Red Sun Rising – Polyester Zeal

Bleibt im Kopf und im Herz!“

Artist: Red Sun Rising

Herkunft: Ohio, Amerika

Album: Polyester Zeal

Spiellänge: 42:45 Minuten

Genre: Alternative Rock, Hard Rock

Release: 05.08.2015

Label: Razor and Tie

Link: http://www.redsunrisingmusic.com/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Mike Protich
Gitarre – Ryan Williams
Gitarre – Tyler Valendra
Bass – Ricky Miller
Schlagzeug – Pat Gerasia

Tracklist:

  1. Push
  2. Amnesia
  3. The Otherside
  4. My Muse
  5. Emotionless
  6. Blister
  7. Worlds Away
  8. Unnatural
  9. Awake
  10. Bliss
  11. Imitation

Manchmal ist es an der Zeit, sich nicht nur mit dem Neusten vom Neusten zu beschäftigen, sondern auch etwas „ältere“ Platten aus dem Regal zu ziehen, um sich diese einmal genauer anzusehen bzw. anzuhören. Am 5. August 2015 brachte die amerikanische Band Red Sun Rising ihr Debütalbum Polyester Zeal raus. Gab es davor „nur“ ein selbstveröffentlichtes Album, so zeigt sich auf dieser Platte, dass es sich auch lohnt, in die Vergangenheit zu blicken.

Der erste Track Push beginnt zunächst mit einem rockigen Intro, welches sich definitiv mehr als gut für einen Start eines Songs eignet. Sofort beim Einsatz des Gesangs bemerkt man, dass sich hier Alternative Rock vom Feinsten bietet. Push macht dabei vor allem eins: Spaß! Der Song wirkt trotz der harten Gitarrensounds locker, und der Chorus ist mehr als einprägsam, um einen Ohrwurm einzupflanzen. Insbesondere im Sommer ist so ein Song, der auch noch mit einem prächtigen instrumentellen Teil aufwarten kann, definitiv willkommen. Amnesia, Track Nummer Zwei, startet auch mit einem kleinen Gitarrenintro. Man bemerkt jedoch schon nach einigen Sekunden, dass die reine Grundlage dieses Songs anders ist: Während Push noch voller Energie war, präsentiert sich Amnesia weitaus ruhiger, melodischer und erweckt ein Gefühl nach Nostalgie und Sonnenuntergang. Der Song selbst funktioniert gut an dieser Stelle im Album, vor allem aber auch überraschend. So bleibt der Zuhörer gespannt, was darauf wohl folgen wird.

Der dritte Song The Otherside legt einen ähnlich ruhigen Ton an, wie sein Vorgänger, wobei hier noch eine Spur Melodik genommen wird und dafür eine etwas ernstere Schiene gelegt wird, die weniger an Sommer, sondern eher an einen guten und spannenden Abend erinnert. Dennoch versteht Red Sun Rising mit ihrem Chorus, egal welche Grundstimmung der Song vorgibt, zu berühren und den Zuhörer mit ihren instrumentellen Zwischenparts zum Bewegen zu bringen – auf welche Weise auch immer. Mit My Muse folgt ein Song, der wohl eins der mysteriösesten Intros und Grundmotive legt. Instrumentell beweist die Band, das sie weitaus mehr können, als einfach nur Schlagzeug und Gitarrenriffs zusammen zu schmeißen. My Muse versteht es, instrumentell genau dann stark zu werden, wenn es benötigt wird, und der Gesang von Mike Potrich ist mehr als stark, die Songs zu leiten und dabei zu berühren. Doch auch in My Muse darf natürlich der instrumentelle Zwischenpart nicht fehlen, der den Kontrast zwischen Gesang und Instrument im Song selbst noch etwas verstärkt.

Bei Emotionless wird nun deutlich, dass sich Red Sun Rising innerhalb dieses Albums musikalisch eher von einer ruhigeren, weniger rockigen, aber dafür gefühlvolleren Seite gibt, als Push das noch zu Beginn hat anläuten lassen. Natürlich wird hier keine Ballade präsentiert, wodurch die Band etwas schafft, was Wenigen gelingt: Eine wunderbare Balance zwischen der instrumentellen Stärke und den transportierten Gefühlen zu liefern. Insbesondere der instrumentelle Teil in Emotionless gibt dem Song einen komplett neuen Charakter und eine Entwicklung innerhalb des Songs, die eher überrascht. Als ein interessanter Ohrwurm kann sich auch Unnatural beweisen, welcher vor allem wieder im Chorus ein etwas stärkeres Tempo vorlegt und dabei wieder überraschende Wechsel in Tempo, Gesang und Instrumentalität aufzuweisen hat.

Von dieser Energie kann man auch bei Awake sprechen. Hier wird direkt zu Beginn ordentlich mit Gitarren aufgefahren und dabei ein spielerischer Rhythmus beibehalten. Bevorzugen tut die Band dann aber wohl doch den etwas ruhigeren Ton, der sich immer wieder dazwischen schleicht. Mag manchen zu soft sein, steht der Band jedoch fantastisch und bleibt somit im Kopf und im Herz. Der letzte Song Imitation scheint einen Art Kreislauf zu schließen, da sich dieser wieder als etwas rockiger und gewagter präsentiert, und auch wenn die positive Note von Push zu Beginn etwas fehlt, so scheinen sich diese beiden Songs näher als der Abstand in der Reihenfolge es vermuten lässt.

Fazit: Muss man sich als Rockband nur von der harten Seite präsentieren? Red Sun Rising haben bereits 2015 mit ihrem Album Polyester Zeal bewiesen, dass sie einen wunderbaren Mix zwischen Rock und emotionalen Ohrwürmern kreieren können. Manch einem könnte das Album vielleicht zu eintönig verfallen, erscheint doch jeder Song eher ruhiger, jedoch beweist sich hier eine Band von jeder Seite innerhalb jedes Songs – und sie macht damit alles richtig.

Anspieltipps: My Muse, Emotionless, Awake
Anabel S.
8
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