Nachdem sie den größten Teil des Jahres 2023 mit der Arbeit an ihrem Nebenprojekt Endemic verbracht hatten, sind Mastermind Pako Deimler, Schlagzeuger Naemoth (Dantalion) und Bassist Xas (Iltur), als Deimler mit einem neuen Album zurück. Der Vorgänger namens Immortalized, ein Konzeptalbum basierend auf Ridley Scotts einflussreichem Film Alien, hat mir damals ganz gut gefallen. Man verfolgt auch dieses Mal ein textliches Konzept und die Begeisterung für die Serie Akte X kann ich absolut nachvollziehen. Ich fand sogar den Film dazu ganz gut.
Und so wundert es einen nicht, dass der Opener Opening Theme auch Bestandteile des Akte-X-Titelstücks beinhaltet. Aus den Boxen klingt es sehr ambient und atmosphärisch. Der kurze Beginn ist mit Effekten unterlegt und man wird sofort an die Serie erinnert.
Los geht es dann so richtig mit dem Song Beyond The Sea. Mit einem sehr düsteren Sound und tiefen Growls startet man ins Rennen. Old schooliges Riffing, welches gut, aber eben auch schon sehr bekannt ist, gesellt sich dazu. Eher im langsamen Tempo marschiert man in Richtung Sonnenuntergang und beobachtet die Aktionen, die sich im weltweiten All so abspielen. Im Laufe des Songs variiert man eingängig mit dem Tempo und auch mit dem Rhythmus. Durch die dunkle Produktion wird eine unheimliche Atmosphäre geschaffen, die sehr interessant klingt. Nach einem Break leitet man ein melodisches Solo ein, welches ganz geil klingt. Danach agiert man im old schooligen Uptempo und baut ein melodisches Lead ein. Wenn sie schleppende Momente mit einbauen und dann die fiesen Growls dazu erklingen lassen, klingen sie ein wenig nach Immolation. Guter Start.
Darkness Falls, der Namensgeber des Albums, folgt, und dieser hat es in der Tat in sich. Schönes Uptempo und schön straight nach vorne. Die Riffs sitzen. Eine dichte Soundwand kommt einem entgegen und die Riffs sind sehr rasant, sodass der Drummer auch sein Zepter schneller schwingen muss. Ein Break und ein langsamer, vertrackter melodischer Moment erklingt. Dieser macht Laune und taucht auch wieder auf. Der Teil klingt schön krank und ein wenig morbide, vor allem in der Frequenz, wenn die Gitarre alleine spielt. Sehr geile Idee, denn danach wird im feinsten Uptempo wieder fortgefahren, um dann ein Solo für sich sprechen zu lassen. Der Hauptpart darf wieder ran, wird aber ein wenig verändert. Ja, das Ding macht Spaß und bleibt hängen. Dissonante Parts werden hier geschickt im Songwriting untergebracht und stören nie den Ablauf und die Energie. Bester Song des Albums, meines Erachtens.
Akte-X-Thematik deathmetallisch in Szene gesetzt
So langsam hat man sich warmgehört. Auch der zügige E.B.E geht gut ins Ohr und wartet mit fetten Riffs und eben auch wieder dissonanten Momenten auf, und man weiß durch die vorhandenen Rhythmuswechsel vorher nie, was passiert. Dabei verliert man den Fluss des Stücks niemals aus den Augen. Auch das Tempo wird wieder gut variiert und das melodische Solo kann sich definitiv hören lassen.
Die Science-Fiction-Thematik der Akte X Files wird auf dem ganzen Album musikalisch gut umgesetzt. Klassiker wurden hier nicht geschrieben, aber das Ganze hat Hand und Fuß und ist absolut solider Death Metal.
Dabei fühlt man sich in allen Bereichen der Geschwindigkeiten zu Hause, wobei ich sagen muss, dass sie mir komischerweise in den drückenden Midtempopassagen, wie z. B. dem Anfang von Ghost In The Machine am besten gefallen. Auch die Verschleppung macht hier sehr viel Laune. Dieses mag auch an dem von mir schon des Öfteren erwähnten dunklen Sound liegen.
Vielleicht klingen sich einige Songs von der Art her und vom Aufbau her ein wenig zu ähnlich, aber das stört nicht weiter.
The Jersey Devil basiert – wie schon so oft – auf einer Folge der legendären Fernsehserie Akte X. Die Geschichte spielt in einem Wald in New Jersey und dreht sich um unerklärliche Erscheinungen, Verschwinden und Morde. Hierzu haben die Burschen ein Video gedreht und hier sieht und hört man ihre Leidenschaft für die vorhandene Thematik. Ein sehr rifflastiges Stück, wieder mit disharmonischen Passagen und melodischen Einsprengseln versehen. Allerdings, wie sehr oft auf diesem Album, trotz der Wechsel, sehr vorhersehbar.
Am Ende gibt es noch ein Outro namens Dreamweaver, welches wie das Intro mit Science-Fiction-Argumenten arbeitet. Sehr bizarr, aber passend. Ein disharmonisches Orchester beendet diese Unterhaltung.
Hier geht es für weitere Informationen zu Deimler – Darkness Falls in unserem Time For Metal Release-Kalender.



