Event: Spock’s Beard – The Archaeoptimist Europe Tour 2026
Bands: Spock’s Beard
Ort: Markthalle Hamburg, Klosterwall 11, 20095 Hamburg
Datum: 10.02.2026
Kosten: VVK 51,05 €, AK 52 €
Zuschauer: ca. 250
Genre: Progressive Rock, Retro Rock, Classic Rock
Link: https://markthalle-hamburg.de/
Setlist Spock’s Beard:
- At The End Of The Day
- Invisible
- Crack The Big Sky
- Electric Monk
- On A Perfect Day
- The Archaeoptimist
- Walking On The Wind
- Next Step
- Go The Way You Go
In den vergangenen Jahren ist es ruhig gewesen um die Prog-Rocker von Spock’s Beard, deren Name sich scherzhaft rund um die bekannte Science-Fiction-Serie Raumschiff Enterprise dreht, wo in der Folge Paralleluniversum ein bärtiger Mr. Spock zu sehen ist. Auf Noise Floor aus dem Jahr 2018 folgte 2025 The Archaeoptimist. Mit der neuen Platte gelang der Anfang der 90er-Jahre gegründeten Band ein eindrucksvolles Ausrufezeichen. Im Winter 25/26 folgt The Archaeoptimist Europe Tour mit drei Terminen in Deutschland. Zum Glück hat das Quintett die Hamburger Markthalle mit in ihrer Konzertliste. Allerdings lässt der Besucherzuspruch mehr als nur zu wünschen übrig. Es gibt keine Vorband und das Publikum in Hamburg kommt in der Regel eher spät. Kurz vor Konzertbeginn sind kaum mehr als 200 Menschen im bei den Fans beliebten Club unweit des Hauptbahnhofs. Am Ende werden es circa 250 Menschen, was für eine hochklassige Band wie Spock’s Beard ein Schlag ins Gesicht ist. Klar ist progressive Rockmusik eine spezielle Nische. Vom technischen Aspekt sind gerade die progressiven Bands fast immer ein Hingucker. Während bei den bekannten Acts oft die Konserve vom Band genutzt wird, stehen heute gleich zwei Keyboards auf der Bühne. Wer sich gegen den Besuch des Konzerts entschieden hat, verpasst eine mehr als zweistündige Show, in der die Protagonisten das Publikum mit unbändiger Spielfreude in ihren Bann ziehen.

Um kurz nach 20 Uhr geht das Licht aus und der Auftakt ist At The End Of The Day vom Bestseller V aus dem Jahr 2000. Sänger und Gitarrist Ted Leonard bedient neben Mikrofon und Gitarre auch noch das zweite Keyboard. Schade ist, dass Bassist Dave Meros sich in eine hintere Ecke auf Höhe des neuen Drummers Nick Potters verzieht, sodass die Show ausschließlich von Ted Leonard, Alan Morse und Keyboarder Ryo Okumoto bestimmt wird. Das erste Stück hat auf Platte bereits eine Laufzeit von mehr als 16 Minuten. Live gibt es den einen oder anderen Schlenker mehr, sodass fast 20 Minuten für einen Track benötigt werden, was für Prog-Rock-Bands aber nichts Besonderes ist. Für Amateure an den Instrumenten ist es immer wieder angenehm, wenn ein Ausnahmekönner wie Alan Morse bei einem Einsatz zu früh dran ist, was Morse und Leonard mit einem Lächeln kommentieren. Auch Ausnahmekönner sind am Ende nur Menschen und machen auch mal einen Fehler.

Da die neue Platte im Mittelpunkt steht, wechseln die Herren zwischen ihren Klassikern und den Stücken von The Archaeoptimist. Bei den Klassikern geht es zurück bis in die frühen 90er und Beware The Darkness mit dem circa zehnminütigen Walking On The Wind. Das Finale springt dann sogar zum Debüt The Light mit Go The Way You Go. Das Ding ist eigentlich eine der zwei kürzeren Nummern auf der Platte. Heute bekommen sowohl Drummer Nick Potters als auch Keyboarder Ryo Okumoto ihren Soloauftritt. Allen voran Okumoto holt sein mobiles Keyboard hervor und posiert mit den beiden Gitarristen um die Wette, sodass sich ein imposantes Schlussbild ergibt. Nach etwas mehr als zwei Stunden Spielzeit räumen die Herren die Bühne.
Schluss ist aber noch nicht. Wenige Minuten nach dem Gig sitzt das Quintett für eine Signing-Session neben ihrem Merchstand und signiert alles, was die Fans dabeihaben. Wir reden hier über keine unbekannte kleine Band, sodass eine derartige Aktion, bei der Meet & Greet-Angebote zu dreistelligen Preisen zum Standard gehören, mehr als nur ein weiteres Ausrufezeichen der Protagonisten ist. Wer in Skandinavien wohnt, hat noch die Möglichkeit, einen Gig der Herren mitzunehmen. Allen anderen Fans, die jetzt nicht bei den Konzerten waren, müssen sich gedulden, bis Alan Morse und Co. nochmals auf Tour gehen.














