hat. Sinnerman haut schwer rein und verzückt den Rocker zudem mit schönem Hammondorgel Sound.

Auf den wuchtigen Einsteiger folgt mit Road Back To Ruin ein gewaltiger Heavy Doom Song, ebenso wuchtig gespielt wie der Einsteiger Sinnermann, jedoch langsam und doomäßig.

Bluebird kommt funkig rockig rüber und geht schwer auf die Hüften der tanzwütigen Stoner Fans. Orgel und Gitarren untermauern hier die Voices von Heidi Solheim unheimlich stark. Die Rhythmusgruppe gibt dem Song einen geilen Jive.

Mit einem lasziven Touch Country kommt der Rocker Landslide daher, der ebenfalls Freude macht.

Jeder weiß, dass ich eigentlich keine Balladen mag. Aurora Skies verändert meine Grundhaltung augenblicklich. So schön sanft und morbide wie Heidi Solheim kann niemand dahinschmelzen. In der Melancholie des Songs bleibt ein Stück Düsternis.

Ein kurzes Intro eines überfliegenden Flugzeuges lässt uns einen staubigen Heavy Stoner erwarten, der mächtig treibt und einen tollen Rhythmus inne hat. Geniale Gitarrenarbeit inklusive. Yeah she’s a Pioneer.

Ein schwerfälliges Intro der bereits oben erwähnten Syrierin Racha Rizk mit arabischem Touch, dem mit Blind Spot ein doomgeschwängerter schwerer Song folgt, der trotz vorgegaukelter orientalischer Leichtigkeit schwer und massiv bleibt. Er entwickelt sich langsam wie eine Urkraft. Dieser Song hat es mir besonders angetan.

The Sober ist heavy, kommt trotzdem beschwingt rüber. Ein paar ZZ Top Akkorde tun ihr Übriges dazu, um diesen Song voranzutreiben.

Cause And Effect ist dann ganz großes Kino. Dieser Song, eingespielt mit dem Streichorchester The Arctic Philharmonic, wird der nächste James Titelsong, da könnte ich drauf wetten. Heidi Solheim performt hier wie eine Grande Dame! Großes Melodrama, sehr geil. Gegen Ende kommt sogar noch etwas Portishead rein. Es fehlen zwar noch ein paar eingesampelte Knacker… Ich muss mich noch mal wiederholen: sehr, sehr geil!

Cause And Effect ist mein Song. Nach diesem Song kommt dann Your Song. Wieder eine Ballade, diesmal jedoch anders als die erste Ballade Aurora Skies. Your Song plätschert nur wohlig vor sich hin, bevor es zum finalen Rundumschlag Dead End geht. Dieser hat nun wieder einen ganz besonderen Jive und wird sehr oft hervorgehoben durch ein Diskurs von Stimme und Schlagzeug, unterbrochen von einem fulminanten Gitarrensolo.

Nach dem Genuss des kompletten Albums brauche ich erst mal Zeit, um die Vielfalt dieser Songs zu verarbeiten.

Im Sommer geht es für Pristine auf Tour. Da kann man auf die Liveumsetzung gespannt sein. Ich werde sie mir auf dem bereits ausverkauften Freak Valley Festival anschauen!

Hier die Tourtermine:

03.05.2019 – DE Biberach, Abdera + The Brew *
04.05.2019 – AT Dornbirn, Spielboden + The Brew*
05.05.2019 – DE Tuttlingen, Stadthalle + The Brew*
07.05.2019 – TBA+ The Brew*
08.05.2019 – DE Chiemgau, Blues Club + The Brew*
09.05.2019 – DE Augsburg, Spectrum + The Brew*
10.05.2019 – DE Aschaffenburg, Colos Saal + The Brew*
11.05.2019 – DE Bensheim, Rex + The Brew*
13.05.2019 – DE Berlin, Musik & Frieden + Ni Sala**
14.05.2019 – DE Kiel, Orange Club + Ni Sala**
15.05.2019 – DE Hamburg, Knust + Ni Sala**
17.05.2019 – DE Oldenburg, Cadillac + Ni Sala**
18.05.2019 – DE Bückeburg, Schraubbar + Ni Sala**
19.05.2019 – DE Frankfurt/M., Nachtleben + Ni Sala**
20.05.2019 – DE München, Backstage + Ni Sala**
21.05.2019 – DE Köln, Yard Club + Ni Sala**
23.05.2019 – DE Oberhausen, Zentrum Altenberg + Ni Sala**
24.05.2019 – DE Lichtenfels, Paunchy Cats + Ni Sala**
25.05.2019 – DE Osnabrück, Westwerk + Ni Sala**
21.06.2019 – DE Netphen-Deuz, Freak Valley Festival***

Fazit
Da hatte ich ein solides (Heavy) Blues Rock Album der Norweger Pristine erwartet, und dann kommt es ganz anders. Klar, heavy und bluesy gibt es nach wie vor. Die Norweger von Pristine erweitern dieses Album um ein erheblichee Facettenreichtum. Da gibt es Heavy Rock, ganz in Tradition der Seventies, da gibt es einen wahnsinnigen Heavy Doom. Melancholische Balladen dürfen auch nicht fehlen. Und da gibt es Filmmusik, wie sie besser für einen James Bond Film nicht geschrieben sein könnte. Eine Aufnahme mit Orchester, die zum Schluss den eingeschlagenen Weg selbst wieder aufbricht. Da kann man Kreativkopf Heidi Solheim und ihren Mannen nur gratulieren und zujubeln. Mögen die Songs auf Back Tom Ruin noch so unterschiedlich sein, ist ihr roter Faden jedoch die imposante und abwechslungsreiche Stimme von Heidi Solheim.

Anspieltipps: Sinnerman, Aurora Skies und Cause And Effect
Juergen S.10
Leser Bewertung2 Bewertungen9.2
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