“Die Jungs sind erwachsen geworden!“

Artist: Samsara Circle

Herkunft: Düsseldorf, Deutschland

Album: The Dark Passenger

Spiellänge: 33:57 Minuten

Genre: Modern Metal, Metalcore

Release: 26.08.2017

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/samsaracircleband/

Bandmitglieder:

Gesang – Olli
Gitarre – Michael
Gitarre – Eike
Bassgitarre – Quinten
Schlagzeug – Tobsine

Tracklist:

  1. The Driver’s Song
  2. Skeleton Key
  3. Ketamine Kiss
  4. Pale Waters
  5. The Dark Passenger
  6. Pandora Parts Of You
  7. Habits (Stay High)

 

Seit dem Jahr 2010 gibt es die Band Samsara Circle, wie oft ich sie mittlerweile schon live erleben durfte, kann ich wohl an einer Hand nicht mehr abzählen. Eines der Highlights im Konzertkalender dürfte sicherlich der Supportslot für die Könige des Technical Death Metal, die andorranische Band Persefone gewesen sein. Nach der EP Sanctum aus 2014, die ja auch bei uns schon eine gute Bewertung einfahren konnte, legen die Jungs jetzt mit The Dark Passenger nach. Zwei Jahre Arbeit stecken in dem Teil, und ab dem 25.08. kann man sich die sieben Tracks auf die Ohren geben. Ich habe mich zunächst einmal ziemlich lange mit dem Cover und den sechs Seiten des dazu passenden Booklets beschäftigt. Einladend ist anders, aber The Dark Passenger lädt man normalerweise auch nicht ein, er ist sowieso viel zu oft da, kommt von allein, bleibt gern lange und lässt sich auch nicht so einfach loswerden. Da muss man manchmal schon sehr viel Kraft aufwenden, um The Dark Passenger zu trotzen und vielleicht sogar als Sieger aus diesem Kampf hervorzugehen.

Aber egal, mit The Driver’s Song gibt es gleich die volle Breitseite. Brachial kommt der Song daher! Olli brüllt und schreit sich durch Strophen und Chorus, die Bass- und Double-Base-Attacken wummern aus den Boxen und neben ziemlich schrägen Riffs haben Michael und Eike sogar noch die Zeit, schöne Gitarrenläufe fließen zu lassen. Auch Skeleton Key, das ja bereits vorab vorgestellt wurde, kommt als brutaler Test für die Nackenmuskulatur daher. Hier zelebriert Schreihals Olli dann auch mal den Klargesang, den er mittlerweile, sicherlich auch dank der vielen Shows, die Samsara Circle mittlerweile gespielt haben, auch mächtig ausgebaut hat. Der Beginn von Ketamine Kiss treibt mir dann erst mal ein breites Grinsen ins Gesicht, bei der Lässigkeit, mit dem das Teil daherkommt, fehlt eigentlich nur noch ein Fingerschnipsen. Solch einen, ein wenig in den Rock driftenden Midtempo-Song hätte ich jetzt von den Jungs nicht erwartet. Aber je breiter das Fundament, desto größer der Hörspaß, also alles gut 🙂

Mit Pale Waters kommen wir dann wieder in andere Tempobereiche, die Stadtgrenzen hinter sich lassend, kann man das Gaspedal durchdrücken und das Vehikel dann mal richtig auf Tempo bringen. Vor den überall lauernden Blitzern dann mal auf die Bremse getreten und den gestreckten Mittelfinger gezeigt. Den Track müsste man sich eigentlich gleich mehrmals anhören, um sich auf die wieder mal grandiose Leistung jedes einzelnen Bandmitglieds konzentrieren zu können. Und dann betritt auch schon der Hauptprotagonist die Bühne. Der Titeltrack ist zum einen der längste und langsamste des Albums und zum anderen die überaus gelungene Vertonung sämtlicher negativen Gefühle, die man mit The Dark Passenger assoziieren muss. Für Samsare Circle-Verhältnisse ist das fast schon Doom, aber auch dieses Soundgewand steht den fünf Jungs, und ich bin sehr gespannt darauf, den Track mal in einer der nächsten Shows live zu erleben.

Mit Pandora Parts Of You habe ich zugegebenermaßen meine Probleme, denn der Track klingt ziemlich unentschlossen. Sehr geile Riffs, sehr rhythmusbetonte Parts, bei denen der Kopf schon automatisch mitnickt, aber dann auch diese leicht mäandernden Stellen, bei denen man dann auch mal abdriften kann. Der Abschlusstrack Habits (Stay High), ein Tove Lo-Cover, das Samsara Circle bereits im Jahr 2015 veröffentlicht hatten, reißt das Steuer dann aber noch einmal rum, wenngleich er in den Strophen eher an Wheatus denken lässt. Auch der Chorus ist weniger Modern Metal, von Metalcore mal ganz zu schweigen, aber so dermaßen erhebend dargeboten, dass ich irgendwie vor meinem geistigen Auge eine Horde von betrunkenen Männern sehe, die das auf dem Nachhauseweg vor sich hinschwankend lauthals in die stille Nacht brüllen. Dazu passt dann auch das Video, das Ihr hier findet 😀

Samsara Circle - The Dark Passenger
Fazit: Hier kommt wieder mal ein Beweis dafür, wie lebendig und kreativ die Underground-Szene ist. Da investieren die fünf Jungs von Samsara Circle über zwei Jahre lang sehr viel Gehirnschmalz, Zeit und Energie – von allem anderen rede ich jetzt mal gar nicht – in dieses Album und zeigen damit vielen den bereits oben erwähnten gestreckten Mittelfinger. So liebe ich das!

Anspieltipps: The Driver's Song, Skeleton Key und Pale Waters
Heike L.8.5
8.5Gesamtwertung
Leserwertung: (1 Judge)
10.0

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