Sodom – Bombenhagel (EP)

Ein Klassiker im neuen Gewand. Thrash`em all

Artist: Sodom

Herkunft: Deutschland

Album: Bombenhagel (EP)

Spiellänge: 14:17 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 20.08.2021

Label: Steamhammer

Link: https://sodomofficial.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Bassgitarre – Tom Angelripper
Gitarre –  Frank Blackfire
Gitarre – Yorck Segatz
Schlagzeug – Tone Merkel

Tracklist:

  1. Bombenhagel
  2. Coup De Grace
  3. Pestiferious Posse

So, kommen wir jetzt endlich zu einer Nachwuchsband aus dem Ruhrgebiet. So könnte das Review beginnen, wenn ich in den DeLorean gestiegen und im Jahre 1983 gestrandet wäre. Die Rede ist von der Band Sodom, die man nun ja wirklich keinem mehr vorstellen muss. Seit 2018 hat Onkel Tom zwei neue Gitarristen. Drummer Husky verließ 2020 die Band und wurde durch Tony Merkel ersetzt. Das Album Genesis XIX schlug voll ein und sollte promotet werden. Eigentlich sollte die Scheibe zu den anstehenden Sommerfestivals erscheinen, mit einem Aufkleber und den bestätigten Tourdaten. So, wie es momentan aber aussieht, werden wohl alle Gigs auf 2022 verschoben. Aber die EP kommt trotzdem. So muss das.

Aufgenommen haben sie wieder beim guten, alten Harris Johns und dieser durfte auch gleich den Song Bombenhagel aufpeppen. Der Song selber ist wohl einer der Klassiker schlechthin. Dieser ist 1987 auf der Persecution Mania erschienen und ist einfach nur ein großartiger Thrash Metal Song. Auch Anno 2021 hat dieser Song eine geile Wirkung auf den Zuhörer. Sobald die Basstöne erklingen, ist einem klar, was da kommen wird. Der Sound ist schön auf alt getrimmt. Insgesamt geht der Song eine Minute länger als das Original. Das liegt daran, dass Harris ein neues, geiles Solo beigesteuert hat und dass die Nationalhymne, die ja beim Original zu hören ist, abgeändert wurde. Man hat das Thema Nationalhymnen ausgeweitet und verwendet nun die deutsche, amerikanische und sowjetische, wenn ich es richtig rausgehört habe. Sehr interessant. Gelungene Nummer, zumal Toni an den Drums noch einmal zusätzlichen Druck versprüht.

„Die Menschheit ist zurzeit dabei, sich selbst den Gnaden- oder Todesstoß zu versetzen. Der Klimawandel, die riesigen Umweltprobleme, die Kriege, das sonderbare Miteinander der Menschheit. Wir alle sind dafür verantwortlich, wenn es hier den Bach hinuntergeht“.
Mit Coup De Grace wollen Sodom aufrütteln und zu bewussterem Handeln animieren. Musikalisch ist das Ding eine fette Thrash Metal Nummer. Straight forward, voller Power und Energie. Drummer Toni heizt der restlichen Instrumentenfraktion so richtig ein. Interessant ist, dass die Nummer von dem Gitarristen Yorck Segatz geschrieben wurde. In knappen drei Minuten geht es ab und die räudige Stimme von Onkel Tom macht den Song zu einem typischen Sodom Song. Diese thrashigen Uftata klingen immer fett und man kommt mit gutem Riffing daher. Geht gut ins Ohr und bleibt da auch hängen. Wildes Solo natürlich inbegriffen. Jetzt sicherlich nicht der beste Song der Bandgeschichte, aber auf jeden Fall einer, der absoluten Spaß verbreitet und sehr aggressiv daherkommt und mit einem guten Refrainpart aufwartet. Mit einem langen Schrei endet der Song und der Sodom Fan freut sich.

Noch mehr bei Pestiferious Posse, wie ich finde. Sehr rockig legt man los, fügt gleich ein Solo ein und groovt sich dann einen. Geiles Riff. Sitzt und bleibt hängen. Toni holt wieder die Uftata raus. Hervorragend. Macht nur Spaß. Wahrscheinlich einer der besten neueren Songs, die ich von Sodom wahrgenommen habe. Alle Trademarks sind vorhanden. Teilweise schön straight foward, aber eben auch mit Groove versehen. Natürlich darf eine Art Mitgröl-Refrain nicht fehlen. Das Tempo wird nach ca. drei Minuten herausgenommen und ein langsamer Part bohrt sich in die Gehörgänge. Eine pure Einladung zum headbangen. Ein Basssolo leitet den Rest des Songs ein. Die vorherigen Aktionen werden wiederholt und fertig. Es geht um die berühmteste aller Schießereien des Wilden Westens am O.K. Corral in Tombstone, Arizona im Oktober 1881, zwischen den Brüdern Wyatt, Morgan und Virgil Earp und Doc Holliday, sowie ortsansässigen Viehschmugglern und Pferdedieben. Für Tom ist dieser Vorfall nicht nur ein Eckpfeiler in der Geschichte Amerikas, sondern im übertragenen Sinne auch ein Synonym für heutige Probleme in den USA, aber auch in Deutschland. Er sagt: „Wenn man sich die Dauerfehde zwischen Demokraten und Republikanern anschaut, den Sturm des Capitols vor wenigen Monaten, so gibt es durchaus Parallelen zur Vergangenheit.“

Eine wirklich gelungene EP und nicht nur für Sodom Fans eine lohnende Anschaffung.

Sodom – Bombenhagel (EP)
Fazit
Mit neuer Truppe und dem guten Harris im Gepäck hat der gute Onkel Tom den Klassiker Bombenhagel sehr geil neu gestaltet, ohne dabei die Rohheit zu verlieren. Hinzu kommen noch zwei starke Thrash Songs, sodass jeder Thrasher bedenkenlos zugreifen kann.

Anspieltipps: Bombenhagel und Pestiferious Posse
Michael E.
8.7
Leser Bewertung2 Bewertungen
7.5
8.7
Punkte
Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
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