Progression Tour 2014 – Caliban, The Ghost Inside und Support am 07.05.2014 in Hamburg

“Metalcore auf die Fresse!“

Eventname: Progression Tour 2014

Headliner: Caliban, The Ghost Inside

Vorband(s): The Devil Wears Prada, I Killed The Prom Queen & Breakdown Of Sanity

Ort: Grosse Freiheit 36, Hamburg

Datum: 07.05.2014

Kosten: 32,00 € VVK

Genre: Metalcore

Besucher: ca. 800 Besucher

Veranstalter: www.impericon.com

Link: http://www.impericon.com/de/progression/

Progression Tour 2014 Caliban

Hamburg steht mal wieder im Zeichen des Metacore, ein Abend voller Tattoos, Crowd Surfer, Tunnel im Ohr und bunten Klamotten ist vorprogrammiert. Die glücklicherweise sehr oft in Hamburg gastierenden Caliban besuchen die Große Freiheit 36 und haben dazu vier weitere Bands im Gepäck.

Breakdown_of_Sanity_Live Hamburg 2014

Doch bevor die Jungs aus dem Pott spielen, wird die nicht übermäßig besuchte Halle eingeheizt von Breakdown Of Sanity. Der Schweizer Import ist ein absoluter Überraschungskandidat! Absolut pünktlich um 18:30 Uhr betreten sie die Bühne, Sound passt, Licht passt, Stimme passt zu ihrem Opener-Song Paralyzed. Und schon beim zweiten Song haben sie die Fans richtig im Griff und die erste Wall of Death wird eingeläutet. Bei Blind rasten die Hamburger schon förmlich aus und nutzen den Platz vor der Bühne zum Windmühlen schleudern. Nicht nur Sänger Carlo ist außer Atem, fürsorglich schmeißt er Wasserflaschen ins Publikum. Mit Hero und Zugabenrufen endet der kurze 30-minütige richtig großartige Auftritt der Schweizer.

I_Killed_the_Prom_Queen_Live Hamburg 2014

Weiter geht’s im Metalcore-Marathon mit I killed the Prom Queen, die den weiten Weg aus Australien auf sich genommen haben. Man muss ehrlich sagen, dass es ziemlich schwer ist, die erste Band des Abends zu toppen und so kommt es, dass IKTPQ kein schlechtes Ding machen, aber eben nicht so wirklich überzeugen. Alles wirkt hektisch, wild und chaotisch, darunter leidet auch die Spielqualität und der Enthusiasmus der Besucher, die teils lieber auf dem Boden sitzen und sich die Zeit am Smartphone vertreiben. Bei anderen Shows der Progresssion Tour konnte das Phänomen auch interessanterweise festgestellt werden. Auch hier ist nach 30 Minuten Schluss und die Bühne bereitet sich auf das Bergfest vor.

The_Devil_Wears_Prada_Live Hamburg 2014

The Devil Wears Prada aus den USA läuten die unmittelbare Halbzeit ein. Die Stimmung bleibt auch hier etwas gedeckt. Was ist los? Sind die Kiddies schon müde oder stehen sie nicht auf christlichen Metalcore? Jedenfalls steigt mit zunehmender Zeit die Anzahl der Verletzten. Nicht allzu selten erblickt man blutige und angestoßene Augenbrauen und Eisbeutel, die auf Knie und Fußgelenke gehalten werden. Metalcore ist nunmal kein Ponyhof. Sänger Mike gibt jedenfalls alles und prescht auf der Bühne hin und her, um das Volk zu überzeugen. Mehr oder weniger erfolgreich.

The_Ghost_Inside-Live Hamburg 2014

Nun geht’s los mit dem Co-Headliner The Ghost Inside. Also wer so freudestrahlend wie Sänger Jonathan auf die Bühne kommt, der hat schon gewonnen – so extrem sympathisch erlebt man selten eine Band! Die Meute flippt völlig aus und hängt Vigil förmlich an den Lippen. Es wird lautstark mitgesungen und man könnte meinen, dass The Ghost Inside heute den Main Act machen. Es wird über die Crowd gesurft, was das Zeug hält und die Securities haben ordentlich zu tun. Engine 45 ist ein starker Opener und wird nur noch von den Give It All-Rufen von Unspoken übertroffen. Vor der Bühne geht die Post ab, schnell wird sie zu klein und Sänger Jonathan springt kurzerhand mitten in den Pit, um gemeinsam mit den Fans zu feiern. Ach schade, schon vorbei, aber man kann sich ja dann doch auf Caliban freuen.

Caliban_Live Hamburg 2014

Mit ein wenig Verzug und ordentlicher neuer Bühnendeko präsentieren Caliban ihre neue Scheibe Ghost Empire. Nicht nur ein neues Backdrop ziert die Bühne, auch verzierte Frontpodeste und sogar neue Bühnenoutfits ganz im Ghost-Stil runden das Gesamtkonzept optisch ab. Bereits beim Opener King dreht die Fanmasse völlig durch und CALIBAN richtig auf. Rampensau Andi weiß sich zu bewegen und zu posen und genießt es sich in seiner selbstbetitelten Lieblingsstadt feiern zu lassen. Schon beim zweiten Song We Are The Many setzen die bekannten Crowdgesänge ein: You’ve gotta be fucking kidding me!? Alle wissen, was nun kommen muss und brüllen lauthals KIDDING ME! zurück – fantastisch. Kontaktfreudig wie Andi nunmal ist, geht er mit den Fans gern mal auf Tuchfühlung, überspringt den Graben und lässt sich in die ausgestreckten Hände und Arme fallen – ohne dabei von seinem Gesang abzukommen. Die anderen Jungs nutzen derweil die Bühne für sich und drehen und springen mit ihren Langhalsinstrumenten herum. Bei Dein R3ich wird zum Circe Pit ums Mischpult und bis an die Bar heran gebeten. Gesagt – getan. Caliban covern heute nicht wie bekannt Songs von Rammstein, sondern NebeL von Callejon. Diese genießen anscheinend einen hervorragenden Ruf unter den Caliban-Fans, sodass auch jeder mitsingt. Die Band verschwindet währenddessen in großen Nebelfontänen – die offenbar auch neu im Programm sind. Mit mahnenden Worten, vorsichtig zu sein, lässt Andi eine vom Publikum gewünschte Wall of Death zu – wie eine Explosion prallen die Fronten aufeinander und der Laden kocht beim Song Bogeyman. Die ankommenden Surfer werden reichlich von Andi abgeklatscht und schmeißen sich erneut in die tobende Menge. Getreu dem Motto Nothing Is Forever verlassen Caliban nun die Bühne und gönnen sich ein kurzes Päuschen. Das Finale wird mit Memorial eingeläutet und endet mit den Songs Chaos Creation und yOUR Song vom aktuellen Album.

Ein schweißtreibender Abend, mit einer grandiosen Stimmung. Nicht nur Caliban lieben Hamburg – so ist es auch umgekehrt!

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