Sirenia – The Seventh Life Path

“Ein würdiges Nachfolgealbum“

Artist: Sirenia

Herkunft: Stavanger, Norwegen

Album: The Seventh Life Path

Spiellänge: 70:10 Minuten

Genre: Gothic Metal, Symphonic Metal

Release: 08.05.2015

Label: Napalm Records

Link: https://www.facebook.com/sirenia

Bandmitglieder:

Gesang – Ailyn
Gitarre, Keyboard und Gesang – Morten Veland
Gitarre – Jan Erik Soltvedt
Schlagzeug – Jonathan A. Perez

Tracklist:

  1. Seti
  2. Serpent
  3. Once My Light
  4. Elixir
  5. Sons Of The North
  6. Earendel
  7. Concealed Disdain
  8. Insania
  9. Contemptuous Quitus
  10. The Silver Eye
  11. Tragedienne

Sirenia - The Seventl Life Path

Die Band Sirenia wurde im Januar 2001 von Morten Veland gegründet. Er hatte bereits die Band Tristania mitbegründet, diese aber dann verlassen, um seine musikalischen Vorstellungen besser umsetzen zu können. Nach einigen Besetzungswechseln in den letzten Jahren hat sich das Personalkarussell aber nicht mehr gedreht. Allerdings hat die Band wieder bei Napalm Records unterschrieben, nachdem das letzte Album Perils Of The Deep Blue noch über Nuclear Blast veröffentlicht wurde. Am 08.05.2015 erscheint mit The Seventh Life Path das siebte Studioalbum von Sirenia.

Nach dem mit großem Orchester und Chor ausgestatteten, sehr opulenten Intro Seti lassen die Riffs zu Beginn von Serpent ungefähr erahnen, wohin die Reise geht. Zunächst ist in diesem Midtempo-Song wieder die liebliche Stimme von Ailyn zu hören (welch ein Kontrast zu den Riffs!). Noch größer ist im Chorus dann aber der Kontrast zwischen den Growls von Morten Veland und dem großen Chor. Genau das Gegenteil, nämlich das perfekte Zusammenspiel zwischen dem Gesang von Ailyn und dem Gitarrenspiel gibt es in der sehr ruhig gehaltenen Bridge. Sehr gelungen, weil sehr abwechslungsreich.

Da ich ja bekanntermaßen nicht so der Balladenfan bin, hatte ich mit der Powerballade Once My Light zunächst so meine Probleme, aber der sehr gelungene Wechsel zwischen den ruhigen Parts und den Nackenbrecher-Einschüben hat mich den Song dann doch in mein Herz schließen lassen. Dazu gibt es übrigens auch ein sehr gelungenes Video, und dass dieser Song als erster ausgekoppelt wurde, macht schon Sinn, denn er steht im Grunde für das, was Sirenia ausmacht.

Der Klargesang von Morten Veland im Uptempo-Song Elixir ist für mich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber im Chorus gibt es wieder ordentlich Growls auf die Ohren, was mich wieder etwas versöhnt. 😀

Mit Sons Of The North folgt der längste Song des Albums und zugleich auch der für mich am schwierigsten zugängliche. Bombastische Chöre wechseln sich mit Growls ab, der Gesang von Ailyn wird fast vom Orchester erschlagen, und die Erzählungen in der Mitte des Songs erschließen sich mir gar nicht. Hier wollten Sirenia wohl etwas zu viel auf einmal.

Nach dieser Konzentrationshöchstleistung plätschert dann Earendel ein wenig an mir vorbei, aber die Walzerklänge, die da plötzlich aus den Boxen wallen, lassen mich doch kurz aufhorchen. Mehr allerdings nicht.

Auch bei Concealed Disdain gibt es wieder mal den schon bekannten Wechsel zwischen Growls und üppigen Chören, bevor Ailyn mit ihrem schönen Gesang einsteigt. Der sehr extreme Wechsel des Tempos nimmt dem Song aber leider den Fluss. Und dass Ailyn hier auch teilweise in Operngesang verfällt, ist sicherlich Geschmackssache, meins ist es definitiv nicht.

Wieder mehr in meine Richtung geht es mit Insania. Alles schön hintereinander, die gegrowlten Gesangsparts im Highspeed-Bereich, dann geht es etwas gemächlicher in den Chorus über, es folgen die Chöre. Ob vielleicht auch mal Morten Veland und Ailyn gemeinsam singen? Würde ich ja gern mal hören, und es kommen ja noch drei Lieder…

Der drittletzte Song trägt den für mich unaussprechlichen Titel Contemptuous Quitus, und hat eigentlich außer dem schönen Zusammenspiel zwischen Gitarre und Orchester, für mich nicht viel zu bieten. Ich dachte ja schon, Ailyn darf hier mal allein ran, aber nach einem Break, dem so eine Art Mini-Hörspiel folgt, gibt es dann wieder den Wechsel zwischen Growls und Chor.

Fast schon nach Black Metal klingt es teilweise bei The Silver Eye, und hier singen Morten Velan und Ailyn zumindest mal insofern zusammen, als Ailyn im Grunde Backgroundgesang macht. Aber es klingt wirklich so interessant, wie ich es mir gedacht hatte. Leider wird das Black Metal-Geschreddere nicht durchgezogen, das wäre mal was gewesen! Definitiv aber der interessanteste und ungewöhnlichste Song auf dem Album.

Wie es der Titel schon vermuten lässt, ist Tragedienne eine Ballade, die das Album nach diesen ganzen Wechselspielen von Growls, schönem Frauengesang, bombastischen Chören und einem großen Orchester langsam ausklingen lässt.

Fazit: Nach dem ersten Hördurchlauf habe ich gleich erst noch mal das letzte Album Perils Of The Deep Blue angehört, für das ich ja auch das Review geschrieben hatte. Denn ganz so leicht zugänglich ist dieses neue Werk nicht, was es natürlich nicht schlechter macht. Toppen kann es den Vorgänger aber auch nicht. Schlicht und ergreifend ein würdiger Nachfolger, wobei das ja Jammern auf hohem Niveau ist.

Anspieltipps: Serpent, Once My Light, Insania und The Silver Eye
Heike L.
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