Ritual Steel – V

Wird es ein Morgen geben?

Artist: Ritual Steel

Herkunft: Fockbek, Deutschland

Album: V

Spiellänge: 44:25 Minuten

Genre: Heavy Metal

Release: 25.10.2019

Label: Pure Steel Records

Links: https://myspace.com/ritualsteelnet
https://www.facebook.com/RITUALSTEEL/

Produktion: Cover Artwork: Augusto Peixoto

Bandmitglieder:

Gesang – John Cason
Gitarre, Bassgitarre – Sven Böge
Schlagzeug – Martin Zellmer

Tracklist:

1. Does Tomorrow Exist
2. Civil Unrest
3. Jackyl & Hyde
4. Kingdom Of Death
5. Doomonic Power
6. The Evil Elite
7. Confrontation On The Frontlines
8. Ritual Steel II
9. The Ritual Steel Hammer

Die norddeutschen Metaller Ritual Steel um Martin Zellmer veröffentlichen am 25.10.2019 unter der Flagge von Pure Steel Records ihren fünften Longplayer. Und jener trägt schlicht den Titel V. Die Band existiert bereits seit 2001 und sieht sich selbst als glühender Verfechter des klassischen Heavy Metal im Stile des NWOBHM. Da hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auch eine beinahe schon nostalgische Szene entwickelt, in der sich viele Bands ganz bewusst hineinbegeben und den wahren Old School Metal zelebrieren. Ich persönlich habe da durchaus etwas übrig für, bin ich doch mit der Musik aus dieser Zeit sozialisiert und besuche auch regelmäßig das berühmt-berüchtigte Keep It True Festival in Lauda-Königshofen. Dennoch, Old School Metal einfach nur zu machen und eben mal ein Album für diesen Personenkreis zu veröffentlichen, klingt wohl zu leicht. Die zu tragende Bürde ist schwer und die Metalgemeinde geht nicht immer nur wohlwollend mit diesen Bands um.

Nun, V wird es nicht leicht haben. Selbst dann nicht, wenn man den Spirit durchaus heraushören kann. Das rudimentäre Klangbild und die puristische Produktion klingen zwar nach Old School, aber das Songwriting hinterlässt zu wenige erfrischende Momente. Erschwerend hinzu kommt, dass die technische Produktion unvollendet erscheint. Der Mix ist unausgewogen, sodass die Drums sehr dominant sind, die Rhythmusgitarren hinter dem Bass und den sehr im Vordergrund stehenden Vocals aber beinahe untergehen.

Auch handwerklich sind einige kleinere Ausfälle zu vermerken. Die Drums bei Confrontation On The Frontlines ergeben für mich, so dargeboten, keinen Sinn. Das rhythmische Chaos stört den aufkeimenden Groove derart, dass ich nicht umhinkomme, dies als gravierend zu bezeichnen. Kann das so gewollt sein? Auch diverse Soli hätten einer Revision unterzogen gehört. Zum Beispiel Jackyl & Hyde kommt nicht nur wegen der Soli nicht über den Status eines Lückenfüllers hinaus.

Die Arrangements besitzen durchaus Pathos und wollen überzeugen, nur der Gesamtmix verhindert dies regelmäßig. Als weitere Schwachstelle, sollte man dies so bezeichnen wollen, ragen die Vocals hervor. John Cason scheint in großen Teilen massiv bemüht, dadurch aber auch am Limit seiner Range angekommen. Nicht selten verliert er die Stütze und die Töne verlieren sich in der angestrengten Modulation. Allerdings nicht durchweg, Kingdom Of Death setzt ein zartes Lichtlein am Ende des Tunnels. Letztlich aber ist der Gesamteindruck des Albums nicht wirklich berauschend. Mit Does Tomorrow Exist und Civil Unrest hat man die stärkeren Nummern bewusst an den Anfang der Scheibe gesetzt. Was ambitioniert begann, verliert dann leider sehr schnell an Kreativität und die allgemeine Vorhersehbarkeit im Songwriting schlägt zu.

Ritual Steel – V
Fazit
Nach zwischenzeitlich fünf Alben hätte man eigentlich mehr von Ritual Steel erwarten können. V bedient sicher einige Klischees, nur das allein reicht nicht aus, um von mehr als einem nur durchschnittlichen Album zu sprechen. Es gibt hier und da interessante Ansätze, die dann aber leider dem zerfahrenen Gesamtkonzept zum Opfer fallen. Jungs, da ist deutlich mehr drin!

Anspieltipps: Civil Unrest, Kingdom Of Death und The Ritual Steel Hammer
Peter H.
6.2
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6.2
Punkte
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