Pungent Stench – Smut Kingdom

“Das Kapitel ist geschlossen!“

Artist: Pungent Stench

Herkunft: Wien, Österreich

Album: Smut Kingdom

Spiellänge: 48:49 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 13.04.2018

Label: Dissonance Productions

Link: https://www.facebook.com/pungentstench.official/

Aktuelle Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Martin „El Cochino“ Schirenc
Bass, Gesang – Danny Vacuum
Schlagzeug – Mike „G. Mayhem“ Gröger

Tracklist:

  1. Aztec Holiday
  2. Persona Non Grata
  3. Devil‘s Work
  4. Brute
  5. Kind Of Smut
  6. Suicide Bombshell
  7. Opus Dei
  8. I Require Death Sentence
  9. Me Gonzo
  10. Planet Of The Dead

Ampeauty aus dem Jahr 2004 wird bei den Kult Deathern von Pungent Stench abgelöst. Schon immer hatten es die Anhänger der Gruppe aus Österreich schwer. Auflösungen und Reunionen gehörten zur Tagesordnung, die in einer handfesten Trennung gipfelte. Nun zaubern sie das finale Studioalbum aus dem Ärmel, welches bereits 2007 produziert aber nie veröffentlicht wurde. Dem Dornrösschenschlaf verfallen, wird es für viele überraschend dieses Jahr wachgeküsst. Seit April steht das fast 50 Minuten starke Material über Dissonance Productions bei eurem Plattendealer im Regal. Die beiden Nachfolger der Band The Chruch Of Pungent Stench und Schirenc Plays Pungent Stench scheinen sich dabei einig geworden. Wie dem auch sei – der Zwist der einzelnen Parteien soll die Bewertung von Smut Kingdom nicht weiter beeinflussen. Trotzdem ist es schade, dass eine solche Gruppe unter solchen Umständen leiden muss.

Wie dem auch sei, Aztec Holiday eröffnet erfolgreich und legt den ersten Slam Death Tanz mit Persona Non Grata hin. Technisch stark wissen unsere Nachbarn, wie man dem Todesblei einen unglaublichen Groove verpassen kann. Warum das Material nun elf Jahre in der Versenkung verschwunden war, weiß wohl keiner mehr so genau. Dass es jedenfalls bitterschade ist, wird nach dem ersten Durchlauf bereits klar. Denn Smut Kingdom ist ein gelungenes Brett, das laut aufgedreht selbst beim Nachbarn noch für Einsturzgefährdung sorgt. Der kernige Devil’s Work entwickelt den ersten Höhepunkt des Langeisens und bleibt noch länger im Kopf. Ungeschliffen servieren Pungent Stench eine rohe Kunst, die nicht vergisst, ihren eigenen Death ’n‘ Roll zu inszenieren. Zum uneinholbaren Überflieger mutiert die Session jedoch auch nicht. Die scheißegal Punk Attitüde ist zwar nett aber teilweise zu stumpf. Der Koloss rollt somit leicht kantig gen Küste, um dann im Meer zu versinken, ohne eine große Flutwelle zu erzeugen. Wenn man es auf den Punkt bringen möchte, kann man ganz leichtfertig Smut Kingdom als ein gutes Album bezeichnen. Mehr ist da definitiv nicht drin und im Gegenschritt fehlen die ganz genialen Seitenhiebe, ein Kracher oder zumindest mal eine Serie von Höhepunkten. Vielmehr ein solides Zusammenspiel aller Komponenten, die eben ein gutes Album hervorbringen, das im Vergleich zu anderen Scheiben der letzten Tage den Kürzeren ziehen muss.

Fazit: Jetzt ist es amtlich: Ampeauty darf man nicht mehr als letzte Platte von Pungent Stench bezeichnen. Smut Kingdom bekommt nun diesen Titel aufgedrückt und das mit elf Jahren Verspätung. Eingefleischten Jüngern der Österreicher dürfte ein grauer Punkt in der History fehlen, der nun gefüllt wurde. Ob man nun bei Smut Kingdom aufspringen und applaudieren muss, ist die andere Seite der Medaille. Die Formation ist eh Geschichte und die zehn Stücke werden Pungent Stench in kein anderes Licht mehr rücken. Reinhören darf man trotzdem und wie schon gesagt, der Hörspaß wurde nicht unter den Teppich gekehrt.

Anspieltipps: Devil's Work und King Of Smut
Rene W.
7.5
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7.5
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