The Monolith Deathcult – Versus 1

“Zwischen arschgeil und völliger Schrott stehen wohl nur The Monolith Deathcult!“

Artist: The Monolith Deathcult

Herkunft: Kampen, Niederlande

Album: Versus 1

Spiellänge: 49:23 Minuten

Genre: Death Metal, Industrial Metal

Release: 19.05.2017

Label: Hammerheart Records

Link: https://www.facebook.com/pg/monolithdeathcult/about/?ref=page_internal

Bandmitglieder:

Gesang, Bass – Robin Kok
Gitarre – Ivo Hilgenkamp
Gitarre – Michiel Dekker
Keyboard, Sampler – Carsten Altena
Schlagzeug – Sjoerd Visch

Tracklist:

  1. Rod Serling´s Radio Dramas (Intro)
  2. The Furious Gods
  3. Die Glocke
  4. Seven Months Of Mysticum
  5. Uchronian March Of The Deathcults
  6. This Inhuman Olace Makes Human Monsters
  7. From Stalinic Perspective

 

Industrial Death Metal, oder wie die Niederländer The Monolith Deathcult sagen würden: Supreme Avant Garde Death Metal. Das Ergebnis ist ein gnadenloser Bastard aus Ministry und Todesblei-Veteranen wie Asphyx oder God Dethroned, um die Landsleute des fünfköpfigen Todeskult zu nennen. Ich persönlich bin ganz böse beim letzten Album Tetragrammaton über die Männer aus Kampen gestolpert. Als Quereinsteiger hat der Sound aus eben Industrial mit aggressiven Death Einlagen gefallen. Als extravagant darf man unsere Nachbarn nicht in eine Diva-Ecke stellen, viel mehr geht Versus 1 erneut an die Grenze des Möglichen.

Wer mal in die bereits veröffentlichten Alben reingehört hat, kennt die coolen frechen Intros, und ein solches fehlt natürlich auch hier nicht. Rod Serling´s Radio Dramas (Intro) lässt in den 80 Sekunden eine dramatische Stimmung zu, bis The Furious Gods fragt, ob sie eine verdammte A Capella-Gruppe sind. Dieses wird mit einer wüsten Salve Hass postwendend verneint. Groovig mit dem Hang zum sadistischen Zerstörungswahn bleibt der Deathcult ein zweiseitiges Schwert. Love And Peace darf man genauso wenig erwarten wie nur einen Hauch von Gnade. Alle Pazifisten sollten daher schnell unter ihre Bettdecke kriechen, es wird scharf geschossen. Bereits mit dem acht Minuten Schlachtwerk nach dem Intro ist man heiß auf den Scheiß von Frontmann Robin Kok. Derbe Bassschläge lassen die Deutsch-Niederländische Grenze wackeln wie zuletzt im zweiten Weltkrieg. Den einzigen Kompromiss, den Keyboarder Carsten Altena und die anderen Schlächter eingehen, ist, mit perfiden Samplern für noch mehr Verachtung zu sorgen.

Nach den lobenden Worten muss man jedoch auch fair sagen, dass unsere Nachbarn ganz sicherlich keine leichte Kost auf einem fett verschmierten Grillteller darstellen. Wo andere Bands zäh wie ein altes Lammkotelett agieren, bleiben The Monolith Deathcult blutiger als jedes englische Steak. Nur wer eben kein rohes Fleisch tagtäglich in den Schlund schmeißt, darf bei Die Glocke oder Seven Months Of Mysticum ruhig mal die Stirn runzeln. Erstgenannter Track geht ganz klar in Richtung Ministry, zweiter eher in die Schiene Aborted, Suffocation bis hin zu Dying Fetus, nur eben mit elektronischen Killern.

Fazit: The Monolith Deathcult positiv von vor vier Jahren im Kopf behalten, bestätigen sie diesen Eindruck ohne Einschränkungen. Versus 1 darf als verrückt, kompromisslos sowie genreübergreifend vermittelt werden. Wer auf durchgeknallten Extreme Metal steht, kommt auf seine Kosten. Alle anderen werden denken "ist das Kunst, oder kann das weg?"

Anspieltipps: The Furious Gods und Die Glocke
Rene W.
7.9
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